Dem Selbstbewusstsein gelingt es nur durch die Beziehung auf ein anderes Selbstbewusstsein, durch die Anerkennung seitens eines andern Selbstbewusstseins, das es eben nicht ist, zu einem gesättigten Wert seiner selbst zu gelangen. Das heißt: Das Selbst wird nur durch ein anderes es selbst. Ein Selbst ist daher es selbst – als einzelnes nur mit sich identisches gedacht – nicht es selbst, sondern gerade durch ein Selbst, das es nicht ist. So treten wahrlich paradoxe Sätze auf, die aber die Wirklichkeit ausdrücken, wie sie vor Hegel noch nie ausgedrückt wurde. Anerkennung ist ein reziprokes Verhältnis. Das eine erhält seine Identität durch das andere, ein Grundphänomen unserer menschlichen Kommunikation.
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