PTGAL0AM0009 - Galp Energia, SGPS, S.A.

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eröffnet am: 26.03.23 19:09 von: MrTrillion3 Anzahl Beiträge: 6
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26.03.23 19:09 #1 PTGAL0AM0009 - Galp Energia, SGPS, S.A.
Auch dieser portugiesische Öl- und Gaskonzern hat einen eigenen Thread verdient. Ich denke derzeit drüber nach, einen Teil meines Shell-Bestands zu verkaufen, um in andere Aktien der Branche zu diversifizieren.

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26.03.23 19:22 #3 PTGAL0AM0009 - Galp Energia, SGPS, S.A.
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27.03.23 01:19 #4 PTGAL0AM0009 - Galp Energia, SGPS, S.A.

Gerade habe ich mal einen Blick auf die Hauptanteilseigner geworfen:
https://www.galp.com/corp/en/investors/information-to-shareholders/shareholding-structure

Darunter ist unter anderem das Unternehmen Amorin Energia B.V., mit Sitz in den Niederlanden (laut Webseite 33,92% der Stimmrechte). 

Laut Wikipedia wurde die Amorin Energia zu 45% von einer Offshoreholding namens Esperanza und bis 2016 zu 55% vom Investor Americo Ferreira Amorim kontrolliert. Danach übergab dieser an seine älteste Tochter, ehe er selbst 2017 das Zeitliche segnete. 

Esperanzas Anteilseigner wiederum sind die Sonangol Group und eine gewisse Isabel dos Santos - älteste Tochter von Angolas ehemaligem Diktator Jose Eduardo dos Santos. Einst von Forbes als reichste Frau Afrikas identifiziert wird sie mittlerweile von Interpol wegen zahlreicher Anschuldigungen (u.a. heftige Korruptionsvorwürfe) gesucht. Die Frau war von 2016 bis 2017 in geschäftsführender Position bei der (((yep!))) Sonangol Group, mußte dann aber gehen, nachdem sie u.a. Unternehmensgelder in Höhe von schlappen $38 mio an eine dubiose, in Dubai basierte Firma transferiert hatte. 

Neben der angolanischen besitzt sie auch die russische Staatsangehörigkeit, was wohl ihrer Herkunft mütterlicherseits gestundet ist. Ihren Wohnsitz hat sie inzwischen in die Vereinigten Arabischen Emirate verlegt, wohl um portugiesischen Nachforschungen zu umgehen und in den USA darf sie sich auch nicht mehr blicken lassen. 

Ihr 2020 tödllich verunfallter Gatte war im Aufsichtsrat von Amorim Energia BV und laut diesem Artikel ebenfalls in diverse Korruptionsskandale involviert. 

Kein sehr vertrauenswürdiges Milieu, um es mal höflich auszudrücken. 

 
09.12.25 12:46 #5 Galp geht Partnerschaft mit TotalEnergies ein
Galp schließt eine wichtige Partnerschaft und baut seine Position im Orange-Becken in Namibia aus.

Nach einer Vereinbarung mit TotalEnergies tauscht Galp eine 40-prozentige Beteiligung an PEL 83, wo sich die Mopane-Entdeckung befindet, gegen eine 10-prozentige Beteiligung an PEL 56, wo sich die Venus-Entdeckung befindet, und eine 9,4-prozentige Beteiligung an PEL 91.

TotalEnergies, Betreiber von PEL 56 und PEL 91, wird die Betriebsführung in PEL 83 übernehmen. Durch diese Vereinbarung behält Galp einen Anteil von 40 % an PEL 83 und stellt die weitere Entwicklung der Mopane-Entdeckung sicher, mit der Verpflichtung, in den nächsten zwei Jahren eine Explorations- und Bewertungskampagne mit mindestens drei Bohrlöchern zu starten, um das Risiko des Blocks weiter zu verringern und die Erschließung eines Entwicklungszentrums zu unterstützen. Die erste potenzielle Bohrung wird für 2026 geprüft.

Galp und TotalEnergies unterzeichneten außerdem eine Finanzierungsvereinbarung, wonach 50 % aller Investitionen von Galp für eine erste Erschließung in Mopane übernommen werden. Die Übernahme wird nach der ersten kommerziellen Ölförderung durch 50 % der zukünftigen Cashflows von Galp aus dem Projekt zurückgezahlt.

Durch den Erwerb einer Beteiligung an PEL 56 und PEL 91 sichert sich Galp außerdem eine Beteiligung am Venus-Projekt, für das TotalEnergies ein Entwicklungskonzept für eine FPSO mit einer Kapazität von 160 kbpd ausarbeitet, wobei die endgültige Investitionsentscheidung für 2026 erwartet wird.
Die Transaktion unterliegt den üblichen Genehmigungen durch Dritte, d. h. die namibischen Behörden und die Joint-Venture-Partner, und wird voraussichtlich im Laufe des Jahres 2026 abgeschlossen sein.

https://www.galp.com/corp/en/investors/...th-totalenergies-in-namibia  
19.04.26 00:06 #6 PTGAL0AM0009 - Galp Energia, SGPS, S.A.

Zum Stichtag 17.4.2026 halte ich Galp für einen guten, aber nicht mehr klar billigen Energiewert. Die Aktie hat heute noch immer das Profil eines zyklischen Öl- und Gasunternehmens, nur eben mit einem deutlich besseren Industrie- und Handelsunterbau als viele reine Förderer und mit echter Optionalität durch Brasilien, Namibia und den Umbau in Sines. Das Entscheidende ist: Galp verdient sein Geld heute noch überwiegend mit Upstream und Midstream, nicht mit „grüner Story“. Wer die Aktie kauft, kauft vor allem Brasilien, die Raffinerie- und Handelsplattform in Iberien, eine solide Bilanz und die Chance, dass Namibia später einen zweiten großen Wachstumsschub liefert. (Reuters)

Historisch ist Galp kein uralter integrierter Major, sondern ein vergleichsweise junges Konstrukt. Die Gesellschaft wurde am 22. April 1999 im Zuge der portugiesischen Energiesektor-Neuordnung gegründet und bündelte Petrogal, also das Raffinerie- und Ölvertriebsgeschäft, mit Gás de Portugal. An die Börse kam die Aktie am 23. Oktober 2006. Seit Januar 2025 wird Galp von den Co-CEOs Maria João Carioca und João Diogo Marques da Silva geführt. Diese Herkunft erklärt viel: Galp ist bis heute zugleich Förderer, Raffineriebetreiber, Händler und Endkundengeschäft. (galp.com)

Fundamental sah 2025 ordentlich aus. Der Konzern erzielte 18,978 Milliarden Euro Umsatz, 3,039 Milliarden Euro bereinigtes EBITDA, 1,154 Milliarden Euro bereinigten Nettogewinn und 1,120 Milliarden Euro IFRS-Nettogewinn. Der operative Cashflow lag bei 2,179 Milliarden Euro, der freie Cashflow bei 1,224 Milliarden Euro, die Nettoverschuldung bei nur 1,332 Milliarden Euro. Im Segmentbild wird die Abhängigkeit vom Fördergeschäft klar: Upstream lieferte 1,682 Milliarden Euro EBITDA, Industrial & Midstream 952 Millionen, Commercial 384 Millionen und Renewables 50 Millionen. Die Produktion lag 2025 bei 111 kboepd, davon 96 kbpd Öl. Das ist ein robustes, cashflow-starkes Bild, aber eben weiterhin klar rohstoffgetrieben. (galp.com)

Bei Dividende und Kapitalrückführung ist Galp aktionärsfreundlich. Das Unternehmen nennt eine progressive Basisdividende mit 4 % jährlichem Wachstum; für das Geschäftsjahr 2025 wurden 0,64 Euro je Aktie vorgeschlagen, nachdem 0,31 Euro bereits im August 2025 als erster Teil gezahlt wurden. Zusätzlich läuft 2026 ein Aktienrückkauf über 250 Millionen Euro zur Einziehung. 2025 zahlte Galp bereits 480 Millionen Euro Dividenden und 250 Millionen Euro Buybacks und blieb trotzdem nur bei rund 1,3 Milliarden Euro Nettoschuld. Das spricht dafür, dass die Ausschüttung derzeit gut gedeckt ist. (galp.com)

Beim exakten Kurs zum 17.4.2026 gibt es allerdings einen Datenkonflikt zwischen Diensten. Euronext zeigte für den 17.4.2026 Tageswerte von 19,32 Euro Eröffnung, 19,445 Euro Hoch, 18,32 Euro Tief und 18,475 Euro letztem Kurs; Yahoo/andere Historienseiten weisen für denselben Tag 19,30 bis 19,32 Euro als Schlusskurs aus. Auf Basis dieser Bandbreite von grob 18,5 bis 19,3 Euro ist die Aktie nicht mehr billig: Das entspricht etwa einem KGV von rund 12 bis 13 auf Basis des offiziellen 2025er RCA-EPS von 1,53 Euro je Aktie; die Dividendenrendite liegt bei etwa 3,3 bis 3,5 %. Der von Galp veröffentlichte Analystenkonsens lag zuletzt bei 18,78 Euro im Schnitt und 19,00 Euro im Median. Heißt ungeschönt: Der Markt preist bereits einen guten Teil der 2026er Verbesserung ein. (live.euronext.com)

Kurzfristig, also für 2026, ist das operative Bild eher besser als schlechter geworden. Galps eigene Guidance unterstellt für 2026 nur rund 60 Dollar Brent, eine Raffineriemarge von 5,5 Dollar je boe, mehr als 2,6 Milliarden Euro EBITDA, mehr als 2,0 Milliarden Euro OCF und rund 1 Milliarde Euro organischen Capex. Der vorläufige Trading-Update für 1Q26 sah aber bereits stark aus: Produktion stieg auf 129 kboepd, die Raffineriemarge sprang auf 14,8 Dollar je boe, und die Verarbeitung normalisierte sich nach dem Sines-Turnaround wieder deutlich. Das spricht dafür, dass 2026 operativ stark anfangen könnte, auch wenn das Update ausdrücklich noch vorläufig ist. (galp.com)

Der mittelfristige Kern der Story ist Brasilien. Das Bacalhau-FPSO startete im Oktober 2025 die Produktion; die Einheit hat 220.000 Barrel pro Tag Kapazität, das Feld über 1 Milliarde Barrel förderbare Reserven, und Galp erwartet daraus auf Plateau rund 40.000 Barrel pro Tag zusätzlichen Beitrag. Genau das ist der Hebel, der Galp in den nächsten Jahren mehr Volumen, mehr Cashflow und tendenziell geringere Stückkosten bringen kann. Wenn Bacalhau sauber hochläuft, ist Galp fundamental stärker als 2024/25. Wenn der Ramp-up holpert oder Ölpreise schwach bleiben, ist ein wesentlicher Teil der Equity Story sofort unter Druck. (galp.com)

Namibia ist die große Option, aber noch keine sichere Basisannahme. Galp hat Ende 2025 mit TotalEnergies einen Tausch vereinbart: Galp behält 40 % an PEL 83 mit Mopane, Total übernimmt dort die Operatorschaft, und Galp erhält zusätzlich 10 % an PEL 56 und 9,4 % an PEL 91. Zugleich wurde ein mehrjähriges Appraisal-Programm mit mindestens drei Bohrungen über zwei Jahre vereinbart; die erste potenzielle Bohrung wird für 2026 geprüft. Das ist strategisch stark, weil Galp die Projekt- und Entwicklungsrisiken mit einem Schwergewicht teilt. Aber wichtig ist auch das Gegenteil: Namibia ist Stand April 2026 eben noch kein sicher monetarisierter Wert, sondern eine große, noch weiter zu entschärfende Chance. (galp.com)

Der Umbau außerhalb des Ölgeschäfts ist real, aber bisher finanziell noch klein. In Sines laufen die Low-Carbon-Projekte weiter; Galp investiert in eine HVO/SAF-Anlage und einen 100-MW-Elektrolyseur. Parallel hatte Galp Ende 2025 bereits 1,7 GW erneuerbare Kapazität installiert, mehr als 400 MW waren im Bau, und Anfang April 2026 wurde der Zukauf eines 351-MW-Windportfolios in Spanien für rund 320 Millionen Euro angekündigt. Außerdem verhandelt Galp mit Moeve über die Zusammenlegung von Downstream-Aktivitäten in zwei Plattformen, einer RetailCo und einer IndustrialCo. Sollte das gelingen, könnte das den Konzern strukturell klarer machen und versteckte Werte heben. Scheitert es, bleibt Galp eben das, was es heute ist: ein guter, aber konglomeratiger Iberia-Energieplayer. (galp.com)

Meine Einschätzung zu den Kurszielen ist daher so: Auf Sicht von 12 bis 18 Monaten liegt mein Basiskursziel bei 20 Euro, mein bullishes Szenario bei 24 Euro und mein bearishes Szenario bei 14 Euro. Das Basisszenario setzt einen ordentlichen Bacalhau-Ramp-up, stabile Ausschüttungen und keine grobe operative Enttäuschung in Sines voraus. Das bullishe Szenario braucht zusätzlich anhaltend gute Raffineriemargen, starke Ölpreise und mehr Klarheit bei Namibia oder beim Moeve-Deal. Das bearishe Szenario tritt ein, wenn Öl und Raffineriemargen gleichzeitig nachlassen, Bacalhau langsamer hochfährt und der Markt die Namibia-Fantasie zurücknimmt. Für einen Verdoppler aus dem Stand halte ich Galp auf diesem Kursniveau nicht. Für einen soliden Wert mit ordentlichen Ausschüttungen und brauchbarer optionaler Upside aber schon. (galp.com)

Für die nächsten 5 bis 15 Jahre ist die Aktie interessant, aber nicht simpel. Im positiven Langfristbild schafft Galp drei Dinge: erstens hohe Cashflows aus Brasilien, zweitens eine wertschaffende Monetarisierung oder Entwicklung von Namibia, drittens einen Umbau des Iberien-Geschäfts hin zu margenstärkerem Handel, Mobilität, Biofuels, Wasserstoff und erneuerbaren Stromerträgen. Dann kann aus Galp ein deutlich fokussierterer und hochwertigerer Energiekonzern werden. Im negativen Langfristbild bleibt Galp dagegen vor allem ein zyklischer Ölwert mit etwas grünem Anstrich, dessen Ergebnis stark an Fördermengen, Ölpreise und Raffineriemargen gebunden ist. Unterm Strich ist Galp für mich deshalb eine gute Aktie für Investoren, die Zyklik aushalten können und bewusst Brasilien plus Namibia-Option kaufen wollen. Für rein defensive Dividendenanleger ist sie mir zu rohstoff- und projektabhängig. (galp.com)

Autor: ChatGPT

 
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