Schon 2006 zwei weitere Windräder zwischen Tiefenellern und Poxdorf? Neuer Investor prüft Rentabilität – Zweites Gutachten wird abgewartet – Gemeinde skeptisch Bild tiefenellern. Ungewiss ist derzeit der Bau von zwei Windrädern oberhalb von Tiefenellern in Richtung Poxdorf. Noch auf dem Gebiet der Gemeinde Litzendorf sollen hier bekanntlich zwei Rotoren zur Stromgewinnung aufgestellt werden.
von Hans W. Penning
Trotz einer rechtskräftigen Baugenehmigung stellt sich die Situation derzeit für Projektleiter Dieter Gunst aus Bad Neuenahr problematisch dar. Denn für die Firma „Nordex“, die das Projekt eigentlich finanzieren sollte – man stellt in Schleswig-Holstein Windräder her – hat sich im hohen Norden ein profitableres Vorhaben an der Küste ergeben. Deshalb ist das Konsortium – dazu gehören auch einige Banken – aus dem Projekt ausgestiegen.
Der Vorgang, der jetzt abläuft, ist symptomatisch für die gesamte Windenergie-Branche. Denn der Nordex-Ausstieg soll, so Dieter Gunst, nicht das Ende für das Vorhaben sein. Inzwischen bemüht er sich, die Husumer Firma „Repower“ aus der gleichen Branche für das Projekt zu gewinnen. Alternativ dazu könnten auch ein oder zwei „Bürgerwindräder“ nach Sassendorfer Vorbild entstehen.
Ferner liegt laut Dieter Gunst inzwischen eine „Ertragsprognose“ für dieses Vorhaben vor, die auch laut L. Carstensen von der Firma „Repower“ durchaus positiv ausgefallen ist. Dennoch wolle man „nicht zu viele Hoffnungen wecken“, so die Firma mit der Zentrale in Hamburg und einem Werk in Husum. Insgesamt stellen dort rund 550 Mitarbeiter – die Firma besteht seit 2001 – heuer ungefähr 220 Windräder her. Damit sei man in Deutschland inzwischen zur Nummer 3 in der Branche aufgestiegen.
Anno 2001 war es auch, dass erste Windmessungen durch das Büro Guttenberger in der reich strukturierten Landschaft auf den Höhen bei Würgau vorgenommen wurden. Auf deren Grundlage habe das Büro eine positive Prognose gestellt. Laut „Windatlas“ liege die Windstärke schon 100 Meter über Grund auf dem Jura deutlich höher als am Boden. Bei Windstärke 3 am Boden gehe man beispielsweise von Windstärke 6 in 100 Metern Höhe aus, und die Windräder unserer Tage reichten bekanntlich noch weit höher.
Inzwischen seien aber wesentliche Punkte wie die „Referenzerträge“ verändert worden und hätten so manchen Standort in Gefahr gebracht, so Carstensen. Deshalb sei jetzt ein zweites Gutachten notwendig. Falle auch dieses positiv aus, werde „Repower“ voraussichtlich schon 2006 die beiden Windräder oberhalb von Tiefenellern aufstellen.
Der Erste Bürgermeister der Gemeinde Litzendorf, Wolfgang Möhrlein, sieht das Projekt mit gemischten Gefühlen. „Ich bin nach wie vor der Meinung, dass Windkrafträder an den Küsten besser aufgehoben sind. Dass ein Investor aussteigt, weil er dort bessere Bedingungen vorfindet, zeigt doch eindeutig, dass der fränkische Jura nur ,zweite Wahl' für solche Vorhaben ist. Die Windräder sind vor allem Abschreibungsobjekte für die Herstellerfirmen und dafür opfern wir unsere Landschaft, in diesem Fall vielleicht auch das Ellertal. Ich bin grundsätzlich sehr für regenerative Energien zu haben, aber für 150 Meter hohe Windräder gäbe es sicherlich andere Möglichkeiten“.
..aus dem "fraenkischerTag"
Nordex hat einen größeren Fisch am Haken, so fragt man halt den Mitbewerber Repower ob er denn 2 Windräder bauen will :P
Rekordauftragseingang im letzten Quartal für Nordex, chart durchbricht gerade die Widerstandslinie 4,30 Euro, und die Zahlen werden auch im Rahmen sein. Ich denke Nordex schafft die 5 Euro dieses Jahr noch.
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