KR7003550001 - LG Corp
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neuester Beitrag: 26.04.26 00:27
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| eröffnet am: | 26.04.26 00:24 von: | MrTrillion3 | Anzahl Beiträge: | 3 |
| neuester Beitrag: | 26.04.26 00:27 von: | MrTrillion3 | Leser gesamt: | 153 |
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Bei „LG“ muss man sauber trennen. LG Corp ist die börsennotierte Holding des LG-Konzerns. LG Electronics ist die operative Elektronikgesellschaft. Für Privatanleger ist LG Electronics meist der direktere Konsumgüter-/Technologiewert; LG Corp ist eher ein Holding-/Konglomeratswert mit Abschlag, Dividendencharakter und indirektem Zugang zu mehreren LG-Beteiligungen.
LG geht auf die 1947 gegründete LuckyChemical zurück, aus der unter anderem LG Chem hervorging. 1958 wurde Goldstar gegründet, der Vorgänger von LG Electronics. Goldstar produzierte 1959 Koreas erstes Radio, später auch Kühlschränke, Fernseher, Klimageräte und Waschmaschinen; 1995 wurde aus Lucky-Goldstar die Marke LG. Die Konzernstruktur ist typisch südkoreanisch: ein familiengeprägter Chaebol, allerdings mit modernerer Holdingstruktur als bei manchen Wettbewerbern. CEO und Chairman von LG Corp ist Kwang-Mo Koo; LG nennt ihn in der Corporate-Governance-Übersicht als Representative Director und CEO. (lgcorp.com)
LG Corp, ISIN KR7003550001, WKN 956139, KRX-Ticker 003550, ist die Dachholding. Die Vorzugsaktie läuft unter KR7003551009, KRX-Ticker 003555, WKN 924909. Die wichtigsten Beteiligungen liegen in Elektronik, Chemie, Batterien, Telekommunikation, IT-Dienstleistungen und Konsumgütern: LG Electronics, LG Display, LG Innotek, LG Chem, LG Energy Solution, LG Household & Health Care, LG Uplus und LG CNS gehören zum Konzernumfeld. (lgcorp.com)
LG Electronics, ISIN KR7066570003, WKN 570238, KRX-Ticker 066570, ist das operative Elektronikunternehmen. Die Vorzugsaktie läuft unter KR7066571001, KRX-Ticker 066575, WKN 534479. Daneben gibt es handelbare Hinterlegungsscheine, unter anderem LG Electronics GDR mit ISIN US50186Q2021, WKN 576798, auf Ariva mit US-Symbol LGEJY geführt. (DivvyDiary)
Das Sortiment von LG Electronics ist breit: Haushaltsgeräte wie Kühlschränke, Waschmaschinen, Trockner, Staubsauger, Klimageräte und Küchenprodukte; Unterhaltungselektronik wie OLED-/LCD-Fernseher, Monitore, Audio- und Lifestyle-Geräte; Fahrzeugkomponenten und Infotainment-/E-Mobility-Lösungen; außerdem HVAC, Wärmepumpen, Kompressoren, gewerbliche Klimatechnik, Software- und Plattformgeschäft rund um webOS sowie Abo- und D2C-Modelle. LG selbst gliedert die Gesellschaft in Home Appliance Solution, Media Entertainment Solution, Vehicle Solution und Eco Solution; 2025 kamen konsolidiert 89,2 Bio. KRW Umsatz und 2,48 Bio. KRW operativer Gewinn heraus.
Die Kursstände am 23.04.2026 waren: LG Electronics schloss in Seoul bei 129.900 KRW, nach einer Tagesspanne von 126.600 bis 135.900 KRW. LG Corp schloss bei 97.400 KRW, nach einer Tagesspanne von 94.200 bis 98.900 KRW. Das ist wichtig, weil der Titel in Deutschland oft nur indirekt oder mit dünner Kursversorgung sichtbar ist. (Yahoo Finanzen)
Bei den Kurszielen sieht LG Electronics nicht extrem unterbewertet aus. Marketscreener nennt für LG Electronics einen Analystenkonsens „Buy“ mit 26 Analysten, durchschnittlichem Kursziel 129.230,77 KRW, Hoch 170.000 KRW und Tief 85.000 KRW; Investing kommt praktisch gleich auf 129.231 KRW. Gegenüber dem Schlusskurs vom 23.04.2026 liegt das Konsensziel also ungefähr auf Kursniveau. Für LG Corp nennt Investing bei 12 Analysten ein durchschnittliches Kursziel von 107.000 KRW, Hoch 120.000 KRW, Tief 71.000 KRW und ebenfalls „Buy“. Gegenüber 97.400 KRW wären das rund 10 % theoretisches Aufwärtspotenzial, vor Dividenden. (MarketScreener)
Fundamental ist LG Electronics ein Qualitätsunternehmen, aber kein traumhaft margenträchtiger Konzern. 2025 wurde der Umsatz erneut auf Rekordniveau gebracht, aber der operative Gewinn ging zurück. Laut LG belasteten höhere Marketingausgaben im Display-Geschäft, schwächere Nachfrageerholung, stärkerer Wettbewerb und einmalige Kosten für organisatorische Straffung. Besonders stark waren 2025 Home Appliance Solution mit 26,13 Bio. KRW Umsatz und 1,28 Bio. KRW operativem Gewinn sowie Vehicle Solution mit 11,14 Bio. KRW Umsatz und 559 Mrd. KRW operativem Gewinn. Media Entertainment war dagegen mit 19,43 Bio. KRW Umsatz und 750,9 Mrd. KRW operativem Verlust der klare Schwachpunkt.
Die Dividende von LG Electronics ist vorhanden, aber nicht der Hauptgrund für die Aktie. Für 2025 nennt LG eine Zwischendividende von 500 KRW je Aktie und eine Schlussdividende von 850 KRW je Stammaktie beziehungsweise 900 KRW je Vorzugsaktie, also zusammen 1.350 KRW je Stammaktie. LG kommuniziert für 2024 bis 2026 eine Ausschüttungspolitik von mehr als 25 % des bereinigten Konzerngewinns, mindestens 1.000 KRW je Stammaktie pro Jahr, zusätzlich mit halbjährlicher Zahlung. Bei 129.900 KRW Kurs entspricht 1.350 KRW grob 1,0 % Rendite. (LG Electronics)
LG Corp ist bilanziell deutlich defensiver als ein normaler Industriekonzern. Für 2025 weist die Holding konsolidiert 33,98 Bio. KRW Bilanzsumme, 3,65 Bio. KRW Verbindlichkeiten und 30,33 Bio. KRW Eigenkapital aus. In der Gewinn- und Verlustrechnung 2025 stehen 7,25 Bio. KRW „Revenue and gain on valuation by equity method“, 912 Mrd. KRW operativer Gewinn und 1,00 Bio. KRW Jahresgewinn. Die Eigenkapitalquote ist hoch; der Haken liegt nicht in der Verschuldung, sondern im typischen Holdingabschlag und in der Abhängigkeit von Beteiligungsbewertungen und Dividendenströmen. (lgcorp.com)
Die LG-Corp-Dividende ist attraktiver als die von LG Electronics. Für die Stammaktie wurden zuletzt 3.100 KRW über zwölf Monate genannt; als erwartete nächste Zwölfmonatsdividende nennt DivvyDiary 2.100 KRW, was bei rund 97.400 KRW etwa 2,2 % entspricht. Andere Datenanbieter lagen um 3,2 bis 3,4 %, je nach Betrachtung und Kursbasis. Die Vorzugsaktie KR7003551009 ist wegen des niedrigeren Kurses renditestärker; dort wurden etwa 6 % Vorwärtsrendite genannt. Diese höhere Rendite erkauft man sich aber mit weniger Stimmrechten und oft geringerer Liquidität. (DivvyDiary)
Zur Eigentümerstruktur: LG ist weiterhin familiengeprägt. Kwang-Mo Koo ist der wichtigste Einzelaktionär von LG Corp; Marketscreener nennt 16,27 %. Weitere größere Aktionäre sind Silchester International Investors mit rund 7,17 %, der National Pension Service of Korea mit rund 6,86 % sowie weitere Mitglieder beziehungsweise nahestehende Personen der Koo-Familie. Es gab einen Erbstreit um Anteile, der im Februar 2026 zugunsten von Koo Kwang-mo entschieden wurde; laut Korea Times hielt Koo per September 2025 16,27 %, während Klägerinnen aus der Familie zusammen 7,99 % hielten. (MarketScreener)
Die langfristigen Aussichten über 5 bis 15 Jahre sind gemischt, aber nicht schlecht. LG Electronics hat starke Positionen bei Haushaltsgeräten, OLED-TV, HVAC/Wärmepumpen, Fahrzeugkomponenten und Plattformgeschäft. Positiv sind der Trend zu Premium-Hausgeräten, Energieeffizienz, Wärmepumpen, Datenzentrums-Kühlung, Software-defined Vehicles, Abo-Modellen und webOS-Werbe-/Content-Umsätzen. Negativ sind zyklische Konsumnachfrage, hoher Wettbewerb durch Samsung, chinesische Anbieter und lokale Hersteller, Margendruck bei TVs, Währungsrisiken, Zölle und die strukturell niedrige Profitabilität vieler Hardwaregeschäfte. LG Electronics ist also kein reiner Wachstumswert, sondern ein zyklischer Qualitätswert mit einzelnen Wachstumsinseln.
LG Corp ist langfristig eher eine Wette auf Wertfreisetzung im koreanischen Kapitalmarkt. Der südkoreanische „Korea Discount“ ist real: komplexe Konzernstrukturen, niedrige Ausschüttungen und Governance-Sorgen drücken Bewertungen. Gleichzeitig arbeitet Korea politisch und regulatorisch seit Jahren daran, Unternehmenswerte stärker zu heben. Bei LG Corp könnten höhere Dividenden, Aktienrückkäufe, Treasury-Share-Cancellations, bessere Kapitalallokation und Börsengänge oder Teilverkäufe einzelner Beteiligungen Wert freisetzen. Das ist aber keine sichere These, sondern eine Einschätzung. Der Holdingabschlag kann sehr lange bestehen bleiben.
Zur Handelbarkeit: Die sauberste und liquideste Heimatbörse ist die Korea Exchange in Seoul. Dort werden LG Corp unter 003550, LG Corp Preferred unter 003555, LG Electronics unter 066570 und LG Electronics Preferred unter 066575 gehandelt. Viele deutsche Broker bieten Südkorea nicht direkt oder nur teuer an. Praktisch einfacher sind in Deutschland teilweise ADR/GDR- oder OTC-nahe Hinterlegungsscheine, insbesondere LG Electronics GDR/ADR mit ISIN US50186Q2021, WKN 576798, bei Ariva als „LG Electronics Inc GDR“ sichtbar und über deutsche Plätze wie Frankfurt, München, Stuttgart, Gettex, Lang & Schwarz, Quotrix oder Düsseldorf angezeigt. (Ariva)
Warum der Titel auf Ariva teils „nicht auftaucht“ oder verwirrend aussieht: Die koreanische Stammaktie KR7066570003 existiert auf Ariva, wird dort aber als „nicht mehr handelbar“ beziehungsweise ohne Handelsplätze geführt. Ariva zeigt stattdessen für den deutschen Handel eher den GDR/ADR-Datensatz US50186Q2021 mit WKN 576798. Das ist kein Beweis, dass LG Electronics nicht börsennotiert wäre; es heißt nur, dass Ariva für die koreanische Originalaktie keine aktuellen deutschen Handelsplätze/Kurse führt oder diese nicht als handelbar einbindet. Bei LG Corp ist die Lage ähnlich: Die Originalaktie ist in Seoul gelistet, deutsche Datenbanken führen zwar ISIN/WKN, aber die reale Handelbarkeit hängt stark vom Broker und dessen Zugang zu Korea oder Auslands-/OTC-Handel ab. (Ariva)
Meine Einschätzung: LG Electronics ist operativ interessanter, aber zum Stand 23.04.2026 nach dem starken Kursanstieg nicht mehr offensichtlich billig. Das Konsenskursziel liegt ungefähr beim damaligen Kurs. Wer die Aktie kauft, setzt auf eine Margenerholung im TV-/Media-Geschäft, weiteres Wachstum bei Fahrzeugkomponenten, HVAC, Wärmepumpen, webOS, Indien und Abo-Modellen. Die Dividende ist nur Beiwerk. Für einen defensiven Anleger ist das keine klassische Basiskonsum- oder Versorgeraktie, sondern ein zyklischer Elektronik- und Industrie-Hardwarewert.
LG Corp ist defensiver und substanzorientierter, mit stärkerem Dividendenargument und indirekter Streuung über mehrere LG-Gesellschaften. Der Titel ist aber weniger transparent, stärker vom Holdingabschlag abhängig und für deutsche Privatanleger wegen Korea-Handel und Datenqualität umständlicher. Wer an LG als Konzernfamilie glaubt und auf bessere Kapitalallokation in Korea setzt, findet LG Corp wahrscheinlich attraktiver als LG Electronics. Wer gezielt Haushaltsgeräte, HVAC, Fahrzeugkomponenten und Unterhaltungselektronik spielen will, nimmt eher LG Electronics. Für mich wäre LG Corp auf dem Kursniveau der rationalere, konservativere Watchlist-Kandidat; LG Electronics wäre erst bei klarerem Bewertungsabschlag oder sichtbarer Margenwende im Media-Geschäft wirklich kaufenswert.
Autor: ChatGPT
Mit Blick auf die Aktie ist die Familie hinter LG ein wichtiger Punkt, weil LG kein „normaler“ Streubesitzkonzern ist, sondern ein südkoreanischer Chaebol mit Holdingstruktur und dominanter Gründerfamilie. Das ist weder automatisch gut noch automatisch schlecht. Es bedeutet: Strategie, Kapitalallokation, Nachfolge und Dividendenpolitik hängen stärker an der Familie Koo als bei einem angelsächsisch geprägten Konzern.
LG geht im Kern auf Koo In-hwoi zurück, der 1947 Lucky Chemical gründete. Aus Lucky Chemical wurde später LG Chem. 1958 kam GoldStar hinzu, der Vorgänger von LG Electronics. Der alte Name „Lucky-GoldStar“ erklärt auch das spätere Kürzel LG. Historisch war LG eng mit zwei Unternehmerfamilien verbunden: der Koo-Familie und der Huh-/Heo-Familie. 2004/2005 wurde diese Doppelstruktur aufgelöst: Die Koo-Familie behielt den LG-Kern mit Elektronik, Chemie, Telekommunikation und verwandten Bereichen; die Huh-Familie übernahm die abgespaltene GS Group mit Energie, Handel, Bau und Retail. Diese Trennung gilt im Vergleich zu vielen anderen koreanischen Familienkonzernen als relativ geordnet. (Wikipedia)
Die heutige Schlüsselfigur ist Koo Kwang-mo, Jahrgang 1978. Er ist Chairman und CEO von LG Corp. und damit faktisch der Kopf der Gruppe. LG Corp führt ihn offiziell als Director und CEO; im Board sitzen daneben professionelle Manager wie Bong Seok Kwon und Beom Jong Ha sowie unabhängige Direktoren. Formal ist das also nicht nur eine Familienrunde, sondern eine Holding mit Board- und Ausschussstruktur. Trotzdem liegt die Kontrolle über die Konzernrichtung klar bei der Koo-Familie beziehungsweise dem mit ihr verbundenen Aktionärskreis. (lgcorp.com)
Besonders wichtig: Koo Kwang-mo ist nicht der leibliche Sohn des früheren Chairman Koo Bon-moo, sondern wurde von ihm adoptiert. Das ist im koreanischen Chaebol-Kontext relevant, weil die männliche Nachfolge traditionell stark gewichtet wird. Koo Bon-moo hatte keinen leiblichen Sohn; Koo Kwang-mo war sein Neffe und wurde rechtlich zum Sohn gemacht. Nach Koo Bon-moos Tod 2018 übernahm Koo Kwang-mo mit nur 40 Jahren die Führung. Das war ein bewusster dynastischer Übergang, aber zugleich auch ein Generationswechsel.
Der heikelste Punkt war der Erbstreit. Koo Bon-moos Witwe Kim Young-sik und seine beiden Töchter Koo Yeon-kyung und Koo Yeon-su klagten gegen Koo Kwang-mo wegen der Verteilung von LG-Corp-Anteilen. Der Hintergrund war der große Aktienblock des verstorbenen Chairman. Laut Chosun Biz hielt Koo Bon-moo 11,28 % an LG Corp.; davon gingen 8,76 % an Koo Kwang-mo, 2,01 % an Koo Yeon-kyung und 0,51 % an Koo Yeon-su. Im Februar 2026 entschied das Seoul Western District Court in erster Instanz zugunsten von Koo Kwang-mo. Die Klägerinnen legten danach Berufung ein; damit ist der Streit juristisch nicht vollständig erledigt. (biz.chosun.com)
Für Aktionäre ist daran zweierlei relevant. Erstens: Die unmittelbare Gefahr, dass Koo Kwang-mos Kontrolle durch das Verfahren kurzfristig kippt, ist nach dem erstinstanzlichen Urteil kleiner geworden. Zweitens: Der Streit zeigt trotzdem, dass auch LG nicht völlig immun gegen chaebol-typische Familienthemen ist. Das ist ein Governance-Risiko, auch wenn LG im Vergleich zu Samsung oder Hyundai oft als ruhiger und weniger skandalbelastet wahrgenommen wird. (Korea Times)
Die Beteiligungsverhältnisse stützen die Kontrolle. Koo Kwang-mo ist der größte Einzelaktionär von LG Corp.; in aktuellen Marktübersichten werden rund 16 % genannt. Zusammen mit weiteren Koo-Familienmitgliedern und nahestehenden Stiftungen kommt der kontrollierende Aktionärskreis auf einen deutlich höheren Block. Eine Übersicht per Dezember 2025 nennt „Koo Kwang-mo and 29 related parties“ mit 65.598.735 Stammaktien beziehungsweise 42,54 % an LG Corp. Solche Datenquellen sind Sekundärquellen, aber sie passen zum bekannten Bild: keine absolute Einzelmehrheit, aber ein starker Kontrollblock, der mit koreanischer Konzernpraxis faktisch dominiert. (champsignal.com)
Positiv ist: Die Familie ist langfristig investiert. Sie denkt nicht in Quartalen, sondern in Generationen. Das kann bei Investitionen in Batterien, Fahrzeugtechnik, Klimatisierung, Plattformgeschäft, Chemie und Infrastruktur ein Vorteil sein. LG hat in der Vergangenheit gezeigt, dass man auch harte Portfolioentscheidungen treffen kann: Das Smartphone-Geschäft wurde aufgegeben, obwohl LG dort historisch prominent war. Das spricht eher für rationalere Kapitalallokation als für reines Prestige-Denken.
Negativ ist: Minderheitsaktionäre sitzen nicht am Steuer. Bei Familienholdings besteht immer das Risiko, dass Entscheidungen nicht primär auf kurzfristige Maximierung des Aktienkurses ausgerichtet sind. Dazu gehören konservative Ausschüttungen, komplexe konzerninterne Beziehungen, Beteiligungsrabatte, teure Zukunftsinvestitionen oder Transaktionen, die strategisch sinnvoll sein mögen, aber für außenstehende Aktionäre schwer zu bewerten sind. Bei LG Corp kommt zusätzlich der klassische Holdingabschlag hinzu: Du kaufst nicht direkt die operativen Assets, sondern einen kontrollierten Beteiligungskorb.
Ein weiterer Punkt ist die südkoreanische Erbschaftsteuer. Südkorea hat sehr hohe Erbschaftsteuern; bei großen Familienunternehmen kann das Nachfolgeentscheidungen, Aktienverkäufe, Dividendenbedarf und Umstrukturierungen beeinflussen. Die LG-Erben verloren 2024 auch einen Steuerstreit über die Bewertung geerbter LG-Anteile; der Kontext war eine hohe Steuerlast nach Koo Bon-moos Tod. Für Anleger ist das kein akutes operatives Problem, aber es erklärt, warum koreanische Familienkonzerne manchmal sehr spezielle Kapitalmaßnahmen, Stiftungsstrukturen oder Anteilsverschiebungen vornehmen. (Wall Street Journal)
Meine Einschätzung mit Blick auf die Aktie: Die Familienkontrolle ist bei LG eher ein stabilisierender als ein zerstörerischer Faktor. LG wirkt governance-seitig geordneter als manche andere Chaebol-Gruppen. Die Koo-Familie hat nach außen den Ruf, vergleichsweise leise, langfristig und weniger öffentlich zerstritten zu agieren. Der aktuelle Erbstreit beschädigt dieses Bild etwas, aber er hat bisher nicht zu operativer Instabilität geführt. Für LG Corp ist die Familie zentral, weil dort die Kontrolle gebündelt ist. Für LG Electronics ist der Einfluss indirekter, aber trotzdem relevant, weil LG Corp als Großaktionär und Konzernholding die Richtung vorgibt.
Für einen Aktionär heißt das: LG ist kein aktivistischer Value-Case westlicher Prägung, bei dem man schnell auf aggressive Ausschüttungen, Spin-offs oder radikale Shareholder-Return-Programme setzen sollte. Es ist eher ein kontrollierter Familienkonzern mit langfristigem Industriefokus. Das kann über 10 bis 15 Jahre gut sein, wenn die Familie Kapital vernünftig allokiert. Es kann aber auch bedeuten, dass der Markt dauerhaft einen Abschlag vergibt, weil Kontrolle, Transparenz und Minderheitsaktionärsrechte nicht auf US- oder UK-Niveau liegen.
Kurz gesagt: Die Familie Koo ist für LG eher Qualitätsmerkmal mit Governance-Abschlag. Stabilität ja. Langfristigkeit ja. Aber keine volle Gleichrichtung mit freien Aktionären. Genau deshalb würde ich LG Corp nur kaufen, wenn der Holdingabschlag und die Dividendenrendite attraktiv genug sind. LG Electronics würde ich stärker operativ bewerten; dort zählt weniger die Familiengeschichte, sondern ob Hausgeräte, HVAC, Vehicle Solutions und Plattformgeschäft die schwächeren Bereiche dauerhaft kompensieren.
Autor: ChatGPT


