Hypoport - Kurschancen mit dem Finanzvertrieb 2.0

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eröffnet am: 27.07.13 13:39 von: Scansoft Anzahl Beiträge: 31729
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22.01.26 07:59 #31476 KI-Artikel in der FAZ
Kurssturz für Hypoport
Von Christian Siedenbiedel, Frankfurt

Die Aktie des Unternehmens, das unter anderem Baukredite vermittelt, hat deutlich verloren. Sind das Kaufkurse für Anleger?

Es gibt immer mal einzelne Aktien, die aus dem täglichen Auf und Ab der Börsen deutlich ausbrechen. In den vergangenen Tagen gehörte das Papier von Hypoport dazu. Allein am Dienstag gab der Aktienkurs mehr als 16 Prozent nach, am Mittwoch folgten dann im Handelsverlauf noch einmal 4,3 Prozent. Am Ende kostete das Papier, das in früheren Jahren unter anderen Umständen für mehr als 600 Euro und zum Jahresbeginn immerhin noch für knapp 130 Euro gehandelt worden war, weniger als 100 Euro. „Hypoport crasht nach Zahlen“, hieß es in Marktberichten.
Was steckt dahinter? Und: Sind das womöglich Kaufkurse für Anleger? Als Hauptgrund für den starken Kursrückgang wurden an den Märkten die schwachen Zahlen im Baufinanzierungsgeschäft zum Jahresende 2025 genannt. Diese bereiteten offenkundig Sorgen.
Die Aktie der Hypoport SE mit Sitz in Lübeck, früher Berlin, ist im Nebenwerteindex S-Dax notiert. Zwischenzeitlich war sie sogar mal in den M-Dax der mittelgroßen Werte aufgestiegen, kehrte später aber wieder zurück. Das Unternehmen ist eng mit dem Namen Ronald Slabke verbunden. Der Betriebswirt, Jahrgang 1973, der vom Kreditvermittler Dr. Klein kam, ist Vorstandsvorsitzender und größter Einzelaktionär. Entstanden ist das Unternehmen durch eine Zusammenführung von Dr. Klein und der Internetplattform Europace. Es hat im Laufe der Zeit aber weitere Geschäftsbereiche entwickelt und fungiert heute als Holding für dieses Geschäft.
Insgesamt beschäftigt die Gruppe nach Unternehmensangaben mehr als 2000 Mitarbeiter. Sie bezeichnet sich selbst als „Netzwerk von Technologieunternehmen für die Kredit- und Wohnungs- sowie Versicherungswirtschaft“. Sie gruppiert sich in drei operative Segmente: Plattformen für Immobilien und private Baufinanzierung, sonstige Finanzierungsplattformen und Versicherungsplattformen. Die Plattform Europace gehört zum ersten Segment.
Auf der Plattform Europace wurden den Quartalszahlen zufolge im Zeitraum von Oktober bis Dezember rund ein Prozent weniger private Immobiliendarlehen vermittelt als im Vorjahreszeitraum. Das scheint Auslöser für die erheblichen Kursverluste gewesen zu sein. Offenbar gab es Spekulationen, dass sich das private Baufinanzierungsgeschäft in Deutschland insgesamt schlechter entwickeln könnte als bislang gedacht. Das muss aber nicht stimmen. „Generelle Probleme mit Baufinanzierungen sind mir nicht bekannt“, sagte Reinhard Pfingsten, Chefanlagestratege der Deutschen Apotheker- und Ärztebank in Düsseldorf.
Der Markt für Baufinanzierungen in Deutschland hatte in der Phase nach dem Zinsanstieg mit den fallenden Hauspreisen in Deutschland erheblich gelitten. Das bekam auch Europace zu spüren. In letzter Zeit hatte sich der Markt aber eher etwas normalisiert. Die Preise waren überwiegend wieder gestiegen, das Volumen der Baufinanzierungen zog wieder an. Für das Gesamtjahr 2025 berichtete Hypoport denn auch von einer Zunahme der über Europace vermittelten privaten Immobiliendarlehen um 13 Prozent auf rund 74,8 Milliarden Euro. Mehrfach tauchte in der Kommunikation des Managements zudem der Begriff „Rekordjahr 2026“ auf. Was die Börsianer beunruhigte, war also vor allem das letzte Quartal 2025, weil befürchtet wurde, der Trend könnte sich umgekehrt haben.
Treiber des Geschäfts waren Kredite für den Kauf von Bestandsimmobilien sowie für Neubauten. Auch Refinanzierungen entwickelten sich von sehr niedrigem Niveau aus positiv. Deutlich schwächer blieb hingegen die Nachfrage nach Finanzierungen für energetische Sanierungen. Besonders robust zeigte sich das Geschäft mit Genossenschaftsbanken und Sparkassen. Hier gab es selbst im vierten Quartal Zuwächse. Insgesamt sank das vermittelte Volumen im Schlussquartal jedoch auf 17,7 Milliarden Euro. Mit Privatbanken verzeichnete man im Gesamtjahr hingegen keine Zuwächse.
Die Deutsche Bank hatte die Aktie im November in einer Analyse näher untersucht und kam zu einer klaren Kaufempfehlung. Damals kostete das Papier 112,60 Euro, als Kursziel wurden 318 Euro ausgegeben. „Wir bevorzugen Hypoport weiterhin unter anderem aufgrund des strukturellen Wachstums“, schreiben die Analysten Thomas Rothaeusler, Mengxian Sun und Olivia Pulvermacher. „Wir bekräftigen unsere Anlagethese und betrachten die aktuelle Bewertung als attraktive Kaufgelegenheit.“
Die Analysten verweisen darauf, dass Hypoport von dem anziehenden deutschen Immobilienmarkt profitieren dürfte und dass das Unternehmen versuche, den Erfolg aus diesem Geschäft auf den Versicherungsmarkt zu übertragen. Als größte Abwärtsrisiken nennen sie die Möglichkeit, dass sich die Hypothekarkreditvergabe deutlich verlangsamen könnte, dass das Unternehmen durch den Wettbewerb Marktanteile verlieren könnte, dass es technische Schwierigkeiten in der Umsetzung der Pläne geben könnte oder dass Preise für Wohnimmobilien in Deutschland wieder fallen könnten.  

Bewertung:

22.01.26 08:27 #31477 Risiko das Immobilienpreise
fallen könnten.. wow das nennt man also Analyse  
22.01.26 08:58 #31478 Das "Problem"
von Hypoport ist derzeit, dass man historisch stark auf der Postbank/DB AG beruhte (glaube die Postbank war der erste Großkunde). Deren Rückzug vom Baufimarkt führt dazu, dass man nur noch marginal Marktanteile gewinnt und halt nicht 10% über den Markt wächst, sondern nur noch 2-3% schneller. Das ändert sich wieder, wenn sich das Geschäftsvolumen der DB AG stabilisiert. Parallel wird 2026 "rudi" bei den Sparkassen eingeführt, an dem Hypoport ja schon seit 2022 mitarbeitet. Das dürfte bei den Sparkasse das Baufi Volumen beschleunigen. Wahrscheinlich ist man 2027 wieder "on Track" was Marktanteilgewinne anbetrifft, dann kommt auch noch die Refinizierungswelle. Das Europace Kunden verliert, ist jedenfalls nicht der Fall.
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22.01.26 10:56 #31479 Rudi läuft schon seit knapp
2 Jahren bei uns im Norden. Wird aber immer noch dran geschraubt und gefeilt.

Wichtiger ist das unsere Banken regulativ befreit werden. Das wäre der schnellste und einfachste Hebel. Und Kosten tut er auch nichts  
26.01.26 15:47 #31480 Banken regulativ befreien
Kosten tut's auch nix?

Das ist eine Frage der Perspektive.
Man hat ja Banken rund 30 Jahre lang regulativ befreit bis 2008.
Wenn man den dann entstandenen Schaden auf die einzelnen Jahre runterbricht sind es nur noch harmlose 600 Milliarden p.a. , die so an allgemein-Kosten zu verbuchen wären.  
26.01.26 16:47 #31481 naja,
wenn für die Deutsche Bank aufgrund hoher Eigenkapitalanforderungen die Vergabe von Immobilienkrediten in Deutschland zugunsten irgendwelcher anderen Anlagen unattraktiv wird, läuft schon irgendetwas schief.

Und es ist natürlich besonders ärgerlich, dass sich der Hypoport-Kurs aufgrund dieser Tatsache seit letztem Sommer halbiert hat.  Man muss ja auch bedenken, dass das jetzt weggefallene Starpool-Transaktionsvolumen teilweise gar nicht zum Hypoport Gewinn beigetragen hat und erst seit einer Änderung in der Regulierung 2024 vollständig Hypoport zugerechnet wird. Insofern finde ich die Interpretation es handle sich um Marktanteilsverluste auch schwierig.  
26.01.26 16:55 #31482 Hypoport hat ja noch ein paar
Hebel. Man muss jetzt die Marktanteilsgewinne im Spk Bereich und Genobereich beschleunigen und halt mal sichtbaren Fortschritt im Versicherungsbereich machen.
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27.01.26 12:44 #31483 Kurzfristig
ist das Q4 Ergebnis und vor allen der Ausblick 2026 für den Kurs entscheidend. Slapke hat ja bereits ein Rekordebit angedeutet. Sollte der Ausblick jetzt darunter liegen, wird es weiter ungemütlich. Ich vermute stark, dass die Shorties auf eine Abkühlung des  Immomarktes wetten.
 
28.01.26 19:55 #31484 Wie vermutet
entwickelt sich das Marktvolumen im Januar bisher leicht rückläufig.

https://www.dashboard-deutschland.de/indicator/...category=wohnen_bau  
29.01.26 11:05 #31485 Bravo: wieder zweistellig!
Ein herzliches Dankeschön an das Management.  

Bewertung:

29.01.26 11:09 #31486 familiengeführte Unternehmen
Genau das ist eins der Probleme von familiengeführten Unternehmen: Misserfolge ziehen keine Konsequenzen nach sich.  

Bewertung:
1

29.01.26 11:25 #31487 @chase
du laberst wirklich BS, Misserfolge familiengeführter Unternehmen führen zur ultimativen Konsequenz, dem Vermögensverlust.  
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29.01.26 12:23 #31488 @Freisetzung
Aber bezüglich Freisetzung stimmt sein Argument! Sollte der Firmeninhaber sich in eine Richtung verrennen, hat man weniger Spielraum dem Herr zu werden.  
29.01.26 12:36 #31489 Bzgl Verrennen muss
man den Sachverhalt erstmal einordnen:

Europace: Der Markt ist ja faktisch zwischen Europace und Interhyp bei Banken und freien Vertrieben verteilt. Europace kann nur noch über Genobanken und Sparkassen wachsen, was aber bekanntlich dauert. Die Tatsache, dass der größte Bankpartner seine Volumen deutlich reduziert, kann man RS ja nicht vorwerfen.

Value AG: Da ist einiges schief gelaufen und es hat viel Geld gekostet, aber in Integration einer Bewertungeinheit in Europace erhöht den Mehrwert der Plattform ingesamt deutlich.

Wohnungswirtschaft: Hier hat man m.E. alles richtig gemacht und baut über die stark wachsende ERP Plattform gerade ein digitales Ökosystem in der Wohnungswirtschaft auf. REM Capital und fundingport hängen an der Binnenwirtschaft und die ist leider immer noch mehr tot als lebendig.

Versicherungen: Größte Baustelle, hier hat man 200 Mill. für M&A ausgegeben und der ROI ist aktuell nicht erkennbar. Positiv ist die Fokussierung auf die einzelnen Segmente. Aber bislang sehe ich hier seit Jahren wenig Fortschritte. JDC (ich weiss, kein direkter Konkurrent) hat hier eine ganz andere Dynamik. Zudem wurden von RS Kooperationen mit größeren Marktplayern angekündigt, hier ist bis auf Clark aber bislang nichts passiert. Aber der Markt preist das Segement ja eh derzeit aus.  
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29.01.26 14:17 #31490 BS
Die inhaltlichen Analysen von Scansoft empfinde ich immer als sehr hilfreich. Danke.

Aber ich möchte noch einmal zurück zu dem BS-Thema:
Vielleicht mag jemand mir einmal das Unternehmen nennen, das ohne Veränderungen im Topmanagement einen Rückgang in der Marktkapitalisierung von 4,5 Milliarden auf weniger als 700 Millionen verkraftet hat. Mir will partout keins einfallen.33570613  

Bewertung:

30.01.26 17:26 #31491 Shortquote steigt
30.01.26 17:58 #31492 O Gott,
wo soll das alles noch hinführen?
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31.01.26 10:57 #31493 @31492 Scan
Mindestens in die Zweistelligkeit!  
31.01.26 11:00 #31494 Da sind
wir ja schon.
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31.01.26 14:33 #31495 _
Hypoport ist immer noch in den Top 20 Aktien mit der höchsten Shortquote.

https://www.stockstreet.de/boersen-tools/short-positionen-detektor

Der Kursverfall ist schon extrem. Bei der Marktkapitalisierung sind wir schon unter 700 Mio. Euro.
Die ING hat 2008 allein für Interhyp 400 Mio. Euro bezahlt.


 
01.02.26 15:53 #31496 Quant-Fonds
Bei den shortsellern sind ja inzwischen mehrere Quant-Fonds dabei. Die sind ja in der Regel rein datengetrieben. Die sehen eine Aktie im Abwärtstrend, dazu die Fundamentals: 2016-2019 Ertragsschwäche, dann ein Corona-Hype mit anschließendem Absturz und seitdem keine stetige Erholung.

Was die nicht sehen ist die enorme Innenfinanzierungskraft durch Europace und dass 2023 ohne diesen Besserungsschein tatsächlich der Tiefpunkt gewesen wäre.
 
02.02.26 10:25 #31497 Mal schauen, unter
90 könnten die Shorties des Kurs noch bringen, so wie es derzeit ausieht.  Spätestens dann ist Hypoport auch nicht mehr Growth sondern als Value Aktie bewertet.  
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02.02.26 10:38 #31498 80€ oder tiefer
Management versagen auf ganzer Ebene.

Katastrophale Kapitalmarkt Kommunikation.

Shortseller haben hier leichtes Spiel, ein Selbstläufer. Einem weiteren Kurseinbruch wird das Management nichts entgegensetzen. Der Aktienrückkauf ist ausgelaufen und hatte keine Wirkung. Ein neuer Aktienrückkauf ist nicht angekündigt, und selbst wenn, ist fraglich, ob er dann mit Einzug der zurückgekauften Aktien erfolgen wird.

Was könnte das Management proaktiv tun?

- Einen neuen Aktienrückkauf direkt am Markt durchführen, ohne die Floskel der späteren Ausgabe der zurückgekauften Aktien an Mitarbeiter.
- Direkte Insiderkäufe vom Management am Markt tätigen. Dies würde Vertrauen schaffen und in der aktuellen Krise Hoffnung auf Stabilisierung des Geschäfts geben.

Da beides mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erfolgen wird, wird der Kurs weiter fallen.

Offensichtlich hat das Management ein Interesse daran, dass der Kurs weiter fällt. Fragt ihr euch warum? Nun, wenn es nicht so wäre, würden die Verantwortlichen die oben genannten Punkte aufgreifen. Nichts davon ist in Reichweite.

Denkt euch euren Teil.  
02.02.26 10:45 #31499 nur noch
96€ übrig

Die Blase platzt und Hypoport schweigt.

Köstlich  
02.02.26 10:46 #31500 Wo der Kursverfall
endet kann ja leider niemand vorhersagen. Ein Aktienrückkaufprogramm soll den Kurs ja auch nicht stabilisieren oder hochkaufen. Das Management ist schon sehr hoch beteiligt, sehe daher auch keinen Anlass für Insiderkäufe. Glaube weiterhin, dass wir bei einem dauerhaften Kursniveau unter € 100 weitere ARP sehen werden, weil Hypoport kein Geld in M&A investiert und die Bilanz es zulässt.
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