Mit der Polizei hat die Fifa nicht gerechnet. Aber es ist möglich, dass Präsident Blatter das Einschreiten des Staates sogar als Erfolg deuten wird. Jack Warner, der frühere Fifa-Vizepräsident und einer der ranghöchsten Beschuldigten, hat sich in Trinidad und Tobago den Behörden gestellt.
Leere Stühle am Kongress
Auch wenn die Fifa versuchen wird, ihren Kongress am jüngsten Aufruhr vorbeizunavigieren, werden leere Stühle von den Festnahmen zeugen. Webb und Figueredo werden dem Kongress zwangsläufig fernbleiben und nicht ganz vorne Platz nehmen, also auf dem Podium, wo sich die Mitglieder des Exekutivkomitees niederlassen. Es ist auch nicht davon auszugehen, dass Eduardo Li mit den gegebenen Vorzeichen in die Exekutive wählbar ist. Und es fragt sich auch, wer aus Venezuela und Costa Rica für welchen Kandidaten die Stimme abgeben wird.
Die Fifa wird sich um einen ruhigen Kongress bemühen und vermutlich den Präsidenten Joseph Blatter im Amt bestätigten. Aber ihre dunklen Geister wird sie so schnell nicht los, auch wenn die mutmasslichen (Korruptions-)Vorgänge abermals Erdteile betreffen, die von Europa und Zürich weit entfernt sind.
http://www.nzz.ch/zuerich/fifa-korruptionsskandal/...eiben-1.18550290
----------- "Wir leben Zürich und Bangkok" |