http://www.welt.de/wirtschaft/article121912846/...ums-Ueberleben.html
"(...) E.on will "grüner und besser" sein
Der nach Umsatz größte deutsche Energiekonzern setzte in der Vergangenheit stark auf Nuklear-Energie. Noch heute betreibt E.on in Deutschland und Schweden sechs Atomkraftwerke. Auf Atomausstieg und Energiewende reagierte Konzernchef Johannes Teyssen bereits ab 2010 mit einer Doppelstrategie: Rückzug aus Deutschland und Europa, zugleich starker Ausbau der erneuerbaren Energien.
Die Konzernstrategie trägt seither das Motto "cleaner and better energy" und sieht die "Transformation zu einem globalen, spezialisierten Anbieter von Energielösungen" vor. Das klingt schwammig, ist aber mit harten Maßnahmen hinterlegt. So wird in Europa kein Geld mehr in neue Großkraftwerke investiert. Auch die weit fortgeschrittenen Pläne zum Bau von Atomkraftwerken in Großbritannien wurden wieder eingestampft.
Dafür kommt das Geschäft mit dezentralen Energie- und Energieeffizienzlösungen voran: Allein im deutschen Markt macht E.on inzwischen nahezu einer Milliarde Euro Umsatz mit diesem Kernbereich der Energiewende. Allein im ersten Halbjahr 2013 wurden in Deutschland 35 Kleinanlagen, zum Beispiel hoch effiziente Blockheizkraftwerke mit Kraft-Wärme-Kopplung in Betrieb genommen, die nächsten 70 Anlagen sind bereits im Bau. Mit einer installierten Leistung von knapp 800 Megawatt gehört E.on zu den führenden Kräften der dezentralen Energieversorgung im deutschen Markt.
Deutschland-Geschäft verliert an Bedeutung
Weil das deutsche Geschäft damit kleinteilig und tendenziell margenschwach wird, setzt E.on zugleich auf Expansion außerhalb Europas, wo die Stromnachfrage noch steigt. Neue Kraftwerke und Vertriebe in Ländern wie Brasilien, Russland und Türkei sollen schon Ende 2015 ein Viertel des Konzerngewinns einspielen. In der Türkei hat E.on bereits neun Millionen Kunden, ein Drittel mehr als in Deutschland.
Zugleich entwickelt E.on weltweit die ertragreichsten Standorte für erneuerbare Energien. Während in Europa fossile Kraftwerke stillgelegt werden, kommen weltweit jährlich rund 500 Megawatt an erneuerbaren Energien hinzu.
In den USA betreibt E.on bereits 17 Windparks, darunter den weltweit größten Onshore-Windpark der Welt, Roscoe in Texas. Insgesamt ist E.on bereits der weltweit achtgrößte Betreiber von Windkraftanlagen an Land und der drittgrößte Betreiber von Offshore-Windkraftanlagen."(...) |