WOCHENAUSBLICK: Weiter sehr hohe Nervosität am Aktienmarkt erwartet
Datum: 05.08.07 Uhrzeit: 10:05
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die hohe Nervosität an den Aktienmärkten dürfte auch in der kommenden Woche spürbar bleiben und zu kräftigen Kursausschlägen führen. Marktstrategen rechnen mit anhaltenden Ängsten unter den Investoren, dass sich die Krise am US-Markt für zweitklassige Kredite (subprime) weiter verschärfen und außer der IKB noch mehr deutsche Banken betroffen sein könnten. Die weiterhin auf Hochtouren laufende Quartalsberichterstattung deutscher Unternehmen könnte darüber sogar in den Hintergrund rücken.
'Im Moment ist es extrem schwer einzuschätzen, wohin der DAX laufen könnte', sagte Stratege Michael Köhler von der LBBW. 'Im Falle weiterer negativer Nachrichten zum subprime-Markt dürfte es kräftig abwärts gehen. Bleiben sie aus, sollten wir nächste Woche eine Erholung sehen', glaubt er. Seine Hoffnung liegt dabei auf den neuen Quartalsberichten, nachdem die bislang vorgelegten zwar nicht an das 'überragende erste Quartal' hätten anknüpfen können, aber dennoch 'weitgehend überzeugend' gewesen seien. Auch die Experten der Landesbank Berlin sind vorsichtig: 'Trotz der begonnenen Stabilisierung um die Marke von 7.400 Punkten in den letzten Tagen muss die aktuelle Kursschwäche noch nicht zwingend beendet sein', heißt es dort. 'Die Marktteilnehmer werden weiterhin sehr sensibel auf die Nachrichten aus dem Immoblien- und Finanzsektor reagieren, womit sich die hoch volatile Börsenphase zunächst weiter fortsetzen dürfte.'
In diesem Zusammenhang wird die am Dienstag anberaumte Sitzung der US-Notenbank Fed ein zentrales Ereignis sein. 'Von ihr erhoffen sich die Investoren zum einen eine aktuelle Einschätzung der Immobilienmarkt-Risiken und zum anderen Hinweise zur weiteren Leitzinsperspektive', so LBBW-Experte Köhler. Daher seien auch die ebenfalls am Dienstag anstehenden Daten zur US-Produktivität und den Lohnstückkosten sowie den Importpreisen am Freitag relevant, da die Inflationsperspektive Rückwirkungen auf den Handlungsspielraum der Fed in Sachen Zinssenkungen haben könnte.
Mit Blick auf die Berichtssaison am deutschen Markt wird am Montag unter den DAX-Konzernen zunächst die Münchener Rück mit ihren Quartalszahlen im Fokus stehen. Analysten erwarten nach dem Hochwasser in England und einem Sturm in Australien einen deutlichen Rückgang beim operativen Ergebnis des Rückversicherers. Die Halbjahreszahlen der Dresdner Bank dürften sich zudem auf die Konzernmutter Allianz auswirken. Zudem werden auch HeidelbergCement und QIAGEN über das abgelaufene Jahresviertel berichten.
Am Dienstag stellen erneut vor allem MDAX- und TecDAX-Unternehmen ihre Bilanzen vor, unter ihnen die Fraport AG und der Kosmetik-Konzern Beiersdorf . Zahlen legt auch das im Leitindex notierte Chemie- und Pharmaunternehmen Bayer vor. Der Konzern dürfte im zweiten Quartal dank eines florierenden Gesundheitsgeschäfts Umsatz und Ergebnis kräftig gesteigert haben.
adidas stehen am Mittwoch mit Zahlen zum zweiten Quartal auf der Agenda, die Deutsche Telekom , RWE , TUI und die Commerzbank am Donnerstag. Die Thyssenkrupp AG berichtet über ihr drittes Geschäftsquartal am Freitag. Im Blick stehen im Wochenverlauf zusätzlich Entscheidungen der EU-Kommission zu Übernahmevorhaben von E.ON , HeidelbergCement und LANXESS ./ck/he
---- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX-----
Quelle: dpa-AFX Schönen Sonntag! |