CH0009691608 - Berner Kantonalbank AG

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neuester Beitrag:  19.04.26 16:28
eröffnet am: 04.04.20 12:35 von: MrTrillion Anzahl Beiträge: 9
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04.04.20 12:35 #1 CH0009691608 - Berner Kantonalbank AG
Die Berner Kantonalbank steht schon seit geraumer Zeit auf meiner Watchlist. "Dank" Corona hat der Kurs sich südwärts bewegt zuletzt, doch vorerst bleibe ich auf der Seitenlinie. Anders als Grossbanken wie UBS oder Credit Suisse ist die Berner Kantonalbank zahlentechnisch recht gut aufgestellt. Bekannt ist sie u.a. für ihre OTC-Plattform, auf der nichtkotierte Nebenwerte gehandelt werden: www.otc-x.ch . Die Dividendenrendite liegt bei 4,2%, zudem ist man mit einem Investment währungstechnisch solide in den Schweizer Franken investiert.

Einen ersten Eindruck über diese Aktie kann man sich auch bei der Bank selbst verschaffen:
www.bekb.ch/privatkunden/geld-anlegen/...achhaltige-dividendenpolitik
bzw. Kurzlink: bit.ly/2UHDwaE

Vielleicht eine interessante kleine Beimischung, neben dem eh schon laufenden Etf "MSCI Switzerland"?

Mal schauen.  
04.04.20 18:20 #2 Aktionärsstruktur
Die Aktionärsstruktur der Berner Kantonalbank liest sich so solide, wie man es sich von den Schweitzern erwartet, s. Bild.

Auch die Daenaus dem Jahresbericht zeugen von einem zwar nicht spektakulären, aber stetigen Wachstum:
https://de.marketscreener.com/...-KANTONALBANK-AG-73882/fundamentals/ bzw. Kurzlink: bit.ly/2xKpwUH  

Angehängte Grafik:
aktion__re.jpg (verkleinert auf 99%) vergrößern
aktion__re.jpg
04.04.20 21:12 #3 Kampfansage an die Grossbanken:
"Die Berner Kantonalbank stellt in der Coronakrise ihren KMU-Kunden 50 Mio. Fr. zusätzliche Liquidität zur Verfügung, zinslos – eine Kampfansage an die Grossbanken."

Quelle: www.fuw.ch/article/...nalbanken-in-der-offensive-gratisgeld-fuer-kmu/
bzw. Kurzlink: bit.ly/2wTe35a  
11.04.20 17:20 #4 DE: Bankunden ersuchen um Zahlungsaufschub
Wenn das in der Schweiz auch in ähnlicher Form losgehen sollte, könnten sich bald interessante Einstiegsmöglichkeiten bei der Berner Kantonalbank ergeben, für langfristig Orientierte wie mich: https://www.onvista.de/news/...-beantragen-zahlungsaufschub-347699723  
26.04.22 20:56 #5 CH0009691608 - Berner Kantonalbank AG
Bisher hat die Berner Kantonalbank bei seinem Kernbankensystem mit einem grossen externern Partner zusammengearbeitet. Neu wird diese Aufgabe eine neugegründete Tochter übernehmen.
 
03.12.22 14:58 #7 CH0009691608 - Berner Kantonalbank AG
03.12.22 15:01 #8 CH0009691608 - Berner Kantonalbank AG
Kein genereller Hemmschuh, aber erwähnt sei auch das leidige Lagerungsthema aus diesem älteren Thread nochmal:
 
19.04.26 16:28 #9 CH0009691608 - Berner Kantonalbank AG

Die Berner Kantonalbank ist für mich per 17.04.2026 keine spektakuläre, aber eine ausgesprochen robuste Aktie: eine konservativ geführte Regionalbank mit starker Kapitalbasis, hoher Bilanzqualität, verlässlicher Ausschüttung und klar begrenztem Risikoprofil. Genau darin liegt aber auch die Einschränkung. Die BEKB ist eher ein defensiver Substanz- und Dividendentitel als eine Aktie mit grosser Gewinnfantasie. Wer hier einsteigt, kauft vor allem Stabilität, regionale Verankerung und Disziplin – nicht dynamisches Wachstum. Diese Einordnung passt auch zur Struktur der Bank: Der Kanton Bern hält 51,5 Prozent der Aktien, die Bank fokussiert ihr Geschäft auf Bern, Solothurn und angrenzende Wirtschaftsräume, betreibt keine Standorte im Ausland und begrenzt Auslandgeschäfte statutarisch. (BEKB - Geschäftsbericht 25)

Die Geschichte der Bank erklärt diesen Charakter ziemlich gut. Die Wurzeln reichen bis 1834 zurück; die Kantonalbank von Bern war damals die erste Kantonalbank überhaupt. 1991 entstand die heutige Berner Kantonalbank aus der Fusion der Kantonalbank von Bern mit der Hypothekarkasse des Kantons Bern. Nach der Immobilienkrise Anfang der 1990er Jahre musste die Bank saniert werden; 1993 wurden problematische Aktiven in die Dezennium-Finanz AG ausgelagert, und der Kanton Bern unterstützte die Sanierung mit insgesamt 1,45 Milliarden Franken. 1998 wurde die BEKB als erste Kantonalbank der Schweiz in eine privatrechtliche Aktiengesellschaft umgewandelt, 2000 folgte die Kotierung an der SWX Swiss Exchange. Wichtig: Die frühere Staatsgarantie wurde 2005 stark reduziert und fiel Ende 2012 endgültig weg. Wer die Aktie heute kauft, kauft also keine Bank mehr mit expliziter Staatsgarantie, sondern eine solide Bank mit Mehrheitsaktionär Kanton Bern. (Private – BEKB)

Operativ war 2025 ein gutes, aber nicht überragendes Jahr. Die BEKB erzielte 547,3 Millionen Franken Geschäftsertrag und 175,4 Millionen Franken Gewinn. Der Netto-Zinserfolg sank auf 376,7 Millionen Franken, wurde aber teilweise durch ein deutlich stärkeres Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft von 126,0 Millionen Franken abgefedert. Die Cost-Income-Ratio stieg auf 51,3 Prozent, was immer noch solide ist, aber zeigt, dass der Margendruck real ist. Die Bilanzsumme wuchs auf 42,977 Milliarden Franken, die Kundenausleihungen auf 31,944 Milliarden Franken und das Depotvermögen auf 22,971 Milliarden Franken. Besonders auffällig ist das Hypothekargeschäft: 28,347 Milliarden Franken der Kundenausleihungen waren Hypothekarforderungen, also knapp 89 Prozent des Kreditbuchs. Das ist typisch für eine Schweizer Kantonalbank und spricht für Stabilität, macht die BEKB aber auch stark abhängig vom Immobilien- und Zinsumfeld. Positiv ist die Kapitalseite: Die Gesamtkapitalquote lag bei 20,4 Prozent, die Kernkapitalquote bei 18,3 Prozent, die Leverage Ratio bei 6,7 Prozent. Auch Moody’s bewertet die Bank weiter mit Aa2 langfristig.

Die Dividendenqualität ist unbestritten. Für das Geschäftsjahr 2025 beantragte der Verwaltungsrat eine Erhöhung der Dividende von 10,40 auf 10,80 Franken je Aktie; das wäre die 30. Dividendenerhöhung in Folge. Die Ausschüttungsquote liegt bei 57,4 Prozent und damit sauber innerhalb der Zielspanne von 50 bis 70 Prozent. Das ist für Einkommensinvestoren attraktiv, aber man muss nüchtern bleiben: Beim Kurs von 393 Franken am 17.04.2026 ergibt das nur noch rund 2,75 Prozent Dividendenrendite. Die Aktie ist also längst nicht mehr die günstige Schweizer Dividendenbank, die sie noch vor dem Kursanstieg 2025 war.

Genau hier liegt der Knackpunkt der Bewertung. Ende 2025 stand die Aktie noch bei 309,50 Franken; bis zum 17.04.2026 war sie auf 393 Franken gestiegen, also um rund 27 Prozent in gut dreieinhalb Monaten. Auf dieser Basis lag die Bewertung bei rund 1,11-fachem Buchwert und rund dem 20,8-Fachen des unverwässerten 2025er Gewinns je Aktie von 18,9 Franken. Für eine regional fokussierte, defensiv geführte Bank mit grob gerechnet rund 5,3 Prozent Gewinn auf den ausgewiesenen Eigenmitteln ist das nicht billig. Anders gesagt: Die operative Qualität ist gut, aber der Markt bezahlt inzwischen einen deutlichen Sicherheits- und Knappheitsaufschlag. (BEKB - Geschäftsbericht 25)

Meine Kursziele sind deshalb zurückhaltend. Im Basisszenario sehe ich für die nächsten 12 bis 18 Monate einen fairen Bereich von etwa 390 bis 410 Franken. Das entspricht ungefähr 1,10- bis 1,16-fachem Buchwert und liegt damit sehr nah am Kursniveau vom 17.04.2026. In einem bullischen Szenario mit anhaltendem Qualitätsaufschlag, weiter wachsendem Anlage- und Kommissionsgeschäft und stabiler Immobilienlage halte ich etwa 445 Franken für erreichbar. In einem schwächeren Szenario, etwa bei weiterem Margendruck im Zinsengeschäft oder einer Normalisierung der Bewertungsaufschläge defensiver Banktitel, läge mein realistischer Rücklaufbereich eher bei 335 bis 355 Franken. Das sind ausdrücklich meine eigenen Bewertungsableitungen, keine fremden Analystenziele.

Für die nächsten 5 bis 15 Jahre bleibt die Aktie aus meiner Sicht interessant, aber nur unter einer Bedingung: Man darf von ihr nicht das Falsche erwarten. Die BEKB hat gute Chancen, langfristig eine verlässliche Dividenden- und Substanzaktie zu bleiben. Dafür sprechen die starke Kapitalisierung, die regionale Marktstellung, die konservative Kreditpolitik, die breite Verankerung bei Privatkunden und KMU, der Ausbau des Anlage- und Dienstleistungsgeschäfts sowie die seit Jahren verfolgte Nachhaltigkeitsstrategie. Die Bank selbst erwartet für 2026 trotz tiefem Zinsniveau ein Ergebnis auf Vorjahresniveau und will die Ertragsbasis weiter verbreitern. Das ist vernünftig, aber es ist kein Hochwachstumsprofil. Über 5 bis 15 Jahre traue ich der BEKB eher niedrige bis mittlere einstellige Gewinnzuwächse plus Dividende zu als grosse Sprünge. Der grösste Feind dieser Aktie ist deshalb wahrscheinlich nicht ein operativer Einbruch, sondern ein zu hoher Einstiegskurs. (BEKB - Geschäftsbericht 25)

Mein Fazit ist klar: Die Berner Kantonalbank ist ein qualitativ starkes, defensives Bankhaus und als Unternehmen höher einzuschätzen als viele klassische Regionalbanken. Die Aktie war auf tieferen Niveaus sehr attraktiv; bei 393 Franken am 17.04.2026 ist sie das nur noch eingeschränkt. Für bestehende Langfristaktionäre bleibt sie wegen der Stabilität und der Dividendenkontinuität ein sehr ordentlicher Titel. Für einen Neueinstieg ist sie auf diesem Niveau für mich eher eine Halte- als eine Kaufaktie. Das Unternehmen gefällt mir besser als die Bewertung. (finanzen.ch)

Autor: ChatGPT

 
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