AU0000219529 - Lottery Corporation Ltd

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neuester Beitrag:  19.04.26 21:56
eröffnet am: 19.04.26 21:55 von: MrTrillion3 Anzahl Beiträge: 2
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19.04.26 21:55 #1 AU0000219529 - Lottery Corporation Ltd

Auf der Suche nach interessanten Nischen in Ozeanien stieß ich vorhin auf dieses Unternehmen hier. Da es noch keinen Thread dazu gibt, eröffne ich mal mit ein paar ersten Infolinks: 

- Unternehmensseite 
Divvy Diary
- Marketscreener 
- Onvista-Kennzahlen 
- Yahoo Finance 

Eine erste Einschätzung der KI folgt im nächsten Beitrag. 

 
19.04.26 21:56 #2 AU0000219529 - Lottery Corporation Ltd

Stand 17.4.2026 halte ich The Lottery Corporation (ASX: TLC, ISIN AU0000219529) für ein qualitativ starkes, sehr defensives Unternehmen, aber nur für eine mäßig attraktive Aktie. Das Geschäft ist klar und ökonomisch gut verständlich: TLC wurde am 23. Mai 2022 von Tabcorp abgespalten und bündelt heute unter The Lott und Keno die großen australischen Lotterie- und Keno-Marken wie Powerball, Oz Lotto, TattsLotto und Keno. Verkauft wird im Wesentlichen in ganz Australien außer Westaustralien über tausende Verkaufsstellen sowie digital; die regulatorischen Laufzeiten reichen je nach Markt von 2028 in Victoria bis 2050, 2052 oder 2072 in anderen Regionen. (thelotterycorporation.com)

Genau darin liegt die Stärke dieses Unternehmens. Lotterien sind kein Modegeschäft, sondern ein reguliertes Massenprodukt mit kleinen Einsatzgrößen, starker Markenbindung, stabilen Gewohnheiten und sehr hohen Eintrittsbarrieren. Nach Unternehmensangaben ist der australische Lotterie- und Keno-Markt von 4,7 Mrd. AUD im FY05 auf 9,8 Mrd. AUD im FY25 gewachsen; zugleich lag die durchschnittliche Restlaufzeit der Lizenzen zuletzt bei 24 Jahren. Meine Einschätzung ist deshalb: Das ist ökonomisch näher an einer gebührenähnlichen Infrastruktur mit Konsumcharakter als an einem klassischen zyklischen Glücksspielwert. (My ASP.NET Application)

Fundamental sieht das ordentlich aus, wenn man die Jackpot-Zyklen sauber einordnet. FY24 war ein Rekordjahr mit 3,9966 Mrd. AUD Umsatz, 770,6 Mio. AUD EBITDA, 414,0 Mio. AUD NPAT und 18,6 Cent Gewinn je Aktie. FY25 fiel nach dem außergewöhnlich jackpotstarken Vorjahr auf 3,7489 Mrd. AUD Umsatz, 749,3 Mio. AUD EBITDA vor Sondereffekten, 365,5 Mio. AUD NPAT vor Sondereffekten und 16,4 Cent EPS zurück; die ordentliche Dividende stieg trotzdem auf 16,5 Cent je Aktie. In 1H26 folgte laut Gesellschaft die jackpotschwächste Jahreshälfte seit der Abspaltung: Umsatz 1,815 Mrd. AUD plus 2,0 Prozent, EBITDA 367,0 Mio. minus 0,7 Prozent, NPAT 173,3 Mio. minus 1,4 Prozent, EPS 7,8 Cent und Interimdividende 8,0 Cent. Das ist kein Wachstumssprung, aber ein klarer Beleg für hohe Widerstandsfähigkeit selbst in einem ungünstigen Jackpot-Umfeld. (announcements.asx.com.au)

Operativ gibt es trotzdem Hebel. Die digitale Quote der Lotterieumsätze stieg von 40,9 Prozent in FY24 auf 41,2 Prozent in 1H26, obwohl die Jackpot-Lage schwach war; genau dieser Kanal ist margenstärker und strategisch wichtig. Dazu kamen eine gut angenommene Saturday-Lotto-Preisänderung mit 103 Prozent Preisretention, eine Powerball-Preisanpassung im November 2025 und eine geplante Set-for-Life-Auffrischung im September 2026. Mit Wayne Pickup kam Ende 2025 zudem ein CEO mit viel internationaler Lotterieerfahrung, und im März 2026 hat TLC die Organisation ausdrücklich auf die drei Einheiten Lotteries, Digital und Keno umgestellt, um Wachstum und digitale Monetarisierung zu beschleunigen. (announcements.asx.com.au)

Die Risiken sind aber real und man darf sie nicht wegerzählen. Der größte Punkt für die Aktie ist die Victorian Public Lottery Licence, die im Juni 2028 ausläuft; operativ ist das die einzige wirklich große mittelfristige Lizenzfrage. Zweitens gibt es 2026 regulatorischen Druck auf Online-Keno: Die australische Bundesregierung hat Ende Februar 2026 einen Review veröffentlicht, der unter anderem ein Kreditkartenverbot für Online-Keno und Foreign-Matched-Lotteries sowie Werbebeschränkungen für Online-Keno empfiehlt; weitere Konsultationen und zusätzliche Forschung sollen folgen. Das trifft nicht das klassische Lotterie-Kerngeschäft frontal, erhöht aber die Unsicherheit im Online-Keno-Teil des Konzerns. (announcements.asx.com.au)

Bilanzseitig ist TLC solide, aber nicht ultrakonservativ. Zum 31. Dezember 2025 lag der Net-Debt/EBITDA-Wert bei 3,0x und damit am unteren Ende der Zielspanne von 3,0x bis 4,0x; das Unternehmen wies 2,2417 Mrd. AUD Nettoverschuldung und 2.225,8 Mio. Aktien aus. Das materielle Buchwertbild ist negativ: Die NTA je Aktie lag bei minus 1,14 AUD, inklusive Lizenzen bei minus 0,86 AUD. Das ist bei diesem Geschäftsmodell für mich kein K.-o.-Kriterium, weil der ökonomische Kern gerade in den Lizenzen, Marken und sonstigen immateriellen Rechten steckt, nicht in Fabriken oder Grundstücken. (company-announcements.afr.com)

Die Aktie selbst ist aus meiner Sicht der schwierigere Teil der Geschichte. Beim Schlusskurs von 5,63 AUD am 17. April 2026 kommt TLC auf rund 12,53 Mrd. AUD Börsenwert. Auf Basis von FY25 entspricht das etwa dem 34,3-fachen Gewinn, auf annualisierter 1H26-Basis sogar rund dem 36-fachen Gewinn; EV/EBITDA liegt grob bei 19,7 bis 20,1, die laufende Bardividendenrendite bei nur etwa 2,9 Prozent. Für ein herausragendes, aber aus meiner Sicht eher niedrig bis mittelhoch einstellig wachsendes Unternehmen ist das sportlich. Mein 12- bis 18-Monats-Basiskursziel liegt deshalb nur bei 5,80 AUD. Im bullischen Szenario – stärkere Normalisierung der Jackpot-Aktivität, weitere Digitalmargen und klare Fortschritte bei der Victoria-Perspektive – sehe ich etwa 6,80 AUD. Im bearischen Szenario – regulatorisch härterer Keno-Rahmen oder schwächere Lizenzwahrnehmung – eher 4,50 AUD. (finance.yahoo.com)

Für die nächsten 5 bis 15 Jahre ist meine Einschätzung zweigeteilt. Als Unternehmen traue ich The Lottery Corporation weiterhin eine gute Zukunft zu: lange Lizenzen, starke Marken, Preissetzungsspielräume, wachsende Digitalisierung und ein bewährtes Cashflow-Modell sprechen dafür, dass der Konzern auch in einem schwierigeren Konsumumfeld weiter Geld verdienen wird. Als Aktie erwarte ich von heute aus aber eher einen soliden Cash-Compounder als einen großen Kursvervielfacher. Ohne eine klare Neubewertung oder überraschend starkes Wachstum ist TLC für mich daher vor allem ein Qualitätswert, bei dem die Bewertung Disziplin verlangt. Ein seriöses 10- oder 15-Jahres-Punktkursziel würde ich nicht nennen, weil dafür die Lizenz- und Regulierungsfragen – vor allem Victoria – zu weit in die Zukunft reichen. Unterm Strich ist The Lottery Corporation für mich ein ausgezeichnetes Unternehmen, aber auf dem Kursniveau vom 17.4.2026 nur eine faire bis leicht teure Aktie. (My ASP.NET Application)

Autor: ChatGPT

 
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