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Mit sechs goldenen Regeln laufende Erträge bei Anleihen erzielen
27.07.17 10:01
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Die Anleiherenditen stiegen zuletzt nicht so stark wie erwartet. Doch nach wie vor sollte kein Anleger, der laufende Erträge will, auf Anleihen verzichten - davon ist Chris Iggo, CIO von AXA Investment Managers (AXA IM), überzeugt.
Niveau und Richtung der Anleiherenditen würden vom langfristigen Wirtschaftswachstum abhängen. Für den Fixed-Income-Experten erkläre das die derzeit hartnäckig niedrigen Renditen - zumindest zu einem großen Teil. "Durch die sich anhaltend bessernde Konjunktur dürften sowohl das nominale BIP-Wachstum als auch die Anleiherenditen nicht mehr weiter fallen. Dennoch sollten Anleger jetzt keinen starken Renditeanstieg erwarten", warne Iggo.
Zwar sprächen das erwartete weltweit synchrone Wachstum, die Aussicht auf höhere Staatsausgaben in den USA, die geplante restriktivere Geldpolitik der FED und mehr Inflation für höhere Renditen. "Wenn aber das nominale Wachstum langfristig nicht steigt, dürften auch die Renditen nur begrenzt anziehen", fahre Iggo fort.
Investoren sollten seiner Ansicht nach darüber nachdenken, was die Anleihemärkte heute bereits zu bieten htten - und wie sie sich in Zukunft aufstellen könnten: "Wichtig sind Kapitalerhalt, laufende Erträge, Chancen auf attraktive Gesamterträge und Diversifikation für den Fall, dass das aktiengetriebene Wachstum enttäuscht. Anleihen können des Anlegers bester Freund sein."
Die sechs folgende goldene Regeln des Experten sollten Anlegern helfen, mit Anleihen laufende Erträge zu erzielen.
1. Realistische Ziele setzen
Was die richtige Strategie für einen Anleger sei, hänge von seiner Risikobereitschaft ab. Diese bestimme den maximalen laufenden Ertrag in seinem Anlagezeitraum. "Als erstes muss man sich für einen Investmentansatz entscheiden", meine Iggo. Dieser sollte sich nach einem realistischen Ziel für den laufenden Ertrag richten - und danach, wann der Anleger das investierte Kapital wieder benötige.
Darüber hinaus sei der Anlagezeitraum wichtig für die Durationsentscheidung. "Können Sie zehn Jahre auf Ihr Kapital verzichten, oder brauchen Sie es schon in sechs Monaten zurück? Davon hängt ab, wie volatil Ihre Anlage im Verhältnis zum benötigten laufenden Ertrag sein darf", erkläre Iggo.
2. Diversifikation der Renditequellen
"Diversifikation der laufenden Erträge kann bedeuten, in alle möglichen Assetklassen zu investieren: in Staats- und Investmentgrade-Anleihen ebenso wie in High Yield aus Industrieländern und Emerging Markets weltweit. Weitere Möglichkeiten sind Infrastrukturanleihen und REITs", so Iggo.
Diversifikation könne auf Assetklassen- und Einzelwertebene stattfinden. "Ein gut diversifiziertes Anleihenportfolio kann 100 bis 120 Einzelpositionen enthalten, mit Anleihen aus Sektoren mit einem besonders guten Risiko-Ertrags-Profil. Zurzeit sind das Emerging-Markets-Anleihen, High Yield und Unternehmensanleihen aus dem Finanzsektor", fahre der Experte fort.
Die Weltwirtschaft wachse jetzt seit geraumer Zeit, sodass in den nächsten fünf Jahren mit einem gewissen Abschwung zu rechnen sei. "Mit einem gut diversifizierten Anleihenportfolio kann man Verluste begrenzen, wenn es dazu kommt", so Iggo.
Ein weiteres Risiko für Investoren sei die Inflation. Für Anleger, die verhindern möchten, dass ihre Erträge von der Inflation aufgezehrt würden, seien inflationsindexierte Anleihen eine wichtige Assetklasse: "Diversifikation ist unabdingbar. Man sollte nicht zu konzentriert anlegen. Wenn mit einer Position etwas schiefläuft, sind die Folgen für das Gesamtportfolio nicht so gravierend. Um in allen Bereichen gut diversifiziert zu sein, braucht man eine Vielzahl von Einzelpositionen."
3. Kurzläufer in Betracht ziehen
Ein Short-Duration-Ansatz könne das Portfolio weniger anfällig für steigende Zinsen machen. "Außerdem erzielt man mit ihm höhere risikoadjustierte Erträge und bleibt liquider als der breite Markt, der aus Anleihen mit allen denkbaren Restlaufzeiten besteht. Für Anleger, die keine hohe Portfoliovolatilität wollen, ist ein Short-Duration-Ansatz zurzeit die beste Lösung", meine Iggo.
Die Short-Duration-Portfolios von AXA IM seien so konzipiert, dass jedes Jahr 20 Prozent der Portfoliopositionen fällig würden. "Das sorgt nicht nur für eine hohe Liquidität, sondern ermöglicht uns auch, die Erlöse der fälligen Anleihen in die jeweils chancenreichsten Papiere am Markt anzulegen. Wir profitieren also von steigenden Renditen", füge Iggo hinzu.
4. Sich über das Risiko-Ertrags-Profil des Portfolios bewusst werden
Mehr Risiko einzugehen, um höhere Renditen zu erzielen, sei verlockend. Dennoch sollten Anleger immer sicherstellen, dass den Risiken angemesse Erträge gegenüberstünden. "Es gilt, eine Verlängerung der Duration zu vermeiden, wenn die Zinsen steigen. Anlagen in risikoreichere Papiere können kurzfristig in Ordnung sein - solange die Konjunktur stark bleibt. Wenn sich das ändert, wird es möglicherweise gefährlich", sage Iggo.
High-Yield-Renditen reichten beispielsweise nicht mehr aus, wenn die Ausfallquote von zurzeit 2 Prozent wieder auf ein normaleres Niveau von 5 Prozent steige.
"Im Vergleich dazu haben Emerging-Markets-Anleihen, nachrangige Finanzanleihen und Unternehmens-Hybridpapiere günstige Risiko-Ertrags-Profile und bieten attraktive Renditen", so Iggo weiter. "Wenn Sie sich für Unternehmen entscheiden, die mit einer dauerhaft hohen Qualität überzeugen, können Sie sicher sein, dass sie die ,richtigen Risiken' eingehen. Diese Anleihen können negative Auswirkungen einer nachlassenden Konjunktur abfedern."
5. Zu viele Umschichtungen vermeiden
Um die besten Chancen nutzen zu können, sei es von äußerster Wichtigkeit, flexibel umschichten zu können. "Umschichtungen sind aber teuer und können die Erträge schnell aufzehren. Das gilt vor allem dann, wenn die Anleiherenditen so niedrig sind wie zurzeit. Üblicherweise liegt die Geld-Brief-Spanne bei 30 bis 40 Prozent der Rendite. Wenn Sie also zu viele Umschichtungen vornehmen, müssen Sie jedes Mal diese Spanne bezahlen, und das geht immer zu Lasten der Erträge", meine Iggo.
Ein Short-Duration-Portfolio, bei dem regelmäßig Anleihen fällig würden, könne auch deshalb für mehr Erträge sorgen, weil der Anleger im Grunde genommen nur einen Teil der Geld-Brief-Spanne bezahle.
6. Auf Währungsrisiken achten
Wer weltweit investiere, gehe Währungsrisiken ein. Beispielsweise seien High-Yield- und Emerging Markets-Fonds in der Regel in US-Dollar denominiert. Die in ihnen enthaltenen Anleihen könnten aber in jeder Währung notiert sein. Laut Iggo würden Fondsmanager das Währungsrisiko als Teil des Gesamtrisikos des Portfolios behandeln - schließlich würden Währungen mal auf- und mal abwerten - oder sie würden dieses Risiko absichern.
"Bei nicht währungsgesicherten Ansätzen können die Erträge steigen, wenn sich die Währungen günstig entwickeln. Eine ungünstige Entwicklung kann aber immense Folgen für die Anleihenrenditen haben", sage Iggo. "Wenn Sie dafür sorgen, dass der Wert Ihres eingesetzten Kapitals so wenig wie möglich schwankt, sind auch Ihre laufenden Erträge stabil. Investoren, die dieses Risiko minimieren wollen, sollten sich wahrscheinlich für einen Fonds mit Währungsabsicherung entscheiden", schließe der Experte. (27.07.2017/alc/a/a)
Niveau und Richtung der Anleiherenditen würden vom langfristigen Wirtschaftswachstum abhängen. Für den Fixed-Income-Experten erkläre das die derzeit hartnäckig niedrigen Renditen - zumindest zu einem großen Teil. "Durch die sich anhaltend bessernde Konjunktur dürften sowohl das nominale BIP-Wachstum als auch die Anleiherenditen nicht mehr weiter fallen. Dennoch sollten Anleger jetzt keinen starken Renditeanstieg erwarten", warne Iggo.
Zwar sprächen das erwartete weltweit synchrone Wachstum, die Aussicht auf höhere Staatsausgaben in den USA, die geplante restriktivere Geldpolitik der FED und mehr Inflation für höhere Renditen. "Wenn aber das nominale Wachstum langfristig nicht steigt, dürften auch die Renditen nur begrenzt anziehen", fahre Iggo fort.
Investoren sollten seiner Ansicht nach darüber nachdenken, was die Anleihemärkte heute bereits zu bieten htten - und wie sie sich in Zukunft aufstellen könnten: "Wichtig sind Kapitalerhalt, laufende Erträge, Chancen auf attraktive Gesamterträge und Diversifikation für den Fall, dass das aktiengetriebene Wachstum enttäuscht. Anleihen können des Anlegers bester Freund sein."
Die sechs folgende goldene Regeln des Experten sollten Anlegern helfen, mit Anleihen laufende Erträge zu erzielen.
1. Realistische Ziele setzen
Was die richtige Strategie für einen Anleger sei, hänge von seiner Risikobereitschaft ab. Diese bestimme den maximalen laufenden Ertrag in seinem Anlagezeitraum. "Als erstes muss man sich für einen Investmentansatz entscheiden", meine Iggo. Dieser sollte sich nach einem realistischen Ziel für den laufenden Ertrag richten - und danach, wann der Anleger das investierte Kapital wieder benötige.
Darüber hinaus sei der Anlagezeitraum wichtig für die Durationsentscheidung. "Können Sie zehn Jahre auf Ihr Kapital verzichten, oder brauchen Sie es schon in sechs Monaten zurück? Davon hängt ab, wie volatil Ihre Anlage im Verhältnis zum benötigten laufenden Ertrag sein darf", erkläre Iggo.
2. Diversifikation der Renditequellen
"Diversifikation der laufenden Erträge kann bedeuten, in alle möglichen Assetklassen zu investieren: in Staats- und Investmentgrade-Anleihen ebenso wie in High Yield aus Industrieländern und Emerging Markets weltweit. Weitere Möglichkeiten sind Infrastrukturanleihen und REITs", so Iggo.
Diversifikation könne auf Assetklassen- und Einzelwertebene stattfinden. "Ein gut diversifiziertes Anleihenportfolio kann 100 bis 120 Einzelpositionen enthalten, mit Anleihen aus Sektoren mit einem besonders guten Risiko-Ertrags-Profil. Zurzeit sind das Emerging-Markets-Anleihen, High Yield und Unternehmensanleihen aus dem Finanzsektor", fahre der Experte fort.
Die Weltwirtschaft wachse jetzt seit geraumer Zeit, sodass in den nächsten fünf Jahren mit einem gewissen Abschwung zu rechnen sei. "Mit einem gut diversifizierten Anleihenportfolio kann man Verluste begrenzen, wenn es dazu kommt", so Iggo.
3. Kurzläufer in Betracht ziehen
Ein Short-Duration-Ansatz könne das Portfolio weniger anfällig für steigende Zinsen machen. "Außerdem erzielt man mit ihm höhere risikoadjustierte Erträge und bleibt liquider als der breite Markt, der aus Anleihen mit allen denkbaren Restlaufzeiten besteht. Für Anleger, die keine hohe Portfoliovolatilität wollen, ist ein Short-Duration-Ansatz zurzeit die beste Lösung", meine Iggo.
Die Short-Duration-Portfolios von AXA IM seien so konzipiert, dass jedes Jahr 20 Prozent der Portfoliopositionen fällig würden. "Das sorgt nicht nur für eine hohe Liquidität, sondern ermöglicht uns auch, die Erlöse der fälligen Anleihen in die jeweils chancenreichsten Papiere am Markt anzulegen. Wir profitieren also von steigenden Renditen", füge Iggo hinzu.
4. Sich über das Risiko-Ertrags-Profil des Portfolios bewusst werden
Mehr Risiko einzugehen, um höhere Renditen zu erzielen, sei verlockend. Dennoch sollten Anleger immer sicherstellen, dass den Risiken angemesse Erträge gegenüberstünden. "Es gilt, eine Verlängerung der Duration zu vermeiden, wenn die Zinsen steigen. Anlagen in risikoreichere Papiere können kurzfristig in Ordnung sein - solange die Konjunktur stark bleibt. Wenn sich das ändert, wird es möglicherweise gefährlich", sage Iggo.
High-Yield-Renditen reichten beispielsweise nicht mehr aus, wenn die Ausfallquote von zurzeit 2 Prozent wieder auf ein normaleres Niveau von 5 Prozent steige.
"Im Vergleich dazu haben Emerging-Markets-Anleihen, nachrangige Finanzanleihen und Unternehmens-Hybridpapiere günstige Risiko-Ertrags-Profile und bieten attraktive Renditen", so Iggo weiter. "Wenn Sie sich für Unternehmen entscheiden, die mit einer dauerhaft hohen Qualität überzeugen, können Sie sicher sein, dass sie die ,richtigen Risiken' eingehen. Diese Anleihen können negative Auswirkungen einer nachlassenden Konjunktur abfedern."
5. Zu viele Umschichtungen vermeiden
Um die besten Chancen nutzen zu können, sei es von äußerster Wichtigkeit, flexibel umschichten zu können. "Umschichtungen sind aber teuer und können die Erträge schnell aufzehren. Das gilt vor allem dann, wenn die Anleiherenditen so niedrig sind wie zurzeit. Üblicherweise liegt die Geld-Brief-Spanne bei 30 bis 40 Prozent der Rendite. Wenn Sie also zu viele Umschichtungen vornehmen, müssen Sie jedes Mal diese Spanne bezahlen, und das geht immer zu Lasten der Erträge", meine Iggo.
Ein Short-Duration-Portfolio, bei dem regelmäßig Anleihen fällig würden, könne auch deshalb für mehr Erträge sorgen, weil der Anleger im Grunde genommen nur einen Teil der Geld-Brief-Spanne bezahle.
6. Auf Währungsrisiken achten
Wer weltweit investiere, gehe Währungsrisiken ein. Beispielsweise seien High-Yield- und Emerging Markets-Fonds in der Regel in US-Dollar denominiert. Die in ihnen enthaltenen Anleihen könnten aber in jeder Währung notiert sein. Laut Iggo würden Fondsmanager das Währungsrisiko als Teil des Gesamtrisikos des Portfolios behandeln - schließlich würden Währungen mal auf- und mal abwerten - oder sie würden dieses Risiko absichern.
"Bei nicht währungsgesicherten Ansätzen können die Erträge steigen, wenn sich die Währungen günstig entwickeln. Eine ungünstige Entwicklung kann aber immense Folgen für die Anleihenrenditen haben", sage Iggo. "Wenn Sie dafür sorgen, dass der Wert Ihres eingesetzten Kapitals so wenig wie möglich schwankt, sind auch Ihre laufenden Erträge stabil. Investoren, die dieses Risiko minimieren wollen, sollten sich wahrscheinlich für einen Fonds mit Währungsabsicherung entscheiden", schließe der Experte. (27.07.2017/alc/a/a)


