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Der nächste Zinsschritt der FED erst im Dezember erwartet


27.10.17 13:00
Allianz Global Investors

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Wir erwarten, dass der Offenmarktausschuss der Federal Reserve bei seiner Sitzung im November die Leitzinsen unverändert lassen wird, so Franck Dixmier, Globaler Anleihenchef von Allianz Global Investors, im Vorfeld der FED-Sitzung am 31. Oktober / 1. November 2017.

Der Zielkorridor der Federal Funds Rate dürfte also zwischen 1 und 1,25 Prozent bleiben. Es sei jedoch sehr wahrscheinlich, dass die FED die Leitzinsen in ihrer Dezember-Sitzung um 0,25 Prozentpunkte erhöhen werde. Dies wäre der fünfte Zinserhöhungsschritt, seitdem die US-Notenbank im Dezember 2015 mit der Straffung der Zinsen begonnen habe.

Insgesamt scheine der Markt die potenziellen Zinsanhebungen der FED im Jahr 2018 zu unterschätzen. Die FED-Fund-Futures würden zeigen, dass der Markt im nächsten Jahr nur etwas mehr als eine Zinserhöhung eingepreist habe. Die Experten aber wären nicht überrascht, wenn die FED 2018 zwei- oder gar dreimal die Zinsen erhöhe.

Die US-Wirtschaft zeige die typischen Zeichen einer Wirtschaft in der Spätphasen eines Konjunkturzyklus. Die Wirtschaft steuere auf Vollbeschäftigung zu und sorge für ein sich weiter beschleunigendes Lohnwachstum. Der schwächere US-Dollar habe dazu geführt, dass die umfragebasierten Inflationsindikatoren steigen würden, da die USA Inflation importieren würden.

Die Experten würden erwarten, dass die Gesamtinflation im November bei 2,0 Prozent und im nächsten Sommer bei 2,4 Prozent liegen werde, was der FED Spielraum für Leitzinserhöhungen in 2018 verleihe. Die Experten würden nach wie vor inflationsgeschützte US-Treasuries (TIPS) für attraktiv halten, da die Inflation wahrscheinlich weiterhin eher nach oben überraschen dürfte.

Die Binnennachfrage in den USA sei durch die positive Entwicklung am Arbeitsmarkt und günstige Finanzierungskonditionen unterstützt worden. Auch auf Unternehmensseite würden die Experten positive Signale für Investitionen sehen.

Die Experten würden erwarten, dass sich das BIP-Wachstum zwischen 2 und 2,5 Prozent einpendele. Wenn es Präsident Donald Trump jedoch gelinge, ein fiskalpolitisches Konjunkturprogramm mit Steuersenkungen und Infrastrukturinvestitionen durchzusetzen, werde es dazu beitragen, das über dem Trend liegende Wachstum über einen längeren Zeitraum aufrechtzuerhalten und den Konjunkturzyklus zu verlängern.

Die Marktteilnehmer würden gespannt auf die Entscheidung von Präsident Trump für den nächsten Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der Federal Reserve warten - eine Entscheidung, mit der noch vor seiner Reise nach Asien am 3. November gerechnet werde. Der Wechsel an der Spitze der Zentralbank habe Priorität für Trump und seine Berater, die die FED an die Zügel nehmen wollten. Aus ihrer Sicht sei die Ablösung von FED-Chefin Janet Yellen und ihrem Stellvertreter Stanley Fischer ein wichtiger Schritt, um den Kurs der US-Notenbank zu korrigieren, die unter Yellens Vorsitz ihr Mandat mit großem Interpretationsspielraum ausgeübt habe. (27.10.2017/alc/a/a)