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Die boomende US-Wirtschaft unterstützt den Ansatz der FED


21.09.18 12:45
Allianz Global Investors

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die Wirtschaft in den USA boomt, so Franck Dixmier, Global Head of Fixed Income bei Allianz Global Investors.

Es sehe so aus, als ob die US-Notenbank weiterhin gute Arbeit dabei leiste, die Geldpolitik zu normalisieren und gleichzeitig die Inflation im Auge zu behalten.

Während die Verbraucherpreise im August leicht unter den Erwartungen gelegen hätten, sei der Arbeitsmarktbericht im selben Monat positiv ausgefallen: Der Beschäftigungszuwachs sei stark gewesen, der Lohnanstieg mit 2,9% ordentlich und die Arbeitslosenquote habe lediglich bei 3,9% gelegen. Selbst in der sogenannten U-6-Abgrenzung - der umfassendste Maßstab für Arbeitslosigkeit - sei die Arbeitslosigkeit im August auf ein beeindruckendes 17-Jahrestief gefallen.

Zusammen genommen würden diese Daten eindeutig auf eine kräftig wachsende US-Wirtschaft hinweisen. Die Inflation habe im August bei 2,7% gelegen - Tendenz steigend - jedoch sei der Anstieg nicht so stark, als dass er ein Warnsignal in Richtung FED senden könnte.

Daher würden die Experten erwarten, dass der Offenmarktausschuss der US-Notenbank (FOMC) nach der Sitzung am 25. und 26. September eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte bekannt geben werde. Dabei werde der Ausschuss betonen, dass es erforderlich sein werde, die Geldpolitik weiterhin zu normalisieren. Die Experten würden damit rechnen, dass die Zinsen während der November- oder Dezembersitzung erneut angehoben würden. Das wären insgesamt vier Zinserhöhungen im Jahr 2018, gefolgt von zwei weiteren Schritten in der ersten Hälfte des nächsten Jahres.

Es sei jedoch wichtig zu betonen, dass die FED ihren Zinserhöhungskurs nicht mit Autopilot fahren werde. Der Offenmarktausschuss werde pragmatisch sein, wenn er sich der neutralen Rate nähere - dem Zinsniveau, das das Wirtschaftswachstum weder stimuliere noch hemme. Schätzungen über diese neutrale Rate würden naturgemäß variieren. Laut Robert Kaplan, Präsident der Dallas FED, liege sie etwa bei 2,5%. Andere würden sie eher auf 3% schätzen (aktuell liege der Zielkorridor für den Leitzins bei 1,75% bis 2,00%).

Ungeachtet der Tatsache, dass die FED der neutralen Rate näher komme, würden die Experten erwarten, dass sie gegenüber politischem Druck immun bleiben und beurteilen werde, wie sich die Inflation entwickele und welche Risiken sich daraus für die US-Wirtschaft ergeben würden. Gleichzeitig sei sich die FED der sich am Horizont abzeichnenden Risiken bewusst - einschließlich eskalierender Handelskriege, eines harten Brexit, der Politik in Italien, Ansteckungseffekte in den Schwellenländern und einer Verlangsamung des Wirtschaftswachstums in China.

Insgesamt sei die FED-Politik nach wie vor akkommodierend; sie hinke aber eindeutig nicht hinter den Entwicklungen hinterher. Im Großen und Ganzen erhöhe die FED die Zinsen im Einklang mit der Inflationsentwicklung. Immerhin habe die US-Notenbank den aktuellen Zinserhöhungszyklus bereits zu einem Zeitpunkt gestartet, als keine Inflation verzeichnet worden sei, da sie zuversichtlich gewesen sei, dass die Inflation zurückkehren würde. Und die FED habe Recht behalten. (21.09.2018/alc/a/a)