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Zinsrisiken mit liquiden Mitteln vorbeugen


27.04.15 16:02
AXA Investment Managers

Köln (www.anleihencheck.de) - AXA Investment Managers äußert sich zu den steigenden Unsicherheiten an den Anleihemärkten:

"Der entscheidende Faktor für das Zinsänderungsrisiko europäischer Staatsanleihen ist nicht die Europäische Zentralbank, sondern die Sogwirkung höherer Renditen am amerikanischen Kapitalmarkt, wenn die US-Notenbank Federal Reserve anfängt, ihre Zinsen zu erhöhen", so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers.

Für Anleiheinvestoren seien die Rahmenbedingungen an den internationalen Kapitalmärkten derzeit alles andere als einfach. Künstlich niedrig gehaltene Zinssätze, sehr geringe Risikoprämien und Mangel an Liquidität würden es kaum noch möglich machen, zufriedenstellende Renditen über dem Zinssatz für risikolose Anlagen zu erzielen, ohne dafür überdurchschnittlich hohe Risiken eingehen zu müssen. Wie sollten sich Anleger in diesem Umfeld verhalten? Eine Patentantwort darauf habe Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers, zwar nicht parat, aber er empfehle Investoren, ihr Augenmerk verstärkt auf die Zins-, Inflations-, Kredit- und Liquiditätsrisiken zu richten und dabei das Portfolio flexibel zu managen, um diese Risiken so gut wie möglich zu diversifizieren.

Vor diesem Hintergrund spreche aus Sicht von Investoren derzeit wenig dafür, ihre Gelder in sichere europäische Staatsanleihen zu investieren. "Die Zinsen für Staatsanleihen aus der Eurozone sind soweit gedrückt worden, dass das Zinsänderungsrisiko nicht mehr ausreichend kompensiert wird - dabei muss dieses Risiko nicht mal von der makro-ökonomischen Seite kommen", so Iggo.

Er weise zudem darauf hin, dass die Zinskurve in der Eurozone derzeit sehr flach ausgeprägt sei und die EZB wahrscheinlich über Jahre hinweg nicht ihre Zinssätze erhöhen werde. "Der entscheidende Faktor für das Zinsänderungsrisiko europäischer Staatsanleihen ist nicht die Europäische Zentralbank, sondern die Sogwirkung höherer Renditen am amerikanischen Kapitalmarkt, wenn die US-Notenbank Federal Reserve anfängt, ihre Zinsen zu erhöhen."

Für die Investoren komme es daher darauf an, an den Anleihemärkten diejenigen Papiere und Segmente zu identifizieren, bei denen sie am besten für die jeweiligen Risiken entlohnt würden. Nach Ansicht des Experten seien unter diesem Aspekt Hochzinsanleihen attraktiv. Insbesondere am US-Markt würden die Renditen im Verhältnis zum Risiko eines Zahlungsausfalls des Emittenten vergleichsweise hoch ausfallen.

Selbst Papiere mit einem Rating von "B" bis "CCC" würden Kupons im hohen einstelligen Bereich bieten. "In einer Phase, in der die Märkte auf die erste Zinserhöhung der US-Notenbank warten und die Europäische Zentralbank mit ihrem Anleihekaufprogramm ihre Geldpolitik noch einmal gelockert hat, erscheint es uns attraktiver, sich in Hochzinsanleihen zu engagieren, als sich darauf zu fokussieren, die Laufzeiten vergleichsweise sicherer Anleihen in Abhängigkeit vom erzielbaren Zinssatz zu managen", so Iggo.

Anlegern, die Zinsrisiken vorbeugen wollten, empfehle der Experte, den Anteil liquider Mittel im Portfolio hochzufahren. "In einer Phase, in der sichere Anlagen Zinsen von nahezu null Prozent abwerfen, sind die Opportunitätskosten einer höheren Cash-Quote nur sehr gering. Gleichzeitig hat der Investor in einem volatilen Markt die Möglichkeit, zu kaufen, wenn die Situation günstig erscheint."

Eine strategische Alternative bestehe nach Ansicht von Iggo darin, einen Teil liquider, hochqualitativer Bonds umzuschichten in strukturierte Anleihen wie etwa Asset Backed Securities (ABS) oder Collateralized Loan Obligation (CLOs). "Viele dieser Anleihen haben zwar eine kürzere Laufzeit als sichere Staatsanleihen, aber darauf bezogen sind ihre Spreads gegenüber vergleichbaren Investment-Grade-Anleihen oftmals deutlich höher." (27.04.2015/alc/a/a)