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Zinsen: Hoher Druck im Kessel
16.05.22 08:45
Der Anlegerbrief
Krefeld (www.anleihencheck.de) - Nach sieben Monaten, in denen die US-Inflationsrate kontinuierlich gestiegen ist, gab es im April endlich einen leichten Rückgang, der allerdings die Marterwartungen enttäuscht hat, so die Experten von "Der Anlegerbrief".
Die FED stehe daher unter Druck, die Leitzinsen in hohem Tempo nach oben zu ziehen, um den Trend nachhaltig zu brechen. Das erhöhe allerdings die Gefahr, die wirtschaftliche Dynamik abzuwürgen - am Markt sei das Risiko einer Rezession längst ein großes Thema. Bezüglich dieser Gefahr sei die US-Zinsstrukturkurve ein wichtiger Frühindikator, hier habe sich die Lage in den letzten Wochen aber nicht weiter verschärft.
Die US-Inflation sei im April von zuvor 8,6 auf 8,3% gesunken, bleibe damit aber viel zu hoch. Da sie weit über den Zielen der Notenbank liege, sei die FED zuletzt gezwungen gewesen, die Zügel stärker anzuziehen. Allerdings sei nicht ein Zinsschritt um 75 Basispunkte gewählt worden, wie einige Akteure erwartet hätten, sondern nur eine Erhöhung um 50 Basispunkte. Das sei aber auch der größte einzelne Zinsschritt der US-Notenbank seit mehr als 20 Jahren gewesen.
Sollten die Anleger davon ausgehen, dass die FED damit die Konjunktur abwürge, zeige sich das in der Regel darin, dass die langfristigen Zinsen niedriger seien als die kurzfristigen - das sei dann eine inverse Zinsstrukturkurve. Und diese sei in der Tat über Monate immer flacher geworden und habe damit ein steigendes Rezessionsrisiko signalisiert. In jüngster Zeit habe sich der Trend allerdings umgekehrt, die Zinsen am langen Ende würden stärker als am kurzfristigen steigen, womit die Kurve wieder etwas steiler geworden sei.
Die wieder etwas steilere Zinsstrukturkurve in den USA würden die Experten als positives Signal werten, dass das Risiko einer Rezession in Übersee zumindest leicht gesunken sei. Ein "Soft Landing", also ein Übergang zu niedrigeren Wachstumsraten ohne Rückgang der Aktivitäten, scheine ein zumindest mögliches Szenario. Das wäre für den Aktienmarkt eine gute Nachricht. Allerdings scheine auch noch denkbar, dass die Anleger mit dem beschleunigten Zinsanstieg am langen Ende ein zu inkonsequentes Handeln der FED (mit zu niedrigen Zinsschritten) einpreisen würden. Entwarnung von der Zinsfront gebe es erst, wenn das Zinsniveau insgesamt nicht mehr deutlich steige. Das sei im Moment aber noch nicht in Sicht. (Ausgabe 18 vom 14.05.2022) (16.05.2022/alc/a/a)
Die FED stehe daher unter Druck, die Leitzinsen in hohem Tempo nach oben zu ziehen, um den Trend nachhaltig zu brechen. Das erhöhe allerdings die Gefahr, die wirtschaftliche Dynamik abzuwürgen - am Markt sei das Risiko einer Rezession längst ein großes Thema. Bezüglich dieser Gefahr sei die US-Zinsstrukturkurve ein wichtiger Frühindikator, hier habe sich die Lage in den letzten Wochen aber nicht weiter verschärft.
Sollten die Anleger davon ausgehen, dass die FED damit die Konjunktur abwürge, zeige sich das in der Regel darin, dass die langfristigen Zinsen niedriger seien als die kurzfristigen - das sei dann eine inverse Zinsstrukturkurve. Und diese sei in der Tat über Monate immer flacher geworden und habe damit ein steigendes Rezessionsrisiko signalisiert. In jüngster Zeit habe sich der Trend allerdings umgekehrt, die Zinsen am langen Ende würden stärker als am kurzfristigen steigen, womit die Kurve wieder etwas steiler geworden sei.
Die wieder etwas steilere Zinsstrukturkurve in den USA würden die Experten als positives Signal werten, dass das Risiko einer Rezession in Übersee zumindest leicht gesunken sei. Ein "Soft Landing", also ein Übergang zu niedrigeren Wachstumsraten ohne Rückgang der Aktivitäten, scheine ein zumindest mögliches Szenario. Das wäre für den Aktienmarkt eine gute Nachricht. Allerdings scheine auch noch denkbar, dass die Anleger mit dem beschleunigten Zinsanstieg am langen Ende ein zu inkonsequentes Handeln der FED (mit zu niedrigen Zinsschritten) einpreisen würden. Entwarnung von der Zinsfront gebe es erst, wenn das Zinsniveau insgesamt nicht mehr deutlich steige. Das sei im Moment aber noch nicht in Sicht. (Ausgabe 18 vom 14.05.2022) (16.05.2022/alc/a/a)


