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Worum Donald Trump Europa beneiden dürfte
29.04.25 09:30
DONNER & REUSCHEL AG
Hamburg (www.anleihencheck.de) - In dieser Woche werden vorläufige April-Inflationsdaten für einige europäische Volkswirtschaften und die Eurozone veröffentlicht, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL.
Im März habe der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland und auf europäischer Ebene bei nur noch 2,2 Prozent gelegen. Angesichts der jüngsten Eskalation globaler Handelskonflikte mit den USA seien die Wachstumsprognosen jedoch deutlich nach unten korrigiert worden. So rechne der Internationale Währungsfonds (IWF) mit nur 2,8 Prozent Weltwirtschaftswachstum im laufenden Jahr – nach 3,3 Prozent im Januar. Für Deutschland gehe man von einem Nullwachstum aus, für die Eurozone würden 0,8 Prozent Wachstum veranschlagt. Die US-Wirtschaft werde mit 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich schwächer wachsen. Anders als in den USA gehe die schwache Nachfragedynamik in Europa aber mit tieferen Teuerungsraten einher.
Unternehmen hätten in diesem Umfeld weniger Spielraum, Kosten an ihre Endverbraucher durchzureichen. Es sei daher gut möglich, dass das Zielniveau der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2 Prozent schon jetzt erreicht worden sei, denn durch gesunkene Rohstoffpreise und den gestiegenen Euro würden zusätzlich tiefere Preise importiert. Einige chinesische Unternehmen senkten ihre Preise auf den Weltmärkten ab, um ihre Produktion angesichts zunehmender Handelsbeschränkungen vonseiten der USA anderweitig absetzen zu können. Damit steige die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Leitzinssenkung durch die EZB Anfang Juni. Tiefere Inflationsraten und sinkende Leitzinsen dürften Trump gefallen.
In den USA wirke die Zollpolitik der Regierung allerdings bisher inflationstreibend, denn in der Regel würden Importabgaben auf die Preise aufgeschlagen und müssten daher von den Endverbrauchern gezahlt werden. Parallel steige unter US-Konsumenten und Unternehmen jedoch auch die Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Entwicklung mit der Folge, dass Konsum und Investitionen eingeschränkt würden. Einen Eindruck über die aktuelle Preis- und Wachstumsdynamik zeigten in dieser Woche der ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe, die PCE-Preisdaten für März sowie der April-Arbeitsmarktbericht. Nur wenn die wirtschaftliche Entwicklung sich deutlich abkühle und es klare Anzeichen für einen nachlassenden Preisdruck gebe, lege die Fed eine Zinssenkung am 7. Mai in Betracht, auch wenn Trump diese wohl vorher wieder vehement einfordern werde. (29.04.2025/alc/a/a)
Im März habe der Anstieg der Verbraucherpreise in Deutschland und auf europäischer Ebene bei nur noch 2,2 Prozent gelegen. Angesichts der jüngsten Eskalation globaler Handelskonflikte mit den USA seien die Wachstumsprognosen jedoch deutlich nach unten korrigiert worden. So rechne der Internationale Währungsfonds (IWF) mit nur 2,8 Prozent Weltwirtschaftswachstum im laufenden Jahr – nach 3,3 Prozent im Januar. Für Deutschland gehe man von einem Nullwachstum aus, für die Eurozone würden 0,8 Prozent Wachstum veranschlagt. Die US-Wirtschaft werde mit 1,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr deutlich schwächer wachsen. Anders als in den USA gehe die schwache Nachfragedynamik in Europa aber mit tieferen Teuerungsraten einher.
Unternehmen hätten in diesem Umfeld weniger Spielraum, Kosten an ihre Endverbraucher durchzureichen. Es sei daher gut möglich, dass das Zielniveau der Europäischen Zentralbank (EZB) von 2 Prozent schon jetzt erreicht worden sei, denn durch gesunkene Rohstoffpreise und den gestiegenen Euro würden zusätzlich tiefere Preise importiert. Einige chinesische Unternehmen senkten ihre Preise auf den Weltmärkten ab, um ihre Produktion angesichts zunehmender Handelsbeschränkungen vonseiten der USA anderweitig absetzen zu können. Damit steige die Wahrscheinlichkeit einer weiteren Leitzinssenkung durch die EZB Anfang Juni. Tiefere Inflationsraten und sinkende Leitzinsen dürften Trump gefallen.
In den USA wirke die Zollpolitik der Regierung allerdings bisher inflationstreibend, denn in der Regel würden Importabgaben auf die Preise aufgeschlagen und müssten daher von den Endverbrauchern gezahlt werden. Parallel steige unter US-Konsumenten und Unternehmen jedoch auch die Unsicherheit über die künftige wirtschaftliche Entwicklung mit der Folge, dass Konsum und Investitionen eingeschränkt würden. Einen Eindruck über die aktuelle Preis- und Wachstumsdynamik zeigten in dieser Woche der ISM-Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe, die PCE-Preisdaten für März sowie der April-Arbeitsmarktbericht. Nur wenn die wirtschaftliche Entwicklung sich deutlich abkühle und es klare Anzeichen für einen nachlassenden Preisdruck gebe, lege die Fed eine Zinssenkung am 7. Mai in Betracht, auch wenn Trump diese wohl vorher wieder vehement einfordern werde. (29.04.2025/alc/a/a)


