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Worauf wartet die EZB noch?
10.03.17 10:15
TARGOBANK
Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) hat ihre Zinspolitik nicht verändert - wie erwartet, so Dr. Otmar Lang, Chefvolkswirt der TARGOBANK.
Dabei stelle sich die Frage: Worauf warte sie eigentlich noch? Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone sei recht robust, die Arbeitslosigkeit sinke und die Kreditvergabe steige. Die Preisentwicklung lasse die EZB aber weiter zögern. Dabei sei das Ziel von Europas obersten Währungshütern - eine Inflation von 2 Prozent - eigentlich erreicht. Doch weil hierbei die stark schwankenden Energie- und Nahrungsmittelpreise mit berücksichtigt seien, habe Mario Draghi die Kerninflationsrate im Blick. Diese liege mit aktuell 0,9 Prozent in den Augen der EZB immer noch zu niedrig. 1,5 Prozent müssten es wahrscheinlich schon sein, damit die Notenbanker bereit seien, ihre Geldpolitik endlich zu ändern.
Entsprechend vorsichtige Signale habe die Zentralbank gesetzt: Sie habe die Inflationsprognose im Euroraum für das laufende und das kommende Jahr erhöht. Auch wenn Draghi einer Abkehr von der lockeren Geldpolitik nicht das Wort geredet habe, dürfte diese Anpassung die Debatte über einen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik eher weiter befeuern. Dazu komme sein Hinweis, dass die Konjunkturrisiken kleiner geworden seien.
Damit scheine klar: Die EZB werde geldpolitisch nicht noch einmal nachlegen. Der nächste Schritt werde eine Drosselung der Anleihekäufe (Tapering) sein. Die neue Marschrichtung hätte zwei klare Botschaften: Die Party an den Rentenmärkten habe ihren Höhepunkt überschritten; und die Staatsschulden in Europa würden künftig nicht mehr die Geldpolitik bestimmen.
Wann sich Mario Draghi endlich dazu durchringe, das Ende des Taperings zu starten, bleibe vorerst weiter unklar. Vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen in Europa rechne man nicht vor September mit klaren Hinweisen zum Timing. (Ausgabe vom 09.03.2017) (10.03.2017/alc/a/a)
Dabei stelle sich die Frage: Worauf warte sie eigentlich noch? Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone sei recht robust, die Arbeitslosigkeit sinke und die Kreditvergabe steige. Die Preisentwicklung lasse die EZB aber weiter zögern. Dabei sei das Ziel von Europas obersten Währungshütern - eine Inflation von 2 Prozent - eigentlich erreicht. Doch weil hierbei die stark schwankenden Energie- und Nahrungsmittelpreise mit berücksichtigt seien, habe Mario Draghi die Kerninflationsrate im Blick. Diese liege mit aktuell 0,9 Prozent in den Augen der EZB immer noch zu niedrig. 1,5 Prozent müssten es wahrscheinlich schon sein, damit die Notenbanker bereit seien, ihre Geldpolitik endlich zu ändern.
Damit scheine klar: Die EZB werde geldpolitisch nicht noch einmal nachlegen. Der nächste Schritt werde eine Drosselung der Anleihekäufe (Tapering) sein. Die neue Marschrichtung hätte zwei klare Botschaften: Die Party an den Rentenmärkten habe ihren Höhepunkt überschritten; und die Staatsschulden in Europa würden künftig nicht mehr die Geldpolitik bestimmen.
Wann sich Mario Draghi endlich dazu durchringe, das Ende des Taperings zu starten, bleibe vorerst weiter unklar. Vor dem Hintergrund der anstehenden Wahlen in Europa rechne man nicht vor September mit klaren Hinweisen zum Timing. (Ausgabe vom 09.03.2017) (10.03.2017/alc/a/a)


