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Woche der Zinsentscheidungen


27.01.25 11:30
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Diese Woche entscheiden die beiden großen Notenbanken, nämlich die FED in den USA und die EZB in Europa, über den künftigen Leitzins, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Der Fokus liege zunächst auf den USA am Mittwoch (20 Uhr MEZ). Der Refinanzierungssatz liege in den USA bei 4,50%. Mitte Januar seien Inflationsdaten für die USA veröffentlicht worden. Pauschal könne man hier festhalten, dass sich die Inflation hartnäckig auf einem Niveau von rund 3% eingependelt habe (Inflation 2,9%, Kerninflation 3,2%). Der Arbeitsmarkt sei mit einer Arbeitslosenrate von derzeit 4,1% als robust zu bezeichnen. Kurz: die amerikanische Wirtschaft laufe. Aus diesem Grund habe der Markt die Zinssenkungserwartungen auf nahezu null reduziert. Eine Zinssenkung am Mittwoch wäre für einen Großteil der Marktteilnehmer eine Überraschung.

Die EZB hingegen werde sehr wahrscheinlich am Donnerstag (14:15 Uhr MEZ) an der Zinsschraube drehen und den Leitzins (Hauptrefinanzierungssatz) um 25 Punkte, auf 2,90% senken. Aktuell sei der Hauptrefinanzierungssatz bei 3,15%. Der nachlassende Inflationsdruck (zuletzt 2.4%) erlaube diesen Schritt. Einem Bericht der deutschen Bundesbank zufolge seien neben der wirtschaftspolitischen Unsicherheit und der nachlassenden Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands, der hohe Finanzierungsaufwand ein Belastungsfaktur für die Wirtschaft. Die EZB werde Schritt für Schritt diesen Belastungsfaktor reduzieren und dadurch Investitionen - von der Finanzierungsseite her - wieder attraktiver machen. Die EZB-Chefin Christine Lagarde habe letzte Woche erst Zinssenkungen bis weit ins Jahr 2025 bestätigt. Lagarde habe von einem Leitzins im Bereich 1,75% bis 2,25% gesprochen. Die europäische Wirtschaft werde es ihr danken. (27.01.2025/alc/a/a)