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Wo "High Yield" nicht nur draufsteht, sondern auch drin ist


24.02.21 10:00
Merck Finck Privatbankiers

München (www.anleihencheck.de) - Die Weltwirtschaft zeigt sich auch in dieser fortgeschrittenen Phase der Pandemie äußerst robust und sollte im zweiten Quartal nochmals an Tempo zulegen, so Robin Beugels, Leiter Investment Management bei Merck Finck.

Für Anleger sei das einerseits ein günstiges Umfeld, doch andererseits seien die Bewertungen in vielen Bereichen der Aktien- und Anleihenmärkte schon recht weit gelaufen. Investoren sollten daher nach denjenigen Marktsegmenten suchen, die nicht so stark im Fokus anderer Marktteilnehmer stünden. Dazu würden zum Beispiel asiatische Hochzinsanleihen zählen.

Die Renditen asiatischer Hochzinsanleihen lägen aktuell satte fünf Prozent über den Renditen US-amerikanischer Anleihen mit Investment Grade-Rating. Zugleich preise der Markt eine Ausfallrate von sechs Prozent auf Sicht von zwölf Monaten ein. Das Risiko werde also bereits bei der Sicht auf den Gesamtmarkt angemessen vergütet und lasse sich durch eine gezielte Auswahl der Titel zusätzlich minimieren.

Die Attraktivität asiatischer High Yield-Bonds werde durch einen günstigen ökonomischen Ausblick noch unterstrichen. So hätten viele asiatische Länder die Pandemie effektiv bewältigt und seien in der Lage gewesen, längere Schließungen zu vermeiden und ihre Wirtschaft offen zu halten. Zudem zeichne sich eine steigende Nachfrage der US-Verbraucher ab, was ein weiteres gutes Zeichen für die Firmen in der gesamten Region und insbesondere für Unternehmen in China sei. Die Exporte nach China würden bereits boomen und auch die Handelsströme innerhalb Asiens würden stark bleiben.

In ihrer Vermögensverwaltung würden die Experten mit dem Übergewicht in asiatischen Hochzinsanleihen das vorherige Übergewicht in europäischen High-Yield-Bonds ersetzen. Diese Position habe sich im vergangenen Jahr positiv entwickelt, und die Bewertungen hätten wieder das Niveau von Anfang 2020 erreicht. Weiteres Wertsteigerungspotenzial würden die Experten hier aktuell nicht sehen, zumal die wirtschaftliche Erholung in Europa der Weltwirtschaft hinterherhinke. (24.02.2021/alc/a/a)