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Wirtschaft in Europas Peripherie nach wie vor widerstandsfähig
15.08.23 09:15
Degroof Petercam
Brüssel (www.anleihencheck.de) - Die Inflation in den Industrieländern ist noch nicht besiegt, da ziehen schon neue Wolken auf, so Sam Vereecke, CIO Fixed Income bei Degroof Petercam Asset Management (DPAM).
Die Renditekurve sei stark invertiert, die Verbrauchernachfrage lasse nach und an den Kreditmärkten gebe es erste Erschütterungen. Sam Vereecke, CIO Fixed Income der DPAM, leite Konsequenzen für Anleihenanleger ab.
Derzeit würden die Experten eine neutrale Duration mit einer Tendenz zu Long-Positionen bevorzugen. Komme es zu einer deutlichen wirtschaftlichen Eintrübung, sollte die Duration verlängert werden. Dies könnte eintreten, falls die Nachfrageschwäche vom Produzierenden Gewerbe auf den Dienstleistungssektor übergreife. Da dieser sehr arbeitsintensiv sei, könnte in der Folge die Arbeitslosigkeit steigen.
Unterdessen bleibe die Inflation beunruhigend hoch. Im Bemühen um eine Normalisierung der Politik bei weiter steigenden Staatsausgaben habe es die EZB schwer, ihr 2%-Ziel zu erreichen. Die europäischen Inflationserwartungen lägen zwar in der Nähe der amerikanischen, seien aber viel höher als vor dem Corona-Schock, als Europa Deflation gedroht habe. Doch auch in Europa lasse sich Wertpotenzial finden, vor allem bei den kürzeren Laufzeiten.
In Europas Peripherie sei die Konjunktur weiterhin sehr widerstandsfähig, insbesondere in Ländern, deren Dienstleistungssektor vom Tourismus geprägt sei. Länder, deren Wachstum vor allem von der Industrie abhängen würden, müssten sich dagegen an den neuen Energiekostenmix anpassen. Das gelte vor allem für Deutschland. Die Energiekrise sei noch nicht überwunden - hier liege eine mögliche Quelle für neuen Inflationsdruck.
Bei der Beurteilung von Staatsanleihen würden die Rating-Agenturen gesteigerten Wert auf fiskalische Nachhaltigkeit legen. Erste Ratingveränderungen habe es schon gegeben. Die EZB werde noch länger restriktiv agieren müssen und damit den Druck auf die Finanzierungsbedingungen und die Finanzmärkte in Europa hochhalten. Entsprechend umsichtig sollten Anleger bei der Titelauswahl vorgehen. (15.08.2023/alc/a/a)
Die Renditekurve sei stark invertiert, die Verbrauchernachfrage lasse nach und an den Kreditmärkten gebe es erste Erschütterungen. Sam Vereecke, CIO Fixed Income der DPAM, leite Konsequenzen für Anleihenanleger ab.
Unterdessen bleibe die Inflation beunruhigend hoch. Im Bemühen um eine Normalisierung der Politik bei weiter steigenden Staatsausgaben habe es die EZB schwer, ihr 2%-Ziel zu erreichen. Die europäischen Inflationserwartungen lägen zwar in der Nähe der amerikanischen, seien aber viel höher als vor dem Corona-Schock, als Europa Deflation gedroht habe. Doch auch in Europa lasse sich Wertpotenzial finden, vor allem bei den kürzeren Laufzeiten.
In Europas Peripherie sei die Konjunktur weiterhin sehr widerstandsfähig, insbesondere in Ländern, deren Dienstleistungssektor vom Tourismus geprägt sei. Länder, deren Wachstum vor allem von der Industrie abhängen würden, müssten sich dagegen an den neuen Energiekostenmix anpassen. Das gelte vor allem für Deutschland. Die Energiekrise sei noch nicht überwunden - hier liege eine mögliche Quelle für neuen Inflationsdruck.
Bei der Beurteilung von Staatsanleihen würden die Rating-Agenturen gesteigerten Wert auf fiskalische Nachhaltigkeit legen. Erste Ratingveränderungen habe es schon gegeben. Die EZB werde noch länger restriktiv agieren müssen und damit den Druck auf die Finanzierungsbedingungen und die Finanzmärkte in Europa hochhalten. Entsprechend umsichtig sollten Anleger bei der Titelauswahl vorgehen. (15.08.2023/alc/a/a)


