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Wink mit dem Zaunpfahl für die Notenbanken
28.06.18 11:15
Baader Bank
Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - Jetzt hat sich also auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) zur weltweiten Neigung der Notenbanken geäußert, die Märkte mit Geld zu fluten, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Und man könne sagen, die Experten aus Basel seien not amused. Um auf einen Konjunkturabschwung entsprechend reagieren zu können, sei es notwendig, die Geldpolitik weiter zu normalisieren, warne die BIZ in ihrem Jahresbericht, was Mario Draghi als Wink mit dem Zaunpfahl auffassen müsse. Und so begrüße ich den Appell von BIZ-Generaldirektor Agustin Carstens an die Notenbanken, bitte die derzeit günstigen Bedingungen für die Bekämpfung von Schwachstellen zu nutzen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Biete doch der Wirtschaftsaufschwung die Chance, nötige Reformen durchzuführen und wirtschaftspolitische Maßnahmen neu auszurichten - eine Gelegenheit, welche die Notenbanken nicht verpassen sollten, bevor sich dieses Zeitfenster wieder schließe. So sehe die BIZ die Notenbanken, deren Devisenreserven sie verwalte und für die sie auch als wirtschaftswissenschaftliche Denkfabrik diene, vor einer "heiklen Gratwanderung".
Dabei gehe es darum, mit einer Normalisierung der Geldpolitik in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften Handlungsspielraum zurückzugewinnen, um die Anfälligkeit gegenüber langsam entstehenden Bedrohungen zu verringern, wie Generaldirektor Carstens warne. Nur wenn die Notenbanken einen Leitzins deutlich über der Nulllinie festlegen würden, hätten sie auch die Mechanismen in der Hand, auf einen sich abzeichnenden neuerlichen Inflationsanstieg zu reagieren. Auch sollte man eine Überreaktion vermeiden, wenn die Inflation hinter den Zielgrößen der Zentralbanken zurückbleibt bzw. die Volatilität an den Märkten vorübergehend ansteige.
Mit ihrer Warnung treffe die BIZ insbesondere bei der Europäischen Zentralbank (EZB) einen wunden Punkt, habe diese doch zuletzt zwar das Ausschleichen ihres Anleihekaufprogramms zum Jahresende avisiert. Doch wolle die EZB noch mindestens bis Herbst 2019 den Leitzins bei null belassen. Klaus Stopp folge hier der Argumentation von BIZ-Generaldirektor Carstens, der mahne, dass eine geldpolitische Normalisierung Spielraum für antizyklische Maßnahmen schaffen würde, die Gefahr finanzieller Schwachstellen mindern und den Schuldenaufbau bremsen würde. Denn eins sei klar, solange die EZB die Zinsen an der Nulllinie belasse, sei auch ihre Handlungsfähigkeit eingeschränkt.
Der Handelskrieg ziehe immer weitere Kreise und das nicht erst, seit das US-Repräsentantenhaus mit überwältigender Mehrheit ein Gesetz verabschiedet habe, das schärfere Kontrollen für ausländische Investoren vorsehe. Dass ausgerechnet Harley-Davidson mit einer teilweisen Verlagerung der Produktion ins Ausland auf den herrschenden Handelskrieg reagiere, möge den, der die Gesetze des Marktes zu lesen wisse, nicht verwundern. Der traditionsreiche amerikanische Motorradhersteller, immerhin eine Industrie-Ikone der USA, wolle damit, der Logik des Marktes folgend, lediglich die Vergeltungszölle der EU umgehen. Dass ausgerechnet D.T., der Unberechenbare, der Harley-Davidson diese Situation eingebrockt habe, nun Verrat wittere, möge angesichts dessen, was man inzwischen von Trump kenne, auch nicht mehr verwundern.
Trumps Strafzölle auf ausländischen Stahl und Aluminium sowie die EU-Zölle hätten den Motorradhersteller aus Wisconsin doppelt hart getroffen. Ohne die Produktion ins Ausland zu verlagern, rechne Harley-Davidson mit Mehrkosten von bis zu 100 Mio. USD, weshalb man im zweitwichtigsten Markt Europa nicht mehr konkurrenzfähig sei. Trump habe auf das Vorhaben seines einstigen Lieblingsunternehmens mit Drohungen und üblen Beschimpfungen reagierte. Immerhin, bei führenden Republikanern im US-Kongress und Unternehmensverbänden treffe seine protektionistische Handelspolitik auf wachsende Kritik. Vor allem die Eskalation des Streits mit der EU sei kontraproduktiv, heiße es dort.
So erachte auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) den sich verschärfenden Handelskonflikt zwischen den USA und anderen großen Volkswirtschaften als eine der größten Gefahren für die Weltwirtschaft. Die Folgen könnten überaus gravierend sein, wenn sie als Bedrohung für das offene, multilaterale Handelssystem gewertet würden, schreibe die BIZ in ihrem Wirtschaftsbericht. Auch deutsche Konzernchefs würden immer wieder die Bedeutung des freien Handels für die Wirtschaft beschwören. Wer Waren mit Zöllen oder Handelsbarrieren künstlich verteuere, verringere das Volkseinkommen, habe jüngst der Chef des Autozulieferers Conti, Elmar Degenhart, gesagt.
Alle diese Wahrheiten würden nun mal zum 1x1 der Weltwirtschaft gehören. Diese aber würden von der Trump-Administration, die ja gerne schon mal mit "alternative facts" argumentiere (ein anderes Wort für Lüge), negiere. Bekanntlich habe der Präsident ja bereits mit Strafzöllen auf Importautos gedroht. Auch dann würden die Reaktionen der Automobilhersteller nüchternen, wirtschaftlichen Abwägungen folgen. Sollten damit weitere Jobs in den USA gefährdet werden, wie etwa in der Stahlindustrie, sei kaum anzunehmen, dass Trump und seine Anhänger zur Einsicht kommen würden. Die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen, scheine ihnen fremd zu sein!
Das, was man Griechenland-Rettung nenne, gehe nach acht Jahren zu Ende. Athen erhalte zum Abschluss noch einmal einen Kredit in Höhe von 15 Mrd. Euro und eine Verlängerung der dringendsten Darlehenslaufzeiten um zehn Jahre. So sollten Zins- und Rückzahlungen älterer Kredite zehn Jahre später beginnen als ursprünglich geplant. Vom 20. August an solle sich Griechenland dann wieder über den Kapitalmarkt finanzieren können. Soweit der Plan!
Ob damit die griechische Krise vorbei sei, wie EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici gesagt habe, dürfe allerdings infrage gestellt werden. Denn mit der Ablehnung einer formellen Schuldentilgung durch die Gläubiger bleibe die Gesamtverschuldung Griechenlands bei strammen 180% des BIPs. Die vereinbarte Verlängerung der Kreditlaufzeiten um zehn Jahre verschiebe das Problem lediglich in die Zukunft.
Außerdem müsse die griechische Regierung bis zum Jahr 2022 einen Primärhaushaltsüberschuss von 3,5% beibehalten und dann bis zum Jahr 2060 (!) durchschnittlich 2,2% ausweisen. Das hätten schon wirtschaftlich stärkere Länder nicht geschafft. Aber es habe die Beibehaltung der Sparpolitik um weitere 42 Jahre zur Folge, was den Lebensstandard der Griechen kaum anheben werde. Dies bedeute auch, dass die in Athen so ungeliebten Beobachterteams (früher Troika genannt) auch künftig vorbeischauen würden. Die Alternative wäre ein Schuldenschnitt gewesen, den der Internationale Währungsfonds (IWF) immer wieder gefordert habe, aber insbesondere Deutschland stets vehement abgelehnt habe. Ob nun mit der jetzigen Lösung, die eine Verlagerung des Problems auf nachkommende Generationen bedeutet, eine nachhaltige Schuldentragfähigkeit Griechenlands erreicht werde, dürfe zumindest bezweifelt werden.
Der IWF, der sich an dem dritten Hilfsprogramm für Griechenland nicht mehr beteiligt habe, spiele nun an anderer Stelle in der Welt die Feuerwehr. Nachdem Argentinien den dramatischen Absturz des Pesos nicht habe verhindern können, habe sich Buenos Aires an den wenig geliebten IWF gewandt. Dieser greife dem hoch verschuldeten Land mit insgesamt 50 Mrd. USD unter die Arme, von denen nun 15 Mrd. USD ausgezahlt worden seien. Ursachen für den dramatischen Absturz des ohnehin schon unter Druck stehenden Pesos seien vor allem die steigenden US-Zinsen, die den Run auf den US-Dollar beschleunigt hätten.
Es sei der härteste Test der Welt, würden Bankmanager sagen und den Stresstest meinen, bei dem die US-Notenbank Federal Reserve (FED) durchrechne, wie die Eigenmittelausstattung der Banken im Fall einer neuen Weltwirtschaftskrise aussehen würde. Das schlimmste Szenario sehe einen Anstieg der US-Arbeitslosenquote auf 10% vor, ein Absacken der Immobilienpreise um 30% bis 40% und zugleich ein Einbrechen der Kurse an den Aktienmärkten um zwei Drittel.
Selbst unter diesen drastischen Annahmen sei keine der 35 getesteten Banken durchgefallen, obwohl sie dann zusammen 538 Mrd. USD Verlust machen würden. Auch die krisengeplagte Deutsche Bank habe die Prüfung bestanden. Zumindest was das Eigenkapital betreffe, erfülle die US-Tochter der Deutschen Bank die Vorgaben der FED. Demnach würde die Kernkapitalquote des Instituts selbst bei einer sehr negativen wirtschaftlichen Entwicklung nicht unter 12,2% fallen.
Doch zum Jubeln sei es noch zu früh. Denn die veröffentlichten Ergebnisse würden nur den ersten Teil des Stresstests darstellen. Der zweite, wichtigere Teil folge heute am 28. Juni, nach US-Börsenschluss. Hierbei würden die Prüfer der FED nicht nur Bilanzen durchrechnen, sondern genau analysieren, wie eine Bank ihre Risiken und die Kapitalausstattung manage. Bei diesem Teil des Tests hätten sie entsprechend mehr Ermessensspielraum. Seien die Prüfer nicht zufrieden, könnten sie US-Banken die Ausschüttung einer Dividende verbieten. Bei Auslandstöchtern sei dies zwar nicht möglich. Aber dennoch könnte die FED der Deutschen Bank Vorschriften darüber machen, ob und wieviel Kapital sie der Konzernmutter in Frankfurt überweise. Für den neuen Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, sei also Demut angesagt.
Balsam für die "geschundene Seele" der einst so hoch angesehenen Banker bzw. das Stimmungstief in der Deutschen Bank könnte somit ein Bestehen des zweiten Teils des Stresstests sein. Denn noch immer sei nicht einmal mehr die Hälfte der Mitarbeiter stolz darauf, für die Bank zu arbeiten, habe das "Handelsblatt" mit Verweis auf die jüngste jährliche Mitarbeiterbefragung des Instituts berichtet. Das einzig Positive hierbei sei gewesen, dass sich der Wert im Vergleich zum Vorjahr nur noch minimal verschlechtert habe.
Am gestrigen Mittwoch sei im Finanzausschuss des Bundestages über die Folgen der Dauer-Niedrigzinsen auf die Zinszusatzreserve (ZZR) der Lebensversicherer beraten worden. So seien diese Reserven seit 2012 auf 60 Mrd. Euro zwar angewachsen, aber zukünftig sollten die Zuführungen langsamer erfolgen. Denn ab 2024 würde unter Berücksichtigung eines kontinuierlichen Aufbaus der ZZR eine Überfinanzierung der Zinsgarantie gegenüber den Kunden erzielt werden. Mit einer noch nicht beschlossenen Reduzierung der Zuführung zur ZZR und mit einer Kürzung der Abschlussprovisionen für die Vermittler würde den Versicherern in der Zwischenzeit mehr Geld zur Verfügung stehen.
Die Branche leide insgesamt unter den Folgen der niedrigen Zinsen und das werde auch dadurch deutlich, dass 34 von 87 deutschen Lebensversicherern derzeit unter verschärfter Beobachtung der Finanzaufsicht BaFin stünden. Nach deren Einschätzung sei nämlich bei diesen Instituten nicht auszuschließen, dass mittel- bis langfristig finanzielle Schwierigkeiten zutage treten könnten. Auch dürften 30 Lebensversicherer an ihre Eigentümer keine Dividenden mehr ausschütten und für 33 weitere müsse im Zweifelsfall der finanzkräftige Mutterkonzern geradestehen. Dennoch sehe man beim Branchenverband GDV keinen Grund, an der Stabilität der Branche zu zweifeln. Vielmehr werde darauf verwiesen, dass bereits 2014 mit der Lebensversicherungsreform ein wichtiger Beitrag dazu geleistet worden sei. Geleugnet werde in diesem Zusammenhang aber auch nicht, dass die niedrigen Zinsen eine große Herausforderung für die Versicherer darstellen würden, die man allerdings bisher gut gemeistert habe.
Kurz vor der Sommerpause hätten in dieser Woche noch einige Unternehmen neue Anleihen am Kapitalmarkt emittiert, um frisches Geld aufzunehmen. So seien unter anderem die HOCHTIEF AG, Vonovia, Teleperformance sowie Smurfit Kappa Acquisitions aktiv geworden.
Dabei habe die HOCHTIEF AG die Privatanleger mit einer 500 Mio. Euro schweren Emission und einer Privatanleger-freundlichen Mindeststückelung von 1.000 Euro erfreut. Das Papier (ISIN DE000A2LQ5M4 / WKN A2LQ5M) werde am 03.07.2025 fällig und zahle den Investoren jährlich 1,75% Zinsen. Der Emissionspreis habe bei 99,524% gelegen, was einem Spread von +127 BP über Mid Swap entsprochen habe. Die Anleihe sei drei Monate vor Endfälligkeit (ab dem 03.04.2025) jederzeit zu 100% kündbar.
Deutschlands Wohnungsbauunternehmen Vonovia habe ebenfalls erfolgreich 500 Mio. Euro bis zum 03.07.2023 am Kapitalmarkt aufnehmen können. Das Unternehmen mit Sitz in Bochum habe den Bond (ISIN DE000A192ZH7 / WKN A192ZH) mit einem Zinssatz von 0,875% ausgestattet und das Papier zu 99,437% (+73 BP über Mid Swap) begeben. Das Wertpapier sei neben einer Make Whole Option mit einem Kündigungsrecht ab dem 03.05.2023 zu 100% ausgestattet.
750 Mio. Euro habe Teleperformance am Markt für Corporate Bonds eingesammelt. Die Anleihe (ISIN FR0013346822 / WKN A192W9) des französischen Dienstleisters für Kundenservice, Kundenakquise und Backoffice sei am 02.07.2025 endfällig und habe einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,875%. Der Reoffer habe bei 99,101% gelegen, was einen Emissionsspread von +147 BP über Mid Swap bedeutet habe. Neben einer Make Whole Option sei der Bond ab dem 02.04.2025 jederzeit zu pari kündbar.
Smurfit Kappa Acquisitions, ein irisches Unternehmen mit Sitz in Dublin, habe mit seinem 8-jährigen Bond (ISIN XS1849518276 / WKN A192ZF) 600 Mio. Euro frisches Geld eingesammelt und zahle seinen Investoren bis zur Fälligkeit am 15.01.2026 in den Monaten Januar sowie Juli einen Zins in Höhe von 2,875%. Emittiert worden sei zu pari, was einem Emissionsspread von +287 BP über Bund entsprochen habe. Eine Make Whole Option habe sich der Emittent ebenso in die Anleihebedingungen schreiben lassen, wie eine Mindeststückelung von 100.000 Euro. Diese eher bei institutionellen Investoren beliebte Stückelung sei auch von den Unternehmen Teleperformance und Vonovia gewählt worden.
In dieser Handelswoche habe der Euro-Bund-Future einmal mehr von den nicht enden wollenden Drohungen im Wirtschaftskrieg zwischen China, den USA und der EU profitiert. Dass sich inzwischen auch andere Länder mit solchen Gedanken beschäftigen würden und Donald Trump allen Wirtschaftsnationen gerne seine Regeln eines fairen Handels aufoktroyieren würde, verdeutliche die Eigendynamik dieses Konfliktes, der an den Finanzmärkten noch zu heftigen Verwerfungen führen könne. Sicherheit sei das Maß aller Dinge!
Aus diesem Grund hätten viele Investoren entsprechende Sicherungsmaßnahmen getroffen und möchten auf diese Weise verhindern, schlagzeilengetrieben zum Spielball der Finanzmärkte zu werden. Das Problem hatten wir bereits in den ersten sechs Monaten zur Genüge und darauf kann jeder Investor verzichten, so die Analysten der Baader Bank. Hätten die 10-jährigen Bunds zum Jahresbeginn noch knapp über 0,51% rentiert, so sei dieser Wert infolge hoher Aktiennotierungen in der Spitze bis auf ca. 0,80% gestiegen, um Ende Mai bis auf ca. 0,18% zu fallen. Die anschließende Reaktion auf 0,50% sei heftig gewesen, aber auch nicht von langer Dauer, sodass sich inzwischen die Rendite wieder bei ca. 0,30% eingependelt habe.
Doch niemand vermöge zu sagen, wie man eine Gleichung mit so vielen Unbekannten lösen könne. In der Mathematik gebe es hierzu Lösungsansätze, aber an den Finanzmärkten könne in solchen Phasen lediglich die Charttechnik zu Rate gezogen werden. Einen ersten Widerstand stelle das erst kürzlich am 25.06. erreichte Hoch bei 162,57% dar. Ein Überwinden dieser Linie würde den Test der 163%-Marke, was einer Rendite von ca. 0,25% entsprechen würde, als sehr wahrscheinlich erscheinen lassen. Sollte es allerdings in Ermangelung einer Fortsetzung der "Safe Heaven"-Strategie zu Gewinnmitnahmen beim Rentenbarometer kommen, so wäre ein Test der Unterstützungslinie bei 161,25% möglich.
Aktuell notiere der Euro-Bund-Future bei 162,40%, was einer Rendite bei der 10-jährigen Benchmark-Anleihe von ca. 0,306% entspreche.
In dieser Handelswoche hätten sich zwei "Verschuldungs-Schwergewichte" an den Kapitalmärkten refinanziert. Zum einen die USA, die bei dieser Gelegenheit auch eine erste Reaktion aus China hätten erfahren dürfen und Italien, das mit diversen Auktionen ca. 9 Mrd. Euro aufnehmen möchte.
In den USA seien neben den üblichen Geldmarktpapieren (vier Wochen, drei und sechs Monate) für insgesamt 125 Mrd. USD auch noch T-Notes mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren für 116 Mrd. USD versteigert worden.
Obwohl in der Eurozone nur Italien am Primärmarkt aktiv geworden sei, seien auch die Pläne der Bundesrepublik Deutschland zur Refinanzierung im 3. Quartal des Jahres Gesprächsgegenstand an den Finanzmärkten gewesen. So habe die Finanzagentur bekannt gegeben, dass sich der Finanzierungsbedarf des Bundes und seiner Sondervermögen reduziert habe. Insgesamt würden in 2018 "nur noch" 175 Mrd. Euro als Jahresemissionsvolumen geplant, also 6 Mrd. Euro weniger als noch zu Jahresbeginn. Trotz der günstigen Rahmenbedingungen und einem Investitionsstau in Deutschland werde also auch die neue Bundesregierung nicht auf Vorrat refinanzieren und das Augenmerk auf die "Schwarze Null" richten.
Die vermeintlichen Favoriten hätten sich bislang bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland nicht gerade mit Ruhm bekleckert und damit sei nicht nur Deutschland gemeint. Überzeugt und begeistert hätten hingegen die Teams aus der zweiten Reihe!
Am Devisenmarkt sei es derzeit ebenfalls nicht ganz so einfach einen eindeutigen Favoriten beim Währungspaar EUR/USD auszumachen. Am vergangenen Donnerstag habe es noch so ausgesehen, als ob der US-Dollar die Oberhand gewinnen würde, denn die europäische Gemeinschaftswährung sei im Handelsverlauf bis auf 1,1509 USD zurückgefallen und habe damit ein neues Jahrestief markiert. In der Folge habe sich der Euro aber relativ schnell von diesem Rückschlag erholen können und sei am Dienstag zeitweise bis auf 1,1720 USD gestiegen. Damit habe die gemeinsame Währung Eurolands ihrerseits versucht wieder die Führungsposition zu übernehmen. Jedoch bleibe der Handelskonflikt zwischen Amerika und dem Rest der Welt allgegenwärtig. Auch wenn ein Handelskonflikt keinen Sieger kenne, würden die unterschiedlichen Maßnahmen immer wieder einer Währung zum Vorteil bzw. zum Nachteil gereichen und somit nicht immer den von der sanktionierenden Stelle gewünschten Effekt haben. Aktuell notiere das Devisenpaar EUR/USD um die Marke von 1,1535 USD und bewege sich - mit Blick auf die vergangenen Handelstage - zwar noch in einer neutralen Zone, aber bereits wieder nahe am Abgrund.
Obwohl die Türkei bei der Fußball-Weltmeisterschaft nicht dabei sei, sei sie aufgrund der Wahlen am vergangenen Wochenende in den Schlagzeilen omnipräsent gewesen. Der Wahlausgang habe nur wenige Marktbeobachter überrascht, aber dennoch habe die Türkische Lira (TRY) kurzzeitig davon profitieren können. So sei der Euro in erster Reaktion bis auf 5,2854 TRY zurückgefallen, um dann allerdings wieder sehr schnell an Stärke zu gewinnen. Zur Stunde handle die europäische Gemeinschaftswährung bei ca. 5,35 TRY.
Bei den Fremdwährungsanleihen hätten in dieser Woche Anleihen auf Südafrikanische Rand, Mexikanische Peso und Türkische Lira im Fokus gestanden, aber auch US-Dollar-Bonds seien nach wie vor verstärkt nachgefragt worden.
Disclaimer
Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.
Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (28.06.2018/alc/a/a)
Und man könne sagen, die Experten aus Basel seien not amused. Um auf einen Konjunkturabschwung entsprechend reagieren zu können, sei es notwendig, die Geldpolitik weiter zu normalisieren, warne die BIZ in ihrem Jahresbericht, was Mario Draghi als Wink mit dem Zaunpfahl auffassen müsse. Und so begrüße ich den Appell von BIZ-Generaldirektor Agustin Carstens an die Notenbanken, bitte die derzeit günstigen Bedingungen für die Bekämpfung von Schwachstellen zu nutzen, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.
Biete doch der Wirtschaftsaufschwung die Chance, nötige Reformen durchzuführen und wirtschaftspolitische Maßnahmen neu auszurichten - eine Gelegenheit, welche die Notenbanken nicht verpassen sollten, bevor sich dieses Zeitfenster wieder schließe. So sehe die BIZ die Notenbanken, deren Devisenreserven sie verwalte und für die sie auch als wirtschaftswissenschaftliche Denkfabrik diene, vor einer "heiklen Gratwanderung".
Dabei gehe es darum, mit einer Normalisierung der Geldpolitik in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften Handlungsspielraum zurückzugewinnen, um die Anfälligkeit gegenüber langsam entstehenden Bedrohungen zu verringern, wie Generaldirektor Carstens warne. Nur wenn die Notenbanken einen Leitzins deutlich über der Nulllinie festlegen würden, hätten sie auch die Mechanismen in der Hand, auf einen sich abzeichnenden neuerlichen Inflationsanstieg zu reagieren. Auch sollte man eine Überreaktion vermeiden, wenn die Inflation hinter den Zielgrößen der Zentralbanken zurückbleibt bzw. die Volatilität an den Märkten vorübergehend ansteige.
Mit ihrer Warnung treffe die BIZ insbesondere bei der Europäischen Zentralbank (EZB) einen wunden Punkt, habe diese doch zuletzt zwar das Ausschleichen ihres Anleihekaufprogramms zum Jahresende avisiert. Doch wolle die EZB noch mindestens bis Herbst 2019 den Leitzins bei null belassen. Klaus Stopp folge hier der Argumentation von BIZ-Generaldirektor Carstens, der mahne, dass eine geldpolitische Normalisierung Spielraum für antizyklische Maßnahmen schaffen würde, die Gefahr finanzieller Schwachstellen mindern und den Schuldenaufbau bremsen würde. Denn eins sei klar, solange die EZB die Zinsen an der Nulllinie belasse, sei auch ihre Handlungsfähigkeit eingeschränkt.
Der Handelskrieg ziehe immer weitere Kreise und das nicht erst, seit das US-Repräsentantenhaus mit überwältigender Mehrheit ein Gesetz verabschiedet habe, das schärfere Kontrollen für ausländische Investoren vorsehe. Dass ausgerechnet Harley-Davidson mit einer teilweisen Verlagerung der Produktion ins Ausland auf den herrschenden Handelskrieg reagiere, möge den, der die Gesetze des Marktes zu lesen wisse, nicht verwundern. Der traditionsreiche amerikanische Motorradhersteller, immerhin eine Industrie-Ikone der USA, wolle damit, der Logik des Marktes folgend, lediglich die Vergeltungszölle der EU umgehen. Dass ausgerechnet D.T., der Unberechenbare, der Harley-Davidson diese Situation eingebrockt habe, nun Verrat wittere, möge angesichts dessen, was man inzwischen von Trump kenne, auch nicht mehr verwundern.
Trumps Strafzölle auf ausländischen Stahl und Aluminium sowie die EU-Zölle hätten den Motorradhersteller aus Wisconsin doppelt hart getroffen. Ohne die Produktion ins Ausland zu verlagern, rechne Harley-Davidson mit Mehrkosten von bis zu 100 Mio. USD, weshalb man im zweitwichtigsten Markt Europa nicht mehr konkurrenzfähig sei. Trump habe auf das Vorhaben seines einstigen Lieblingsunternehmens mit Drohungen und üblen Beschimpfungen reagierte. Immerhin, bei führenden Republikanern im US-Kongress und Unternehmensverbänden treffe seine protektionistische Handelspolitik auf wachsende Kritik. Vor allem die Eskalation des Streits mit der EU sei kontraproduktiv, heiße es dort.
So erachte auch die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) den sich verschärfenden Handelskonflikt zwischen den USA und anderen großen Volkswirtschaften als eine der größten Gefahren für die Weltwirtschaft. Die Folgen könnten überaus gravierend sein, wenn sie als Bedrohung für das offene, multilaterale Handelssystem gewertet würden, schreibe die BIZ in ihrem Wirtschaftsbericht. Auch deutsche Konzernchefs würden immer wieder die Bedeutung des freien Handels für die Wirtschaft beschwören. Wer Waren mit Zöllen oder Handelsbarrieren künstlich verteuere, verringere das Volkseinkommen, habe jüngst der Chef des Autozulieferers Conti, Elmar Degenhart, gesagt.
Alle diese Wahrheiten würden nun mal zum 1x1 der Weltwirtschaft gehören. Diese aber würden von der Trump-Administration, die ja gerne schon mal mit "alternative facts" argumentiere (ein anderes Wort für Lüge), negiere. Bekanntlich habe der Präsident ja bereits mit Strafzöllen auf Importautos gedroht. Auch dann würden die Reaktionen der Automobilhersteller nüchternen, wirtschaftlichen Abwägungen folgen. Sollten damit weitere Jobs in den USA gefährdet werden, wie etwa in der Stahlindustrie, sei kaum anzunehmen, dass Trump und seine Anhänger zur Einsicht kommen würden. Die Fähigkeit, aus Fehlern zu lernen, scheine ihnen fremd zu sein!
Das, was man Griechenland-Rettung nenne, gehe nach acht Jahren zu Ende. Athen erhalte zum Abschluss noch einmal einen Kredit in Höhe von 15 Mrd. Euro und eine Verlängerung der dringendsten Darlehenslaufzeiten um zehn Jahre. So sollten Zins- und Rückzahlungen älterer Kredite zehn Jahre später beginnen als ursprünglich geplant. Vom 20. August an solle sich Griechenland dann wieder über den Kapitalmarkt finanzieren können. Soweit der Plan!
Ob damit die griechische Krise vorbei sei, wie EU-Finanzkommissar Pierre Moscovici gesagt habe, dürfe allerdings infrage gestellt werden. Denn mit der Ablehnung einer formellen Schuldentilgung durch die Gläubiger bleibe die Gesamtverschuldung Griechenlands bei strammen 180% des BIPs. Die vereinbarte Verlängerung der Kreditlaufzeiten um zehn Jahre verschiebe das Problem lediglich in die Zukunft.
Außerdem müsse die griechische Regierung bis zum Jahr 2022 einen Primärhaushaltsüberschuss von 3,5% beibehalten und dann bis zum Jahr 2060 (!) durchschnittlich 2,2% ausweisen. Das hätten schon wirtschaftlich stärkere Länder nicht geschafft. Aber es habe die Beibehaltung der Sparpolitik um weitere 42 Jahre zur Folge, was den Lebensstandard der Griechen kaum anheben werde. Dies bedeute auch, dass die in Athen so ungeliebten Beobachterteams (früher Troika genannt) auch künftig vorbeischauen würden. Die Alternative wäre ein Schuldenschnitt gewesen, den der Internationale Währungsfonds (IWF) immer wieder gefordert habe, aber insbesondere Deutschland stets vehement abgelehnt habe. Ob nun mit der jetzigen Lösung, die eine Verlagerung des Problems auf nachkommende Generationen bedeutet, eine nachhaltige Schuldentragfähigkeit Griechenlands erreicht werde, dürfe zumindest bezweifelt werden.
Der IWF, der sich an dem dritten Hilfsprogramm für Griechenland nicht mehr beteiligt habe, spiele nun an anderer Stelle in der Welt die Feuerwehr. Nachdem Argentinien den dramatischen Absturz des Pesos nicht habe verhindern können, habe sich Buenos Aires an den wenig geliebten IWF gewandt. Dieser greife dem hoch verschuldeten Land mit insgesamt 50 Mrd. USD unter die Arme, von denen nun 15 Mrd. USD ausgezahlt worden seien. Ursachen für den dramatischen Absturz des ohnehin schon unter Druck stehenden Pesos seien vor allem die steigenden US-Zinsen, die den Run auf den US-Dollar beschleunigt hätten.
Es sei der härteste Test der Welt, würden Bankmanager sagen und den Stresstest meinen, bei dem die US-Notenbank Federal Reserve (FED) durchrechne, wie die Eigenmittelausstattung der Banken im Fall einer neuen Weltwirtschaftskrise aussehen würde. Das schlimmste Szenario sehe einen Anstieg der US-Arbeitslosenquote auf 10% vor, ein Absacken der Immobilienpreise um 30% bis 40% und zugleich ein Einbrechen der Kurse an den Aktienmärkten um zwei Drittel.
Selbst unter diesen drastischen Annahmen sei keine der 35 getesteten Banken durchgefallen, obwohl sie dann zusammen 538 Mrd. USD Verlust machen würden. Auch die krisengeplagte Deutsche Bank habe die Prüfung bestanden. Zumindest was das Eigenkapital betreffe, erfülle die US-Tochter der Deutschen Bank die Vorgaben der FED. Demnach würde die Kernkapitalquote des Instituts selbst bei einer sehr negativen wirtschaftlichen Entwicklung nicht unter 12,2% fallen.
Doch zum Jubeln sei es noch zu früh. Denn die veröffentlichten Ergebnisse würden nur den ersten Teil des Stresstests darstellen. Der zweite, wichtigere Teil folge heute am 28. Juni, nach US-Börsenschluss. Hierbei würden die Prüfer der FED nicht nur Bilanzen durchrechnen, sondern genau analysieren, wie eine Bank ihre Risiken und die Kapitalausstattung manage. Bei diesem Teil des Tests hätten sie entsprechend mehr Ermessensspielraum. Seien die Prüfer nicht zufrieden, könnten sie US-Banken die Ausschüttung einer Dividende verbieten. Bei Auslandstöchtern sei dies zwar nicht möglich. Aber dennoch könnte die FED der Deutschen Bank Vorschriften darüber machen, ob und wieviel Kapital sie der Konzernmutter in Frankfurt überweise. Für den neuen Chef der Deutschen Bank, Christian Sewing, sei also Demut angesagt.
Balsam für die "geschundene Seele" der einst so hoch angesehenen Banker bzw. das Stimmungstief in der Deutschen Bank könnte somit ein Bestehen des zweiten Teils des Stresstests sein. Denn noch immer sei nicht einmal mehr die Hälfte der Mitarbeiter stolz darauf, für die Bank zu arbeiten, habe das "Handelsblatt" mit Verweis auf die jüngste jährliche Mitarbeiterbefragung des Instituts berichtet. Das einzig Positive hierbei sei gewesen, dass sich der Wert im Vergleich zum Vorjahr nur noch minimal verschlechtert habe.
Am gestrigen Mittwoch sei im Finanzausschuss des Bundestages über die Folgen der Dauer-Niedrigzinsen auf die Zinszusatzreserve (ZZR) der Lebensversicherer beraten worden. So seien diese Reserven seit 2012 auf 60 Mrd. Euro zwar angewachsen, aber zukünftig sollten die Zuführungen langsamer erfolgen. Denn ab 2024 würde unter Berücksichtigung eines kontinuierlichen Aufbaus der ZZR eine Überfinanzierung der Zinsgarantie gegenüber den Kunden erzielt werden. Mit einer noch nicht beschlossenen Reduzierung der Zuführung zur ZZR und mit einer Kürzung der Abschlussprovisionen für die Vermittler würde den Versicherern in der Zwischenzeit mehr Geld zur Verfügung stehen.
Die Branche leide insgesamt unter den Folgen der niedrigen Zinsen und das werde auch dadurch deutlich, dass 34 von 87 deutschen Lebensversicherern derzeit unter verschärfter Beobachtung der Finanzaufsicht BaFin stünden. Nach deren Einschätzung sei nämlich bei diesen Instituten nicht auszuschließen, dass mittel- bis langfristig finanzielle Schwierigkeiten zutage treten könnten. Auch dürften 30 Lebensversicherer an ihre Eigentümer keine Dividenden mehr ausschütten und für 33 weitere müsse im Zweifelsfall der finanzkräftige Mutterkonzern geradestehen. Dennoch sehe man beim Branchenverband GDV keinen Grund, an der Stabilität der Branche zu zweifeln. Vielmehr werde darauf verwiesen, dass bereits 2014 mit der Lebensversicherungsreform ein wichtiger Beitrag dazu geleistet worden sei. Geleugnet werde in diesem Zusammenhang aber auch nicht, dass die niedrigen Zinsen eine große Herausforderung für die Versicherer darstellen würden, die man allerdings bisher gut gemeistert habe.
Dabei habe die HOCHTIEF AG die Privatanleger mit einer 500 Mio. Euro schweren Emission und einer Privatanleger-freundlichen Mindeststückelung von 1.000 Euro erfreut. Das Papier (ISIN DE000A2LQ5M4 / WKN A2LQ5M) werde am 03.07.2025 fällig und zahle den Investoren jährlich 1,75% Zinsen. Der Emissionspreis habe bei 99,524% gelegen, was einem Spread von +127 BP über Mid Swap entsprochen habe. Die Anleihe sei drei Monate vor Endfälligkeit (ab dem 03.04.2025) jederzeit zu 100% kündbar.
Deutschlands Wohnungsbauunternehmen Vonovia habe ebenfalls erfolgreich 500 Mio. Euro bis zum 03.07.2023 am Kapitalmarkt aufnehmen können. Das Unternehmen mit Sitz in Bochum habe den Bond (ISIN DE000A192ZH7 / WKN A192ZH) mit einem Zinssatz von 0,875% ausgestattet und das Papier zu 99,437% (+73 BP über Mid Swap) begeben. Das Wertpapier sei neben einer Make Whole Option mit einem Kündigungsrecht ab dem 03.05.2023 zu 100% ausgestattet.
750 Mio. Euro habe Teleperformance am Markt für Corporate Bonds eingesammelt. Die Anleihe (ISIN FR0013346822 / WKN A192W9) des französischen Dienstleisters für Kundenservice, Kundenakquise und Backoffice sei am 02.07.2025 endfällig und habe einen jährlichen Kupon in Höhe von 1,875%. Der Reoffer habe bei 99,101% gelegen, was einen Emissionsspread von +147 BP über Mid Swap bedeutet habe. Neben einer Make Whole Option sei der Bond ab dem 02.04.2025 jederzeit zu pari kündbar.
Smurfit Kappa Acquisitions, ein irisches Unternehmen mit Sitz in Dublin, habe mit seinem 8-jährigen Bond (ISIN XS1849518276 / WKN A192ZF) 600 Mio. Euro frisches Geld eingesammelt und zahle seinen Investoren bis zur Fälligkeit am 15.01.2026 in den Monaten Januar sowie Juli einen Zins in Höhe von 2,875%. Emittiert worden sei zu pari, was einem Emissionsspread von +287 BP über Bund entsprochen habe. Eine Make Whole Option habe sich der Emittent ebenso in die Anleihebedingungen schreiben lassen, wie eine Mindeststückelung von 100.000 Euro. Diese eher bei institutionellen Investoren beliebte Stückelung sei auch von den Unternehmen Teleperformance und Vonovia gewählt worden.
In dieser Handelswoche habe der Euro-Bund-Future einmal mehr von den nicht enden wollenden Drohungen im Wirtschaftskrieg zwischen China, den USA und der EU profitiert. Dass sich inzwischen auch andere Länder mit solchen Gedanken beschäftigen würden und Donald Trump allen Wirtschaftsnationen gerne seine Regeln eines fairen Handels aufoktroyieren würde, verdeutliche die Eigendynamik dieses Konfliktes, der an den Finanzmärkten noch zu heftigen Verwerfungen führen könne. Sicherheit sei das Maß aller Dinge!
Aus diesem Grund hätten viele Investoren entsprechende Sicherungsmaßnahmen getroffen und möchten auf diese Weise verhindern, schlagzeilengetrieben zum Spielball der Finanzmärkte zu werden. Das Problem hatten wir bereits in den ersten sechs Monaten zur Genüge und darauf kann jeder Investor verzichten, so die Analysten der Baader Bank. Hätten die 10-jährigen Bunds zum Jahresbeginn noch knapp über 0,51% rentiert, so sei dieser Wert infolge hoher Aktiennotierungen in der Spitze bis auf ca. 0,80% gestiegen, um Ende Mai bis auf ca. 0,18% zu fallen. Die anschließende Reaktion auf 0,50% sei heftig gewesen, aber auch nicht von langer Dauer, sodass sich inzwischen die Rendite wieder bei ca. 0,30% eingependelt habe.
Doch niemand vermöge zu sagen, wie man eine Gleichung mit so vielen Unbekannten lösen könne. In der Mathematik gebe es hierzu Lösungsansätze, aber an den Finanzmärkten könne in solchen Phasen lediglich die Charttechnik zu Rate gezogen werden. Einen ersten Widerstand stelle das erst kürzlich am 25.06. erreichte Hoch bei 162,57% dar. Ein Überwinden dieser Linie würde den Test der 163%-Marke, was einer Rendite von ca. 0,25% entsprechen würde, als sehr wahrscheinlich erscheinen lassen. Sollte es allerdings in Ermangelung einer Fortsetzung der "Safe Heaven"-Strategie zu Gewinnmitnahmen beim Rentenbarometer kommen, so wäre ein Test der Unterstützungslinie bei 161,25% möglich.
Aktuell notiere der Euro-Bund-Future bei 162,40%, was einer Rendite bei der 10-jährigen Benchmark-Anleihe von ca. 0,306% entspreche.
In dieser Handelswoche hätten sich zwei "Verschuldungs-Schwergewichte" an den Kapitalmärkten refinanziert. Zum einen die USA, die bei dieser Gelegenheit auch eine erste Reaktion aus China hätten erfahren dürfen und Italien, das mit diversen Auktionen ca. 9 Mrd. Euro aufnehmen möchte.
In den USA seien neben den üblichen Geldmarktpapieren (vier Wochen, drei und sechs Monate) für insgesamt 125 Mrd. USD auch noch T-Notes mit Laufzeiten von zwei, fünf und sieben Jahren für 116 Mrd. USD versteigert worden.
Obwohl in der Eurozone nur Italien am Primärmarkt aktiv geworden sei, seien auch die Pläne der Bundesrepublik Deutschland zur Refinanzierung im 3. Quartal des Jahres Gesprächsgegenstand an den Finanzmärkten gewesen. So habe die Finanzagentur bekannt gegeben, dass sich der Finanzierungsbedarf des Bundes und seiner Sondervermögen reduziert habe. Insgesamt würden in 2018 "nur noch" 175 Mrd. Euro als Jahresemissionsvolumen geplant, also 6 Mrd. Euro weniger als noch zu Jahresbeginn. Trotz der günstigen Rahmenbedingungen und einem Investitionsstau in Deutschland werde also auch die neue Bundesregierung nicht auf Vorrat refinanzieren und das Augenmerk auf die "Schwarze Null" richten.
Die vermeintlichen Favoriten hätten sich bislang bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland nicht gerade mit Ruhm bekleckert und damit sei nicht nur Deutschland gemeint. Überzeugt und begeistert hätten hingegen die Teams aus der zweiten Reihe!
Am Devisenmarkt sei es derzeit ebenfalls nicht ganz so einfach einen eindeutigen Favoriten beim Währungspaar EUR/USD auszumachen. Am vergangenen Donnerstag habe es noch so ausgesehen, als ob der US-Dollar die Oberhand gewinnen würde, denn die europäische Gemeinschaftswährung sei im Handelsverlauf bis auf 1,1509 USD zurückgefallen und habe damit ein neues Jahrestief markiert. In der Folge habe sich der Euro aber relativ schnell von diesem Rückschlag erholen können und sei am Dienstag zeitweise bis auf 1,1720 USD gestiegen. Damit habe die gemeinsame Währung Eurolands ihrerseits versucht wieder die Führungsposition zu übernehmen. Jedoch bleibe der Handelskonflikt zwischen Amerika und dem Rest der Welt allgegenwärtig. Auch wenn ein Handelskonflikt keinen Sieger kenne, würden die unterschiedlichen Maßnahmen immer wieder einer Währung zum Vorteil bzw. zum Nachteil gereichen und somit nicht immer den von der sanktionierenden Stelle gewünschten Effekt haben. Aktuell notiere das Devisenpaar EUR/USD um die Marke von 1,1535 USD und bewege sich - mit Blick auf die vergangenen Handelstage - zwar noch in einer neutralen Zone, aber bereits wieder nahe am Abgrund.
Obwohl die Türkei bei der Fußball-Weltmeisterschaft nicht dabei sei, sei sie aufgrund der Wahlen am vergangenen Wochenende in den Schlagzeilen omnipräsent gewesen. Der Wahlausgang habe nur wenige Marktbeobachter überrascht, aber dennoch habe die Türkische Lira (TRY) kurzzeitig davon profitieren können. So sei der Euro in erster Reaktion bis auf 5,2854 TRY zurückgefallen, um dann allerdings wieder sehr schnell an Stärke zu gewinnen. Zur Stunde handle die europäische Gemeinschaftswährung bei ca. 5,35 TRY.
Bei den Fremdwährungsanleihen hätten in dieser Woche Anleihen auf Südafrikanische Rand, Mexikanische Peso und Türkische Lira im Fokus gestanden, aber auch US-Dollar-Bonds seien nach wie vor verstärkt nachgefragt worden.
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Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.
Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (28.06.2018/alc/a/a)
Aktuelle Kursinformationen mehr >
| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 126,0078 € | 125,1945 € | 0,8133 € | +0,65% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 132,00 € | 124,26 € | |
Werte im Artikel
16.04.26
, Helaba
Bund-Future scheitert an 21-Tage-Linie



