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Wer kauft US-Treasuries, wenn die FED aussteigt?


31.01.14 15:02
Rohstoff-Report

München (www.anleihencheck.de) - Wer kauft US-Treasuries, wenn die FED aussteigt, fragen sich die Experten von "BörseGo" in ihrem "Gold- & Rohstoff-Report".

Diese Frage sei eine berechtigte, wenn man bedenke, dass die US-Notenbank Market Maker am amerikanischen Markt für Bundesanleihen sei. Sie wolle diese preisbildende und dominante Rolle jetzt abgeben - nichts anderes bedeute der Ausstieg aus dem QE-Programm. Es gebe jetzt eine offene Stelle zu besetzen: Die des Market Maker am amerikanischen Staatsanleihenmarkt. Wer möchte?

Werde China die Staatsanleihen kaufen? Daran bestehe ein berechtigter Zweifel, die chinesische Notenbank habe bereits bekannt gegeben, die Anhäufung von neuen Devisenreserven (und damit auch USD-Reserven) von nun an begrenzen zu wollen.

Die FED habe bis zum Jahresende 2013 noch Hypothekar- und Bundesanleihen im Wert von 85 Mrd. USD (40 Mrd. USD für Hypothekar- und 45 Mrd. USD für Bundesanleihen) gekauft, ab heute Abend könnte diese Summe auf 65 Mrd. USD sinken, nachdem die Summe bereits im Dezember auf 75 Mrd. USD (35 Mrd. USD für Hypothekar- und 40 Mrd. USD für Bundesanleihen) gesenkt worden sei, schreibe Jon Hilsenrath, der FED-Insider beim "Wall Street Journal".

Wer kaufe dann die Anleihen, wenn sie nicht mehr von der FED erworben würden? Der Vorschlag von US-Präsident Obama: US-Bürger selbst.

Arbeiter in den USA sollten zukünftig steuerbegünstigt eine Altersvorsorge mit dem Kauf von US-Bundesanleihen tätigen dürfen. Dies gelte für all jene Arbeitnehmer, deren Arbeitgeber keine Rentenkasse aufbaue, berichte die Nachrichtenagentur AP. Diese Käufe von Bundesanleihen könnten auf Wunsch auch in traditionelle individuelle Rentenkonten (IRAs) umgewandelt werden, sie würden aber so lange "myRAs" genannt und "ermöglichen den Leuten, ein Ei ins Nest zu legen", so US-Präsident Obama während der gestrigen Ansprache an die Nation.

Es sei bislang unklar, welche Renditen diese Käufe erwirtschaften würden, Obama habe aber klar gestellt, dass die myRAs "vernünftige Renditen" bringen würden und dabei gebe es "kein Risiko das zu verlieren was man hineingetan hat." Das Weiße Haus wolle die neuen Konten per "Exekutivorder" durchsetzen, sodass eine Zustimmung des Kongresses umgangen werde. Millionen Amerikaner würden keine Altersvorsorge besitzen. Das Center for Retirement Research am Boston College schätze, dass dies für 53% der Amerikaner im erwerbsfähigen Alter gelte. Mehrere Arbeitgeberverbände hätten am Abend in den USA angekündigt, auf weitere Details zu den Plänen zu warten.

Die Teilnahme an den myRAs sei nicht verpflichtend. Arbeitnehmer müssten freiwillig zustimmen, daran teilzunehmen. Aber es stimme doch skeptisch, dass dies per Exekutivorder durchgesetzt werden solle, das deute doch eine gewisse Dringlichkeit an. (Ausgabe 2 vom 30.01.2014) (31.01.2014/alc/a/a)