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Weltweite Renditeanstiege brachten auch die CEE-Anleihenmärkte unter Druck
09.07.13 13:57
Pioneer Investments Austria
Wien (www.anleihencheck.de) - Die bereits Ende Mai einsetzende globale Bewegung aus Anleihen setzte sich im Juni fort, so die Experten von Pioneer Investments Austria.
Weltweit seien die Renditen signifikant angestiegen, außerdem hätten Anleihefonds Rekordabflüsse verzeichnet. Grund für diese starke Marktbewegung seien die Ankündigen der US-Notenbank gewesen, ihre Anleihekaufprogramme zurückzufahren. In diesem Umfeld seien natürlich auch die osteuropäischen Rentenmärkte unter Druck gewesen, wobei vor allem der türkische Markt besonders betroffen gewesen sei, der auch noch unter den innenpolitischen Problemen gelitten habe. Am besten hätten sich im Juni noch ungarische Lokalwährungsanleihen gehalten, die nur leichte Verluste verzeichnet hätten. Das Bild bei Hartwährungsanleihen sei ebenso trist gewesen. Auch hier seien starke Verluste verzeichnet worden, wobei USD- schlechter performt hätten als EUR-Anleihen, da vor allem US-Investoren Kasse gemacht und ihre Positionen verkauft hätten. Hier seien neben türkischen auch ukrainische Anleihen stark betroffen gewesen.
In den letzten Tagen habe sich die Situation schon ein wenig stabilisiert, einige der Verluste seien bereits wieder aufgeholt worden. Trotzdem müsse über die Sommermonate mit weiterer Volatilität gerechnet werden. Die Marktauswirkungen des möglichen baldigen Ausstiegs der FED aus ihrem Quantitative Easing auf die CEE-Märkte würden die Experten jedoch für übertrieben halten und mit einer baldigen Stabilisierung der Situation rechnen. Die CEE-Notenbanken sowie die EZB seien in einer ganz anderen Situation als die US-FED und würden daher auch weiter eine eher lockere Geldpolitik fahren.
Ungarische Lokalwährungsanleihen hätten sich dem schlechten globalen Umfeld für Anleihen nicht entziehen können und ebenfalls Kursverluste verzeichnet. Dabei habe sich der ungarische Markt noch vergleichsweise gut gehalten, die Renditen seien zwar um bis zu 40 Basispunkte nach oben gegangen, allerdings hätten andere CEE-Märkte noch mehr verloren. Die Nachrichten aus Ungarn wären eigentlich ganz gut für Anleihen gewesen: Das Wachstum im ersten Quartal sei verhalten gewesen, die Inflation mit 1,8% niedrig und auch die Zentralbank habe wieder die Zinsen (-25 Bp, zum elften Mal in Folge) gesenkt. 10- jährige ungarische Anleihen stünden nun bei einer Rendite von ca. 6%.
Ein ähnliches Bild habe es im Juni auch bei polnischen Anleihen gegeben. Diese hätten allerdings gerade am langen Ende noch mehr verloren, die Renditen seien um bis zu 80 Basispunkte höher gewesen als im (auch schwachen) Vormonat. Auch hier seien Liquidierungen von Positionen aufgrund des globalen Sell-offs verantwortlich gewesen. Das Umfeld wäre auch in Polen gut gewesen: Eine mit 0,5% äußerst niedrig ausgefallene Inflationsrate sowie eine weitere Zinssenkung der Notenbank um 25 Bp hätten in diesem Monat am Programm gestanden. Die Renditen von 10-jährigen Anleihen hätten zu Monatsende bei ca. 4,3% gestanden.
Selbst die normalerweise weniger volatilen tschechischen Anleihen hätten sich in diesem Umfeld schwer getan. Hinzu gekommen seien auch noch die innenpolitischen Kalamitäten, die im Rücktritt des Premierministers Necas gegipfelt hätten. Dies habe zu einem Renditeanstieg von 50 bis 60 Basispunkten geführt. Auch in Tschechien sei die Inflation in diesem Monat sehr niedrig gewesen (1,3%, ein 3-Jahrestief). Der Anstieg in diesem Monat habe dazu geführt, dass 10-jährige tschechische Bonds nun mit 2,4% wieder deutlich über der 2% Marke rentieren würden.
Nachdem sich die politischen Proteste in der Türkei im Juni verschärft hätten und eine gütliche Lösung in weite Ferne gerückt sei, sei es am gesamten türkischen Kapitalmarkt zu massiven Verlusten in diesem Monat gekommen. Davon seien natürlich auch die Anleihen betroffen gewesen, die ja ohnehin schon unter den schlechten globalen Vorgaben gelitten hätten. Die Renditen seien scharf nach oben gegangen, um fast 2% habe die türkische Zinskurve im Monatsvergleich höher notiert. 10-jährige Anleihen seien wieder bei über 8% Rendite angelangt.
Auch bei russischen Bonds sei die Entwicklung ähnlich gewesen, die Renditen seien nach oben gegangen, und zwar um bis zu 70 Bp. (Ausgabe Juli 2013) (09.07.2013/alc/a/a)
Weltweit seien die Renditen signifikant angestiegen, außerdem hätten Anleihefonds Rekordabflüsse verzeichnet. Grund für diese starke Marktbewegung seien die Ankündigen der US-Notenbank gewesen, ihre Anleihekaufprogramme zurückzufahren. In diesem Umfeld seien natürlich auch die osteuropäischen Rentenmärkte unter Druck gewesen, wobei vor allem der türkische Markt besonders betroffen gewesen sei, der auch noch unter den innenpolitischen Problemen gelitten habe. Am besten hätten sich im Juni noch ungarische Lokalwährungsanleihen gehalten, die nur leichte Verluste verzeichnet hätten. Das Bild bei Hartwährungsanleihen sei ebenso trist gewesen. Auch hier seien starke Verluste verzeichnet worden, wobei USD- schlechter performt hätten als EUR-Anleihen, da vor allem US-Investoren Kasse gemacht und ihre Positionen verkauft hätten. Hier seien neben türkischen auch ukrainische Anleihen stark betroffen gewesen.
In den letzten Tagen habe sich die Situation schon ein wenig stabilisiert, einige der Verluste seien bereits wieder aufgeholt worden. Trotzdem müsse über die Sommermonate mit weiterer Volatilität gerechnet werden. Die Marktauswirkungen des möglichen baldigen Ausstiegs der FED aus ihrem Quantitative Easing auf die CEE-Märkte würden die Experten jedoch für übertrieben halten und mit einer baldigen Stabilisierung der Situation rechnen. Die CEE-Notenbanken sowie die EZB seien in einer ganz anderen Situation als die US-FED und würden daher auch weiter eine eher lockere Geldpolitik fahren.
Ein ähnliches Bild habe es im Juni auch bei polnischen Anleihen gegeben. Diese hätten allerdings gerade am langen Ende noch mehr verloren, die Renditen seien um bis zu 80 Basispunkte höher gewesen als im (auch schwachen) Vormonat. Auch hier seien Liquidierungen von Positionen aufgrund des globalen Sell-offs verantwortlich gewesen. Das Umfeld wäre auch in Polen gut gewesen: Eine mit 0,5% äußerst niedrig ausgefallene Inflationsrate sowie eine weitere Zinssenkung der Notenbank um 25 Bp hätten in diesem Monat am Programm gestanden. Die Renditen von 10-jährigen Anleihen hätten zu Monatsende bei ca. 4,3% gestanden.
Selbst die normalerweise weniger volatilen tschechischen Anleihen hätten sich in diesem Umfeld schwer getan. Hinzu gekommen seien auch noch die innenpolitischen Kalamitäten, die im Rücktritt des Premierministers Necas gegipfelt hätten. Dies habe zu einem Renditeanstieg von 50 bis 60 Basispunkten geführt. Auch in Tschechien sei die Inflation in diesem Monat sehr niedrig gewesen (1,3%, ein 3-Jahrestief). Der Anstieg in diesem Monat habe dazu geführt, dass 10-jährige tschechische Bonds nun mit 2,4% wieder deutlich über der 2% Marke rentieren würden.
Nachdem sich die politischen Proteste in der Türkei im Juni verschärft hätten und eine gütliche Lösung in weite Ferne gerückt sei, sei es am gesamten türkischen Kapitalmarkt zu massiven Verlusten in diesem Monat gekommen. Davon seien natürlich auch die Anleihen betroffen gewesen, die ja ohnehin schon unter den schlechten globalen Vorgaben gelitten hätten. Die Renditen seien scharf nach oben gegangen, um fast 2% habe die türkische Zinskurve im Monatsvergleich höher notiert. 10-jährige Anleihen seien wieder bei über 8% Rendite angelangt.
Auch bei russischen Bonds sei die Entwicklung ähnlich gewesen, die Renditen seien nach oben gegangen, und zwar um bis zu 70 Bp. (Ausgabe Juli 2013) (09.07.2013/alc/a/a)


