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Warum sich Asien-Anleihen lohnen
25.06.14 12:26
ING Investment Management
Den Haag (www.anleihencheck.de) - Die Ursprünge der asiatischen Anleihemärkte liegen bereits Jahrhunderte zurück, so Alia Yousuf, Lead Portfolio Manager für asiatische Lokalwährungsanleihen bei ING Investment Management Singapur im aktuellen "Spotlight".
So sei der Bond-Markt in China 1861 in der Qing-Dynastie entstanden, als Anleihen zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten und Kriegen ausgegeben worden seien. Doch Emissionen hätten nur sporadisch stattgefunden, von einem organisierten Markt habe keine Rede sein können. Das habe sich Ende der 1980er Jahre geändert. Inzwischen sei Chinas heimischer Anleihemarkt bei weitem der größte in Asien (außer Japan). Optimistischen Schätzungen zufolge belaufe sich sein Volumen auf 5,5 Bio. USD.
Der indische Anleihemarkt sei angeblich sogar noch älter und datiere auf das Jahr 1810, als die East India Company eine Anleiheemission aufgelegt habe, um die anglo-französischen Kriege zu finanzieren. Auch dieser Markt habe sich erheblich weiterentwickelt: Seit seiner Deregulierung in den 1990er Jahren sei er mit einem Volumen von knapp 800 Mrd. USD zum zweitgrößten der Region aufgestiegen.
Der systematische Ausbau der asiatischen Bond-Märkte habe erst nach der asiatischen Finanzkrise Ende der 1990er Jahre begonnen. In der Vergangenheit habe man sich in Asien vor allem auf die Wachstumsfinanzierung durch Banken verlassen. Doch im Nachgang der Krise hätten stabilere Finanzierungsquellen aufgetan werden müssen: Die Stunde der Bond-Märkte habe geschlagen. Im Zuge der Wachstumsentwicklung hätten die Regierungen ihre heimischen Anleihemärkte ausgebaut. Dazu hätten auch makroprudenzielle Maßnahmen gezählt, die das exponenzielle Wachstum der Märkte für Hard-Currency- und Lokalwährungsanleihen vorangetrieben hätten.
Mit dem Angebot an Schuldtiteln sei auch die Nachfrage gestiegen. Rasches Wirtschaftswachstum habe zu wachsendem Vermögensaufbau in der gesamten Region geführt. Das zeige sich nicht nur am Anstieg der Pro-Kopf-BIP in der Region, sondern auch an der Zunahme und dem Umfang der von institutionellen Investoren, wie Versicherungsgesellschaften, Banken, öffentlichen und privaten Vorsorgeeinrichtungen, Zentralbanken und Staatsfonds, gehaltenen Vermögen.
Trotz dieser rapiden Zunahme der Pensionsfondsvermögen bestehe in Asien weiterhin eine massive Unterdeckung, d.h. das Pensionsvermögen reiche nicht, um die Nachfrage zu decken. Das zeige sich insbesondere, wenn man den Deckungsgrad asiatischer Länder mit dem von OECD-Staaten vergleiche. Die positive Korrelation zwischen dem Pro-Kopf-Einkommen und dem Grad der Rentenabsicherung sei hoch.
Das Wirtschaftswachstum in Asien solle das Wachstum in der übrigen Welt auf viele Jahre hinaus übertreffen. Grund sei der massive Nachfragestau, der von Faktoren wie hohe Bevölkerungszahlen, Verstädterung und technologischer Fortschritt angekurbelt werde. Mit zunehmendem Wachstum und Fortschritt steige auch der Bedarf an Altersvorsorge- und Versicherungsleistungen. Man könne also davon ausgehen, dass das institutionelle Vermögen in beschleunigtem Tempo weiterwachse. Pensionskassen würden vorzugsweise auf festverzinsliche Anleihen setzen; für heimische Festzinsanlagen sei das günstig.
Das lasse sich auch an der breiten Vielfalt der Investorenbasis bei Asien-Anleihen ablesen. Das Engagement ausländischer Investoren an den lokalen Anleihemärkten Asiens werde regelmäßig als Risiko hervorgehoben. Tatsächlich sei es jedoch so, dass die meisten Länder Asiens über eine tief verwurzelte und sich ausweitende Investorenbasis vor Ort verfügen würden, die den heimischen Anleihemarkt auf lange Sicht stütze.
Asiatische Regierungen würden sich zudem aktiv um den strukturellen Ausbau der heimischen Anleihe- und Devisenmärkte bemühen. So habe die Indonesische Zentralbank erst kürzlich eine effizienz- und transparenzsteigernde Maßnahme umgesetzt, indem sie den Handel der Indonesischen Rupiah über den Referenzkurs JISDOR (Jakarta Interbank Spot Dollar Reference Rate) zugelassen habe. Die Märkte hätten diesen Schritt begrüßte, wie sich am lebhafteren Handel mit indonesischen Anleihen und Devisen habe ablesen lassen. Und das sei nur ein Beispiel für die vielfältigen Verbesserungen, die sich in jüngster Zeit in der Region abzeichnen würden. (25.06.2014/alc/a/a)
So sei der Bond-Markt in China 1861 in der Qing-Dynastie entstanden, als Anleihen zur Finanzierung von Infrastrukturprojekten und Kriegen ausgegeben worden seien. Doch Emissionen hätten nur sporadisch stattgefunden, von einem organisierten Markt habe keine Rede sein können. Das habe sich Ende der 1980er Jahre geändert. Inzwischen sei Chinas heimischer Anleihemarkt bei weitem der größte in Asien (außer Japan). Optimistischen Schätzungen zufolge belaufe sich sein Volumen auf 5,5 Bio. USD.
Der indische Anleihemarkt sei angeblich sogar noch älter und datiere auf das Jahr 1810, als die East India Company eine Anleiheemission aufgelegt habe, um die anglo-französischen Kriege zu finanzieren. Auch dieser Markt habe sich erheblich weiterentwickelt: Seit seiner Deregulierung in den 1990er Jahren sei er mit einem Volumen von knapp 800 Mrd. USD zum zweitgrößten der Region aufgestiegen.
Der systematische Ausbau der asiatischen Bond-Märkte habe erst nach der asiatischen Finanzkrise Ende der 1990er Jahre begonnen. In der Vergangenheit habe man sich in Asien vor allem auf die Wachstumsfinanzierung durch Banken verlassen. Doch im Nachgang der Krise hätten stabilere Finanzierungsquellen aufgetan werden müssen: Die Stunde der Bond-Märkte habe geschlagen. Im Zuge der Wachstumsentwicklung hätten die Regierungen ihre heimischen Anleihemärkte ausgebaut. Dazu hätten auch makroprudenzielle Maßnahmen gezählt, die das exponenzielle Wachstum der Märkte für Hard-Currency- und Lokalwährungsanleihen vorangetrieben hätten.
Trotz dieser rapiden Zunahme der Pensionsfondsvermögen bestehe in Asien weiterhin eine massive Unterdeckung, d.h. das Pensionsvermögen reiche nicht, um die Nachfrage zu decken. Das zeige sich insbesondere, wenn man den Deckungsgrad asiatischer Länder mit dem von OECD-Staaten vergleiche. Die positive Korrelation zwischen dem Pro-Kopf-Einkommen und dem Grad der Rentenabsicherung sei hoch.
Das Wirtschaftswachstum in Asien solle das Wachstum in der übrigen Welt auf viele Jahre hinaus übertreffen. Grund sei der massive Nachfragestau, der von Faktoren wie hohe Bevölkerungszahlen, Verstädterung und technologischer Fortschritt angekurbelt werde. Mit zunehmendem Wachstum und Fortschritt steige auch der Bedarf an Altersvorsorge- und Versicherungsleistungen. Man könne also davon ausgehen, dass das institutionelle Vermögen in beschleunigtem Tempo weiterwachse. Pensionskassen würden vorzugsweise auf festverzinsliche Anleihen setzen; für heimische Festzinsanlagen sei das günstig.
Das lasse sich auch an der breiten Vielfalt der Investorenbasis bei Asien-Anleihen ablesen. Das Engagement ausländischer Investoren an den lokalen Anleihemärkten Asiens werde regelmäßig als Risiko hervorgehoben. Tatsächlich sei es jedoch so, dass die meisten Länder Asiens über eine tief verwurzelte und sich ausweitende Investorenbasis vor Ort verfügen würden, die den heimischen Anleihemarkt auf lange Sicht stütze.
Asiatische Regierungen würden sich zudem aktiv um den strukturellen Ausbau der heimischen Anleihe- und Devisenmärkte bemühen. So habe die Indonesische Zentralbank erst kürzlich eine effizienz- und transparenzsteigernde Maßnahme umgesetzt, indem sie den Handel der Indonesischen Rupiah über den Referenzkurs JISDOR (Jakarta Interbank Spot Dollar Reference Rate) zugelassen habe. Die Märkte hätten diesen Schritt begrüßte, wie sich am lebhafteren Handel mit indonesischen Anleihen und Devisen habe ablesen lassen. Und das sei nur ein Beispiel für die vielfältigen Verbesserungen, die sich in jüngster Zeit in der Region abzeichnen würden. (25.06.2014/alc/a/a)


