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Wahlen des African National Congress - Rand könnte bei einem Sieg Ramaphosas profitieren
08.12.17 13:45
Legal & General IM
London (www.anleihencheck.de) - Vom 16. bis 20. Dezember 2017 findet in Südafrika die Wahl des neuen Präsidenten des African National Congress (ANC) statt, so Magdalena Polan, Senior Economist bei Legal & General Investment Managers.
Es sei das wohl größte politische Ereignis des Jahres: Das Wahlergebnis werde richtungsweisend für die politische Landschaft Südafrikas sein. 5.000 ANC-Delegierte würden dann ihren neuen Präsidenten wählen, der höchstwahrscheinlich auch der nächste Präsident des Landes werden werde. "Der ungewisse Ausgang der Wahl macht sich auch an den Märkten bemerkbar. Die Entwicklung der südafrikanischen Wirtschaft und Vermögenswerte ist derzeit - ähnlich wie der Ausgang der Wahl - schwer einzuschätzen", so Polan. Je nach Wahlergebnis werde sich auch entscheiden, in welche Richtung sich das Land wirtschaftlich entwickeln werde.
Derzeit hätten sich die beiden Hauptanwärter für den Parteivorsitz, der derzeitige Vizepräsident Cyril Ramaphosa und die ehemalige Vorsitzende der Kommission der Afrikanischen Union (AU) Nkosazana Dlamini-Zuma, ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert. Während Ramaphosa sich zu den "Reformer/innen" bekenne, sei Dlamini-Zuma auf der Seite der "Traditionalist/innnen" angesiedelt. Damit ständen sie auf unterschiedlichsten politischen Plattformen. Ramaphosa liege laut Wahlumfragen derzeit nur mit einem leichten Vorsprung in Führung. "Wie die Wahl ausgeht ist nicht nur völlig unklar", so Polan, "sie birgt sogar das Risiko, dass sich der ANC spaltet, wenn keiner der Kandidaten eine deutliche Mehrheit erlangen kann." Sollte das passieren, würde dies den Wahlerfolg der ANC bei den Parlamentswahlen 2019 ernsthaft gefährden. "Die ANC regiert Südafrika seit den frühen 1990ern. Um das Risiko des Machtverlustes zu verringern, wird möglicherweise ein dritter Kandidat gewählt, der die Partei zusammenhält." Wer das sein könne sei jedoch nicht klar, was die Unsicherheit noch weiter erhöhe.
"Durch die politische Ungewissheit ergeben sich unterschiedliche Szenarien für Währung, Anleihen und Aktien des Landes", so Polan. "Wir glauben, dass der südafrikanische Rand von einem Sieg Ramaphosas profitieren würde. Eine stärkere Währung und eine stabile Inflation in Kombination mit einem Marktaufschwung würde sich auch positiv auf lokale Anleihen und Aktien auswirken." Eine solche Rally könne aber laut Polan möglicherweise nur von kurzer Dauer sein, da Ramaphosa den ANC leiten und politische Impulse setzen müsste, während der aktuelle Präsident Jacob Zuma noch im Amt sei. Die Wirtschaft könne dennoch von einer besseren Marktstimmung profitieren, Reformen gäbe es dann aber erst nach der Wahl 2019 . "Ein Sieg von Dlaminini-Zuma könnte sich dagegen negativ auf die Märkte auswirken. Sollte sie jedoch eine Zusammenarbeit mit Reformisten in Betracht ziehen, könnte dies die Stimmung heben und sich positiv auf den Rand auswirken", so Polan weiter.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sei zudem das Fehlen einer klaren Wahlagenda bei beiden Kandidaten. Das habe negative Auswirkungen auf das Rating des Landes und reduziere die Wahrscheinlichkeit, dass Anleihen des Landes in wichtige Anleiheindices aufgenommen würden. Vor kurzem erst habe die Ratingagentur Moodys entschieden, mit einer Bewertung bis nach dem ANC-Kongress und der Aktualisierung des Februar-Budgets zu warten. Aufgrund der schlechten fiskalischen Aussichten habe S&P Global Ratings die Lokalwährungsanleihen auf Sub-Investment-Grade heruntergestuft. Damit würden die Anleihen aus mindestens einem bei Investoren beliebten Index herausfallen. "Dies könnte zu Zwangsverkäufen führen. Lokale Anleihen haben seit Oktober an Wert verloren. Der Markt hat sich jedoch nach dieser Entscheidung unmittelbar erholt", so Polan. Mit der Entscheidung von Moodys könnte der Anleihenmarkt jedoch wieder unter Druck geraten.
Eines sei jedoch sicher: Ohne Reformen, insbesondere bei den staatseigenen Unternehmen, bei der Bildung und der Verbesserung des Geschäftsklimas sowie der Investitionsausgaben für längerfristige Anlagegüter, werde Südafrika weiterhin mit geringem Wachstum zu kämpfen haben. "Selbst kleinere Reformen, die sich mit den für Wachstum und Investitionen hinderlichsten Hemmnissen befassen würden, , könnten die Aussichten des Landes erhöhen. Letztendlich müssen wir jedoch die Entscheidung vom 20. Dezember abwarten", schließe Polan. (08.12.2017/alc/a/a)
Es sei das wohl größte politische Ereignis des Jahres: Das Wahlergebnis werde richtungsweisend für die politische Landschaft Südafrikas sein. 5.000 ANC-Delegierte würden dann ihren neuen Präsidenten wählen, der höchstwahrscheinlich auch der nächste Präsident des Landes werden werde. "Der ungewisse Ausgang der Wahl macht sich auch an den Märkten bemerkbar. Die Entwicklung der südafrikanischen Wirtschaft und Vermögenswerte ist derzeit - ähnlich wie der Ausgang der Wahl - schwer einzuschätzen", so Polan. Je nach Wahlergebnis werde sich auch entscheiden, in welche Richtung sich das Land wirtschaftlich entwickeln werde.
"Durch die politische Ungewissheit ergeben sich unterschiedliche Szenarien für Währung, Anleihen und Aktien des Landes", so Polan. "Wir glauben, dass der südafrikanische Rand von einem Sieg Ramaphosas profitieren würde. Eine stärkere Währung und eine stabile Inflation in Kombination mit einem Marktaufschwung würde sich auch positiv auf lokale Anleihen und Aktien auswirken." Eine solche Rally könne aber laut Polan möglicherweise nur von kurzer Dauer sein, da Ramaphosa den ANC leiten und politische Impulse setzen müsste, während der aktuelle Präsident Jacob Zuma noch im Amt sei. Die Wirtschaft könne dennoch von einer besseren Marktstimmung profitieren, Reformen gäbe es dann aber erst nach der Wahl 2019 . "Ein Sieg von Dlaminini-Zuma könnte sich dagegen negativ auf die Märkte auswirken. Sollte sie jedoch eine Zusammenarbeit mit Reformisten in Betracht ziehen, könnte dies die Stimmung heben und sich positiv auf den Rand auswirken", so Polan weiter.
Ein weiterer Unsicherheitsfaktor sei zudem das Fehlen einer klaren Wahlagenda bei beiden Kandidaten. Das habe negative Auswirkungen auf das Rating des Landes und reduziere die Wahrscheinlichkeit, dass Anleihen des Landes in wichtige Anleiheindices aufgenommen würden. Vor kurzem erst habe die Ratingagentur Moodys entschieden, mit einer Bewertung bis nach dem ANC-Kongress und der Aktualisierung des Februar-Budgets zu warten. Aufgrund der schlechten fiskalischen Aussichten habe S&P Global Ratings die Lokalwährungsanleihen auf Sub-Investment-Grade heruntergestuft. Damit würden die Anleihen aus mindestens einem bei Investoren beliebten Index herausfallen. "Dies könnte zu Zwangsverkäufen führen. Lokale Anleihen haben seit Oktober an Wert verloren. Der Markt hat sich jedoch nach dieser Entscheidung unmittelbar erholt", so Polan. Mit der Entscheidung von Moodys könnte der Anleihenmarkt jedoch wieder unter Druck geraten.
Eines sei jedoch sicher: Ohne Reformen, insbesondere bei den staatseigenen Unternehmen, bei der Bildung und der Verbesserung des Geschäftsklimas sowie der Investitionsausgaben für längerfristige Anlagegüter, werde Südafrika weiterhin mit geringem Wachstum zu kämpfen haben. "Selbst kleinere Reformen, die sich mit den für Wachstum und Investitionen hinderlichsten Hemmnissen befassen würden, , könnten die Aussichten des Landes erhöhen. Letztendlich müssen wir jedoch die Entscheidung vom 20. Dezember abwarten", schließe Polan. (08.12.2017/alc/a/a)


