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Währungstreiber ändern sich
23.08.16 11:43
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Anleger in die japanische Valuta konnten sich in diesem Jahr besonders freuen, da der Yen seit Jahresbeginn nahezu 20% zugelegt hat, so Ursina Kubli, Ökonomin, Bank J. Safra Sarasin AG.
Gefolgt werde die Rangliste der stärksten G10-Währungen von den Rohstoffwährungen Norwegische Krone, Kanadischer Dollar sowie den Antipodenwährungen Australischer und Neuseeländischer Dollar. Auf den ersten Blick scheine bei dieser Kombination der stärksten G10-Währungen etwas nicht zu stimmen. Normalerweise fungiere der Japanische Yen als sicherer Hafen, während die Rohstoffwährungen hingegen sehr zyklische Währungen seien. Demnach würden sich Währungsgewinne in dieser Kombination ausschließen. Der Yen sei bei hoher Risikoaversion an den Finanzmärkten besonders gefragt, während die Rohstoffwährungen in einem risikoaversen Umfeld in der Regel hohe Kursrückschläge erleiden würden.
Das einfache Raster von sogenannten "risk on"und "risk off"-Währungen habe in den vergangenen Jahren sehr gut funktioniert. Neben den Rohstoffwährungen hätten auch das Britische Pfund und die Schwedische Krone in die Kategorie der "risk on"-Währungen gehört, während der Schweizer Franken und der US-Dollar neben dem Yen zu den "risk off"-Währungen gehört hätten. Die richtige Einschätzung der Stimmung an den Finanzmärkten habe meist zu einer guten Einordnung der zukünftigen Währungsbewegungen geführt.
Die Schwankungen im Risikoappetit seien im Jahr 2016 als Währungstreiber offenbar in den Hintergrund getreten. Erklärt würden die Bewegungen an den Devisenmärkten vielmehr durch die Entwicklung der Realzinsen. Anfang Jahr seien die Realzinsen mit der Ausnahme von Norwegen und Kanada noch in den meisten Währungsräumen positiv gewesen. Inzwischen lägen die Realzinsen einzig in Australien, den USA und in Japan im positiven Bereich. Die langfristigen Realzinsen würden in Australien noch immer mehr als 1% betragen und erklären, weshalb der Australische Dollar in diesem Jahr trotz Zinssenkungen der Australischen Zentralbank (RBA) von je 25 Basispunkten im Mai und August habe zulegen können. Auch die Realzinsdifferenzen zwischen den USA und Japan hätten sich in diesem Jahr zugunsten des Yen entwickelt. Innerhalb eines Jahres habe sich die langfristige Realzinsdifferenz zwischen den USA und Japan von 1,75% auf knapp 0,5% verringert und zum stärkeren Yen beigetragen. Auch beim EUR/USD könnten die Realzinsdifferenzen den höheren Wechselkurs erklären.
In einem anhaltenden Tiefzinsumfeld werde die Suche nach Rendite bei den Währungen das überragende Thema bleiben. Im G10-Währungsuniversum dürften die Währungen Australischer Dollar, US-Dollar und Japanischer Yen unterstützt bleiben. Die positiven Realzinsen in Japan würden der BoJ praktisch verunmöglichen, den positiven Trend des Yen nachhaltig zu kehren. Bei Währungen mit negativen Realzinsen, in welchen die Geldpolitik sogar noch weiter gelockert werden könnte, namentlich in der Eurozone und in der Schweiz, würden die Experten entsprechend vorsichtig bleiben. (23.08.2016/alc/a/a)
Gefolgt werde die Rangliste der stärksten G10-Währungen von den Rohstoffwährungen Norwegische Krone, Kanadischer Dollar sowie den Antipodenwährungen Australischer und Neuseeländischer Dollar. Auf den ersten Blick scheine bei dieser Kombination der stärksten G10-Währungen etwas nicht zu stimmen. Normalerweise fungiere der Japanische Yen als sicherer Hafen, während die Rohstoffwährungen hingegen sehr zyklische Währungen seien. Demnach würden sich Währungsgewinne in dieser Kombination ausschließen. Der Yen sei bei hoher Risikoaversion an den Finanzmärkten besonders gefragt, während die Rohstoffwährungen in einem risikoaversen Umfeld in der Regel hohe Kursrückschläge erleiden würden.
Die Schwankungen im Risikoappetit seien im Jahr 2016 als Währungstreiber offenbar in den Hintergrund getreten. Erklärt würden die Bewegungen an den Devisenmärkten vielmehr durch die Entwicklung der Realzinsen. Anfang Jahr seien die Realzinsen mit der Ausnahme von Norwegen und Kanada noch in den meisten Währungsräumen positiv gewesen. Inzwischen lägen die Realzinsen einzig in Australien, den USA und in Japan im positiven Bereich. Die langfristigen Realzinsen würden in Australien noch immer mehr als 1% betragen und erklären, weshalb der Australische Dollar in diesem Jahr trotz Zinssenkungen der Australischen Zentralbank (RBA) von je 25 Basispunkten im Mai und August habe zulegen können. Auch die Realzinsdifferenzen zwischen den USA und Japan hätten sich in diesem Jahr zugunsten des Yen entwickelt. Innerhalb eines Jahres habe sich die langfristige Realzinsdifferenz zwischen den USA und Japan von 1,75% auf knapp 0,5% verringert und zum stärkeren Yen beigetragen. Auch beim EUR/USD könnten die Realzinsdifferenzen den höheren Wechselkurs erklären.
In einem anhaltenden Tiefzinsumfeld werde die Suche nach Rendite bei den Währungen das überragende Thema bleiben. Im G10-Währungsuniversum dürften die Währungen Australischer Dollar, US-Dollar und Japanischer Yen unterstützt bleiben. Die positiven Realzinsen in Japan würden der BoJ praktisch verunmöglichen, den positiven Trend des Yen nachhaltig zu kehren. Bei Währungen mit negativen Realzinsen, in welchen die Geldpolitik sogar noch weiter gelockert werden könnte, namentlich in der Eurozone und in der Schweiz, würden die Experten entsprechend vorsichtig bleiben. (23.08.2016/alc/a/a)


