Währungshüter mit Anlagenotstand


27.01.17 12:37
Baader Bank

Unterschleissheim (www.anleihencheck.de) - In der Vergangenheit hatten die Hüter der Devisenreserven meist das klassische Prinzip "Kaufe ultrasichere Wertpapiere" angewandt, um Gelder gewinnbringend zu verwalten, so Klaus Stopp, Leiter der Skontroführung Renten bei der Baader Bank.

Hierbei sei oftmals in US-Staatsanleihen investiert worden, was wiederum von vielen Marktteilnehmern nicht als unproblematisch eingestuft worden sei. Die dadurch entstandene "Überkreuzverflechtung" zwischen Staaten könne in einer gegenseitigen Abhängigkeit gipfeln und somit schnell zum Zankapfel werden. Doch auch in Zeiten eines festen US-Dollar sei diese Alternative nicht mehr das alleinige "Überlebenselixier". Und so hätten Notenbanker umdenken und sich nach neuen Investitionsmöglichkeiten umschauen müssen.

Deshalb hätten sich die Währungshüter weltweit entschlossen, einen Teil ihrer Devisenreserven in Aktien, Firmenanteile und andere risikoreiche Finanzanlagen zu investieren. Diese Spekulation zur Gewinnmaximierung, die oftmals an externe Geldmanager ausgelagert werde, hbe den Nebeneffekt, dass sie zu Marktverzerrungen führe. Durch eine erhöhte Nachfrage, welche auf ein begrenztes Angebot an Firmenanteilen treffe, würden die Aktienkurse in die Höhe getrieben.

Doch nicht alle Finanzmärkte seien für solche Aktivitäten geeignet. So habe eine übermäßige Nachfrage an den kleinen Märkten für Australische und Neuseeländische Dollar sowie für Norwegische Kronen zu Verwerfungen geführt, da diese Märkte nicht die Liquidität absorbieren könnten, welche nach Anlage verlange. Problematisch sei hierbei auch die Tatsache, dass manche dieser Nationen im Falle einer Abwertung ihrer Währung in einen Teufelskreis geraten und zum Ausgleich ihrer erlittenen Verluste noch mehr Risiko eingehen würden.

Somit sei der Wechsel vom Liquiditäts- zum Investmentmanager vorprogrammiert, zumal die weltweit seit 1995 von 1,4 auf 11 Bill. US-Dollar angestiegenen Devisenreserven nicht nebenbei zu verwalten seien. Jede Kapitalsammelstelle versuche - wie jeder Investor - das Optimum bei der Anlage der liquiden Mittel zu erzielen. Zusätzlich würden die diversen QE-Maßnahmen der Notenbanken für Verzerrungen an den Märkten sorgen. Vieles erinnert an ein Pulverfass, auf dem wir sitzen, mit einer Lunte, deren Länge wir nicht kennen, so die Analysten der Baader Bank.

Donald Trump mache Ernst. Statt Freihandel setze der neue US-Präsident auf Protektionismus. Kaum im Amt, lasse Trump seinen Ankündigungen Taten folgen und erteile nicht nur dem Mauerbau zu Mexiko die Genehmigung, sondern auch dem Transpazifischen Freihandelsabkommen TPP, das 2018 in Kraft treten sollte, eine Absage. Damit drohe auch das Handelsabkommen TTIP zwischen der EU und den USA, das noch gar nicht ausverhandelt sei, erst recht zu scheitern.

Barack Obama habe in jahrelangen Verhandlungen den Freihandels-Pakt TPP mit Australien, Brunei, Chile, Japan, Kanada, Malaysia, Mexiko, Neuseeland, Peru, Singapur und Vietnam ausgearbeitet. Tatsächlich ratifiziert habe es bisher nur Japan. Zusammen seien die TPP-Länder für rund 40% der weltweiten Wirtschaftsleistung verantwortlich. TPP hätte zahlreiche Standards der Mitgliedsländer in den Bereichen Umweltschutz, Arbeitnehmerrechte und Schutz für bestimmte Industrien vereinfacht. Ziel sei es gewesen, einen riesigen Binnenmarkt nach EU-Vorbild mit 800 Mio. Menschen zu formen, was laut Obama bis zu 650.000 neue Arbeitsplätze in den USA hätte schaffen können.

Trump habe dagegen im Wahlkampf von TPP als "Arbeitsplatzvernichter" gesprochen. Allerdings habe auch Hillary Clinton versprochen, TPP zu stoppen, allerdings vor allem wegen fehlender Arbeits- und Umweltstandards. Wen die TPP-Partner von Beginn an außen vor gelassen hätten, sei China gewesen. Schließlich habe man ein Gegengewicht zur größten Handelsnation in Asien bilden wollen.

Denn auch ohne die USA seien die Bündnispartner Japan, Australien und Neuseeland bemüht, die von Trump aufgekündigte Vereinbarung zu retten. Die Absage der neuen Regierung in Washington sei auch eine Chance für TPP, habe Australiens Premierminister Malcolm Turnbull gesagt. Schließlich könne man TPP auch ohne die USA weiterentwickeln. Und mehr noch: Das Bündnis könne sich möglicherweise auch für China öffnen, habe Turnbull gesagt.

Bereits auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos habe Australiens Handelsminister Steven Ciobo bekannt gegeben, dass sein Land zusammen mit den anderen TPP-Staaten sowie Kanada und Mexiko ein Konzept "TPP 12 minus eins" prüfe. In diesem Rahmen gebe es Spielraum für China, so Ciobo. Einzig Japan wolle davon nichts wissen. Dennoch, sollte das Reich der Mitte also tatsächlich irgendwann TPP beitreten dürfen, wäre ironischerweise genau das Land der große Gewinner, das man ursprünglich draußen habe halten wollen. Für Trump würde der Schuss dann nach hinten losgehen.

Der Fall zeige, dass die handelspolitischen Gewichte weltweit bereits wenige Tage nach dem Amtsantritt von Donald Trump in Bewegung geraten seien. Dies verdeutliche aber auch, dass es noch Länder gebe, die selbstbewusst gegenüber protektionistischen Tendenzen die Werte des Freihandels verteidigen würden.

Es dürfte klar sein, dass durch den Umbruch, den Donald Trump einläute, auf Europa größere Anstrengungen zukommen würden. Davon sei jedenfalls Friedrich Merz überzeugt. So schreibe der Deutschland-Aufsichtsratschef des Vermögensverwalters BlackRock und Vorsitzender des Vereins "Atlantik-Brücke", in einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" von neuen Herausforderungen für Europa in Fragen der Außen-, Handels- und Finanzpolitik. Das Ganze lese sich wie ein Weckruf an die EU.

Merz sehe in der neuen US-Finanzpolitik ein abruptes Ende der Regulierung und eine Rückabwicklung von Bestimmungen, die man als Lehren aus der Finanzkrise bisher im Konsens zwischen Europa und Amerika eingeführt habe. Europäischen Banken, so seine Erwartung, werde es künftig noch schwerer fallen, in den USA Geschäfte zu machen. In der Handelspolitik werde es Europa laut dem CDU-Politiker noch sehr bedauern, "leichtfertig" zum Scheitern eines transatlantischen Handelsabkommens beigetragen zu haben. Und zum guten Schluss werde unter Trump nun auch das Verhältnis zwischen Europa und den USA neu justiert, was außenpolitische Neuerungen zur Folge haben werde.

Dass man sich in Brüssel neu orientieren müsse, darauf weise auch "Noch-Bundeswirtschaftsminister" Sigmar Gabriel hin. "Europa sollte jetzt schnell an einer neuen Asienstrategie arbeiten", habe er dem "Handelsblatt" gesagt. Demnach solle der Blick insbesondere in Richtung Indien und China gehen. "Die Räume, die Amerika frei macht, müssen wir jetzt nutzen", so Gabriels Credo. Sollte Trump einen Handelskrieg mit Asien und Südamerika beginnen, sehe Gabriel neue Chancen für die heimische Industrie. Allerdings weise er auch auf mögliche Schwachstellen eines Freihandelsabkommens mit China hin. Das Land sei aktuell nicht bereit, ein fairer Partner auf Augenhöhe für Investoren zu sein, so der Bundeswirtschaftsminister. Bei einer China-Reise habe er kürzlich wiederholt staatlich bedingte Nachteile für deutsche Firmen in dem Land bemängelt.

Wie eventuelle neue Handelsabkommen speziell im asiatischen Raum aussehen würden, sei noch offen. Offener aber seien auch neue Denkmodelle, die man sich bisher gar nicht habe vorstellen können. Sollte es tatsächlich so sein, dass die protektionistische Handelspolitik von Trump immer mehr Partner in die Arme von China treibe und die Macht Pekings sogar stärke, könne dies doch nicht im Sinne der USA sein.

Aber vielleicht werde man eine solche Situation anschließend als "alternative Fakten" in Washington wieder anders darstellen - so wie es die Trump-Beraterin Kellyanne Conway bei ihrem Erklärungsversuch bezüglich der Aussagen von Trumps Pressechef Sean Spicer zu den Besucherzahlen anlässlich der Amtseinführung des neuen Präsidenten versucht habe. Immerhin, mit dem Begriff "alternative facts" stehe das Unwort des Jahres 2017 schon im Januar des noch neuen Jahres fest.

Die Brexit-Befürworter hätten mit der Entscheidung des höchsten britischen Gerichts in London einen Rückschlag erlitten. Das Parlament müsse über die Austrittserklärung Großbritanniens aus der EU abstimmen. Die Aufkündigung der EU-Mitgliedschaft könne also nur durch das britische Parlament erfolgen. Wie die Richter des Supreme Court bestimmt hätten, müsse die Regierungschefin die Abgeordneten fragen, ehe sie Artikel 50 des Lissabon-Vertrages aktiviere und damit offiziell den EU-Ausstieg ihres Landes beantrage.

Bisher habe Premierministerin Theresa May die Auffassung vertreten, dass sie die Entscheidung alleine treffen und die Austrittsverhandlungen mit der EU ohne Einspruch Westminsters führen könne. Doch jetzt habe das Parlament das Sagen und wahrscheinlich würden die Abgeordneten eine stärkere EU-Nähe einfordern. Denn die Oppositionsparteien würden planen, die erwartete Gesetzesvorlage zum EU-Austritt mit Änderungsanträgen zu befrachten, bevor sie ihre Zustimmung geben würden. Damit dürfte der ohnehin enge Zeitplan für die Verhandlungen mit der EU weiter unter Druck geraten und aus dem "harten Brexit" könnte doch noch ein ganz weicher werden.

Deshalb seien Zweifel angebracht, ob die Regierung ihre Austrittserklärung wie geplant bis März in Brüssel werde einreichen könne. Dennoch sei zu erwarten, dass das Parlament in Westminster schließlich zustimmen werde, denn bis auf einen Abgeordneten hätten dies alle konservativen Abgeordneten bereits avisiert. Und auch die Führung der oppositionellen Labour-Party wehre sich nicht grundsätzlich, wolle aber eine Reihe von Zusatzanträgen einbringen. Insbesondere gehe es Labour um den "vollen, tariffreien Zugang zum Binnenmarkt" und die "Wahrung von Arbeiterrechten, von sozialen Rechten und den Umweltschutz". Leidenschaftlich pro-europäisch bleibe die kleine Fraktion der Liberaldemokraten. Ganz gegen den EU-Austritt stelle sich auch die SNP aus Schottland, wo 62% für den Verbleib in der EU gestimmt hätten.

Als großer Verlierer des Brexits sehe man sich jetzt schon in Irland. Für die Grüne Insel sei Großbritannien der wichtigste Handelspartner. Außerdem seien die Bindungen zur EU für Dublin enorm wichtig. Dank Binnenmarkt und jahrzehntelanger Unterstützung durch die EU habe sich Irland vom Armenhaus zum Aufsteiger gemausert, der mittlerweile vom Empfänger zum Beitragszahler geworden sei. Doch nicht nur das, die EU-Mitgliedschaft Irlands und Großbritanniens sei ein entscheidender Grund für das Ende des Nordirland-Konflikts gewesen. Offene Grenzen und ein gemeinsamer Binnenmarkt kämen eben einer Einheit des Landes schon recht nahe. Sollte sich dies wieder ändern, befürchte so mancher in Nordirland ein erneutes Aufbrechen des längst beigelegten Konflikts.

Indessen habe Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble bei der Gestaltung des Brexits den Briten das Modell der Schweiz nahe gelegt. London solle sich ein Beispiel daran nehmen, wie klug die Schweiz nationale Souveränität und enge Zusammenarbeit mit der Europäischen Union verbinde, habe er der "Neuen Zürcher Zeitung" gesagt. Die Schweiz habe über bilaterale Verträge Zugang zum EU-Binnenmarkt. Statt Quoten für ausländische Arbeitskräfte einzuführen, würden die Eidgenossen eigenen Bürgern bei der Besetzung offener Stellen Vorrang gewähren.

Schäuble habe sich überzeugt gezeigt, dass der Brexit langfristig schlecht für Großbritannien sein werde. Kurzfristig laufe die Wirtschaft derzeit zwar gut, aber das führe der Bundesfinanzminister vor allem auf die Pfund-Schwäche zurück. Und Länder, die auf Abwertungen ihrer Währung gesetzt hätten, seien langfristig nicht erfolgreich, so Schäubles Resümee.

Angesichts der Aufmerksamkeit, die derzeit Donald Trump auf sich ziehe, sei es im täglichen Nachrichtenstrom nahezu untergegangen, dass die Länder der Eurozone Griechenland endgültig grünes Licht für begrenzte Schuldenerleichterungen gegeben hätten. Dies hätten der Euro-Rettungsfonds ESM und sein Vorläufer EFSF beschlossen. Dabei seien für Athen Risiken durch Zinssteigerungen in den kommenden Jahrzehnten abgefedert und eine Verlängerung der Laufzeiten von Teilen der griechischen Schulden gewährt worden. Die kurzfristigen Schuldenerleichterungen seien "ein wichtiger Schritt", um die Tragfähigkeit der griechischen Schulden zu gewährleisten, habe dazu ESM-Chef Klaus Regling gesagt.

Das sei auch bitter nötig, weise Athen doch mit 176,9% des Bruttoinlandsproduktes (BIP) den höchsten Schuldenstand in der Euro-Zone auf. Aber immerhin, dies seien im 3. Quartal des vergangenen Jahres 2,9%-Punkte weniger als drei Monate zuvor gewesen. Überhaupt sei der Schuldenstand in der Euro-Zone im 3. Quartal 2016 auf den niedrigsten Stand seit fast vier Jahren gefallen, denn die zusammengerechnete Verschuldungsquote der 19 Euro-Staaten sei auf 90,1% des BIPs gesunken.

Zwar stimme die Richtung, gewiss, aber dennoch sollte keiner beim Lesen dieser Zahlen bereits eine Trendumkehr bejubeln. Dies würde doch zu sehr an Pippi Langstrumpf erinnern, die sich die Welt so mache, wie es ihr gefalle.

Um die Finanzierungsstruktur zu optimieren, habe die Deutsche Telekom mehrere Euro-Anleihen begeben. Wie der Bonner Konzern zum Wochenstart mitgeteilt habe, handle es sich hierbei um drei Anleihen.

Zum einen werde eine 1 Mrd. Euro schwere Anleihe (ISIN XS1557095459 / WKN A19CF5), die am 30.10.2021 endfällig sei, mit 0,375% p.a. verzinst. Der Emissionspreis sei bei 99,784% fixiert worden, was einem Spread von +33 Bps über Mid Swap entsprochen habe. Die zweite Tranche (ISIN XS1557096267 / WKN A19CF6), eine jährlich mit 0,875% verzinste Gattung, welche am 30.01.2024 fällig werde, habe ein Emissionsvolumen von 1,25 Mrd. Euro. Hier sei der Emissionspreis bei 99,838% festgelegt worden (+53 Bps über Mid Swap). Mit dem gleichen Emissionsvolumen sei auch die dritte Anleihe (ISIN XS1557095616 / WKN A19CF7) - mit Laufzeitende 30.01.2027 - ausgestattet worden. Verzinst werde der Bond mit 1,375% p.a., was bei einem Kurs von 99,168% einem Emissionsspread von +117,1 Bps über Bund entsprochen habe. Diese drei Tranchen seien alle mit einer Mindeststückelung von nominal 1.000 Euro aufgelegt worden.

Doch auch der viertgrößte Anbieter im internationalen Tabakmarkt, die Imperial Brands, sei am Primärmarkt für Corporates aktiv geworden. Mit einer Dualtranche sei insgesamt 1 Mrd. Euro am Kapitalmarkt zu gleichen Teilen refinanziert worden, wobei eine Anleihe (ISIN XS1558013014 / WKN A19CK2) am 27.07.2021 endfällig und mit einem Kupon von 0,50% ausgestattet sei. Emittiert worden sei zu 99,422% (+112,6 Bps über Bund).

Die zweite Tranche (ISIN XS1558013360 / WKN A19CK3) sei am 27.01.2025 zur Rückzahlung fällig und werde jährlich mit 1,375% verzinst. Der Emissionspreis habe sich auf 99,617% belaufen, was einem Spread von +143,7 Bps über Bund gleichgekommen sei. Bei diesen beiden Wertpapieren seien eine Mindeststückelung von 100.000 Euro und eine Make Whole Option zugunsten des Emittenten festgeschrieben worden.

Seit Jahren würden die Aktienmärkte von der Versorgung mit billigem Geld seitens der Notenbanken profitieren, was wiederum auch die Kurse der Bonds nach oben getrieben habe. Doch inzwischen habe sich das Blatt gewendet. Die Notierungen für Anleihen hätten den Rückzug angetreten und die Aktien hätten alleine ihre Kletterpartie fortgesetzt. Sicherlich sei der Preisverfall bei den Renten nicht im Sinne der EZB, aber am Markt setze man mangels Alternativen weiterhin auf Aktien und verlasse sich nicht mehr nur auf das Ankaufprogramm der EZB.

Doch dieser Sentimentwechsel löse noch keine massiven Verkäufe aus, sondern es würden lediglich vorhandene Positionen mittels der unterschiedlichen Futures abgesichert. Viele Marktteilnehmer würden nicht länger an die unendliche Rentenhausse glauben, aber da sie eine Materialknappheit befürchten würden, hätten sie sich für diese Vorgehensweise entschieden. Und sollte es in naher Zukunft doch zu einer technischen Reaktion an den Aktienmärkten kommen, so könnten diese Sicherungsmaßnahmen schnell wieder rückgängig gemacht werden, um von der Umkehr der Zahlungsströme zu profitieren.

Aktuell notiere das Rentenbarometer Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) bei 161,50% (26.01.2017), was einer Rendite der 10-jährigen Bundesanleihe von ca. 0,48% entspreche. Somit scheine die Marke von 0,50% nur noch eine Frage der Zeit zu sein, was gleich bedeutend mit einem Test der Unterstützungslinie bei 161,05% wäre. Die Blockade auf dem Weg nach oben verlaufe momentan in einem Bereich zwischen 162,20% und 162,49%. Nur ein nachhaltiges Überwinden dieser Hürde würde eine Trendwende initiieren. Darüber hinaus seien die jetzt zu erzielenden Renditen weder "Fisch noch Fleisch" und würden den Fondsmanagern nicht wirklich weiter helfen. Somit scheine in den kommenden Tagen eher die Downside getestet zu werden und diesen Trend könnten nur neue Hiobsbotschaften jenseits des "Großen Teichs" beenden.

In den USA habe in dieser Handelswoche die Refinanzierung unterschiedlichster Geldmarkttitel und Anleihen auf der Agenda gestanden. So seien T-Bills mit den üblichen Fälligkeiten (vier Wochen, drei und sechs Monate) im Gesamtvolumen von 107 Mrd. USD emittiert worden. Ergänzt worden sei die Palette im Gesamtvolumen von 103 Mrd. USD mit 2-jährigen T-Notes (als Straight Bond und als Floating Rate Note) und mit zwei weiteren T-Notes (fünf und sieben Jahre).

In Euroland hingegen seien lediglich Anleihen für ca. 8 Mrd. Euro begeben worden. Neben dem wöchentlichen Daueremittenten Italien hätten die Niederlande eine 5-jährige Anleihe (ISIN NL0011896857 / WKN A1VPZX) um 3 Mrd. Euro und Deutschland die ehemals 30-jährige Anleihe (ISIN DE0001102341 / WKN 110234) um 1 Mrd. Euro auf insgesamt 20 Mrd. Euro aufgestockt. Die Zuteilung der langlaufenden und leicht überzeichneten Anleihe sei zu einer Durchschnittsrendite von 1,20% erfolgt.

Die Machtverhältnisse in den USA seien am vergangenen Freitag groß gefeiert worden und dabei sei auf die seitens "D.T. - des Unberechenbaren" angestrebten Größenverhältnisse zwischen Europa und den USA hingewiesen worden. Doch zumindest in dieser Hinsicht habe die europäische Gemeinschaftswährung inzwischen die Oberhand gewonnen. So sei der Euro in dieser Woche auf ein neues Januar-Hoch bei 1,0775 US-Dollar gestiegen und habe sich weiter von seinem 14-Jahrestief entfernt (1,0341 US-Dollar/03.01.2017). Zur Stunde handle die Einheitswährung bei 1,0730 US-Dollar (26.01.2017).

Der offizielle Amtsantritt von Donald Trump und dessen Ankündigung des Mauerbaus hätten die angeschlagene mexikanische Landeswährung nicht weiter schwächen können. So habe der Mexikanische Peso (MXN) zum US-Dollar bei 21,08 MXN gehandelt, nachdem er noch am 11. Januar sein bisheriges Tief bei 22,0385 MXN erreicht habe. Im Vergleich zum Euro habe der Peso allerdings an Wert verloren und ein neues Allzeittief bei 23,5065 MXN markiert. Dies sei aber auch auf die derzeitige Stabilität des Euro zurückzuführen gewesen und zurzeit handle er bei 22,65 MXN (26.01.2017).

Das Pfund Sterling habe am vorgestrigen Mittwoch gegenüber den zehn wichtigsten Währungen im Plus notiert. Zum US-Dollar habe sich das Pfund verteuert und sei auf ein 6-Wochen-Hoch bei 1,2663 US-Dollar gestiegen. Der Euro notiere zum Sterling derzeit bei 0,85 GBP (26.01.2017), in der Vorwoche habe der Wechselkurs noch bei 0,88541 GBP gelegen.

Bei den Fremdwährungsanleihen hätten in dieser Woche verstärkt Anleihen auf Türkische Lira, Mexikanische Peso und Brasilianische Real auf den Kauflisten gestanden. Aber auch die "Klassiker" in Form von US-Dollar-Bonds seien wieder vermehrt nachgefragt worden.

Disclaimer

Die Baader Bank AG ist eine der führenden Investmentbanken für die DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) und Marktführer im Handel von Finanzinstrumenten.

Als Market Maker ist die Bank für die börsliche und außerbörsliche Preisfindung von über 800.000 Finanzinstrumenten verantwortlich.

Im Investment Banking entwickelt sie Finanzierungslösungen für Unternehmen und bietet institutionellen Anlegern umfassende Dienstleistungen beim Vertrieb und dem Handel von Aktien, Anleihen und Derivaten. (Ausgabe vom 26.01.2017) (27.01.2017/alc/a/a)





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