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Währungen im Fokus der Zentralbanken
24.11.15 09:47
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Die Frage, wann das US-FED seine Zinsen zum ersten Mal seit 2006 wieder anheben wird, dürfte sehr bald geklärt sein, so Ursina Kubli, Ökonomin bei der Bank J. Safra Sarasin AG.
Aus den FED Minutes sei hervorgegangen, dass das FED am 16. Dezember den ersten Zinsschritt wagen werde, so lange es keine "unvorhergesehene Schocks" gebe.
Der Dezember werde ein bemerkenswerter Monat sein. Während die Zinsen in den USA steigen würden, dürften diese in Euroland hingegen fallen. Diese diametrale Zinsentwicklung im selben Monat habe es schon seit über 20 Jahren nicht mehr gegeben. EZB's Draghi scheine ziemlich bestimmt, die europäische Gemeinschaftswährung mit weiteren Lockerungsmaßnahmen schwächen zu wollen. Mit einem breiten Paket an diversen geldpolitischen Maßnahmen, dürfte Draghi die Finanzmärkte überraschen und den Euro weiter schwächen.
Die damit einhergehende Aufwertung des US-Dollars bringe die US-Industrie zwar unter Druck. Der US-Einkaufsmanagerindex verharre nur noch leicht über 50 - der Grenze zwischen Expansion und Kontraktion. Trotzdem werde die starke Währung das FED im Dezember kaum von einem ersten Zinsschritt abhalten. Der Arbeitsmarktbericht im Oktober sei zu stark gewesen und die Entwicklungen im US-Servicesektor zu robust, um einen erneuten Aufschub des ersten Zinsschrittes erklären zu können, ohne der Glaubwürdigkeit des US-FED zu schaden.
Der starke Dollar dürfte die US-Geldpolitik jedoch mittelfristig beeinflussen. Während bis anhin eine Zinserhöhung von weiteren 25 Basispunkten pro Quartal wahrscheinlich gewesen sei, sei mit einer weiteren Aufwertung des US-Dollars ein Anstieg von 25 Basispunkten pro Halbjahr angemessener. Andere Zentralbanken dürften ebenfalls auf die europäische Geldpolitik reagieren und die Zinsen senken oder die eigenen QE-Programme weiter ausweiten.
Auch die SNB könnte gezwungen sein, die Zinsen noch weiter in den negativen Bereich zu senken, um einer Aufwertung des Frankens entgegenzuwirken. Die Währungen seien in den Hauptfokus der Zentralbanken gerückt und damit sei das Schlagwort "Währungskrieg" wieder brandaktuell.
Zu diesem Thema habe sich Draghi im Juli 2011 geäußert. Zu diesem Zeitpunkt seien die USA kritisiert worden eine Politik des billigen Dollars zu führen, um der eigenen Wirtschaft auf Kosten anderer zu mehr Wettbewerbsfähigkeit zu verhelfen. Damals habe Draghi davor gewarnt, die jeweilige Geldpolitik nicht nur auf interne Anliegen auszurichten. "Wir müssen eine globale Geldpolitik führen und die Auswirkungen auf andere berücksichtigen", habe Draghi gedrängt. Hoffentlich sei sich Draghi dieser globalen Risiken noch immer bewusst! (24.11.2015/alc/a/a)
Aus den FED Minutes sei hervorgegangen, dass das FED am 16. Dezember den ersten Zinsschritt wagen werde, so lange es keine "unvorhergesehene Schocks" gebe.
Der Dezember werde ein bemerkenswerter Monat sein. Während die Zinsen in den USA steigen würden, dürften diese in Euroland hingegen fallen. Diese diametrale Zinsentwicklung im selben Monat habe es schon seit über 20 Jahren nicht mehr gegeben. EZB's Draghi scheine ziemlich bestimmt, die europäische Gemeinschaftswährung mit weiteren Lockerungsmaßnahmen schwächen zu wollen. Mit einem breiten Paket an diversen geldpolitischen Maßnahmen, dürfte Draghi die Finanzmärkte überraschen und den Euro weiter schwächen.
Der starke Dollar dürfte die US-Geldpolitik jedoch mittelfristig beeinflussen. Während bis anhin eine Zinserhöhung von weiteren 25 Basispunkten pro Quartal wahrscheinlich gewesen sei, sei mit einer weiteren Aufwertung des US-Dollars ein Anstieg von 25 Basispunkten pro Halbjahr angemessener. Andere Zentralbanken dürften ebenfalls auf die europäische Geldpolitik reagieren und die Zinsen senken oder die eigenen QE-Programme weiter ausweiten.
Auch die SNB könnte gezwungen sein, die Zinsen noch weiter in den negativen Bereich zu senken, um einer Aufwertung des Frankens entgegenzuwirken. Die Währungen seien in den Hauptfokus der Zentralbanken gerückt und damit sei das Schlagwort "Währungskrieg" wieder brandaktuell.
Zu diesem Thema habe sich Draghi im Juli 2011 geäußert. Zu diesem Zeitpunkt seien die USA kritisiert worden eine Politik des billigen Dollars zu führen, um der eigenen Wirtschaft auf Kosten anderer zu mehr Wettbewerbsfähigkeit zu verhelfen. Damals habe Draghi davor gewarnt, die jeweilige Geldpolitik nicht nur auf interne Anliegen auszurichten. "Wir müssen eine globale Geldpolitik führen und die Auswirkungen auf andere berücksichtigen", habe Draghi gedrängt. Hoffentlich sei sich Draghi dieser globalen Risiken noch immer bewusst! (24.11.2015/alc/a/a)


