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Vorsicht FED!
07.12.15 15:55
Legg Mason
Baltimore (www.anleihencheck.de) - Für Chen Zhao, Co-Director Global Macro Research bei der Legg Mason-Tochter Brandywine Global, ist die Situation klar: Hebt die US-Notenbank im Dezember die Zinsen an, ist das ein Fehler, den sie im kommenden Jahr wieder korrigieren muss, so die Experten von Legg Mason Brandywine Global.
Zhao sei sich deshalb so sicher, weil für ihn die aktuelle Situation ganz und gar nicht neu sei - im Gegenteil, er sehe sich an die zweite Hälfte der Neunziger Jahre erinnert. Damals sei die US-Bankenkrise zu Ende gegangen und - damit die Wirtschaft langsam wieder bergauf. "Genau wie vermutlich heute auch, erlag die FED 1994 der Versuchung, die Zinsen anzuheben. Das Ergebnis war eine Welt mit auseinanderdriftender Notenbankpolitik, in der die FED ihre Geldpolitik straffte, während in Deutschland und Japan eine Lockerung auf der Agenda stand - die Parallelen zur Situation heute sind also mehr als offensichtlich", erläutere Zhao.
In dieser Zeit habe der Zinsschritt zu einer Rally des US-Dollars geführt, was man auch heute bereits erlebe - und was so bleiben werde, wie Zhao glaube: "Normalerweise sorgt eine lockere US-Geldpolitik - für einen US-Dollar-Höchststand, wenn andere Länder gleichzeitig steigende Kurse der eigenen Währungen tolerieren können. Beides sehe ich aktuell nicht. Damit der Dollar nicht weiter steigt, müsste die FED schon eine Geldpolitik an den Tag legen, die lockerer ist, als die aller anderen Länder." Genau deshalb sei ein Zinsschritt der FED auch ein Fehler. Denn ein steigender US-Dollar wirke bereits wie eine straffere Geldpolitik, da die Importpreise sinken würden.
Darüber hinaus habe die USA ein Problem mit ihrem BIP-Wachstum, glaube Zhao. Denn das reale BIP, inflationsbereinigt, sei nicht das Problem, vielmehr das nominale, da es zeige, wie niedrig die Inflation tatsächlich noch sei. "Das Problem liegt in der Imbalance zwischen Sparrate und Investments, die laut Wirtschaftstheorie gleich sein sollten. Weltweit liegt die Sparrate jedoch über der Investitionsrate", so Zhao.
Der Grund hierfür: Die USA seien seit jeher Konsument in letzter Instanz gewesen, während China den Großteil des US-Konsums produziert habe. Während die US-Bürger also konsumiert hätten, als gäbe es kein Morgen, habe China selbiges auf Produktionsebene getan. Seit der Finanzkrise gelte dieses Modell jedoch nicht mehr. Der US-Konsum sei deutlich schwächer und Asien leide unter der Überkapazität. Folglich sei es zum Einschnitt beim nominalen BIP-Wachstum in den USA gekommen.
Soweit die aktuelle Situation. Für Chen Zhao würden genau deshalb drei Gründe dafür sprechen, dass ein Zinsanstieg der FED ein Fehler wäre:
Das nominale Wachstum sei niedrig, Rohstoffpreise rückläufig. Normalerweise würde die FED in einer solchen Situation ihre Geldpolitik lockern.
Jeder Anstieg des US-Dollars um 10 Prozent habe den gleichen Effekt, wie ein Zinsanstieg um 100 Basispunkte, da die Inflation durch günstigere Importe im Zaum gehalten werde. Der aktuell starke US-Dollar tue also sein Übriges.
Die Zinskurve lüge nie. Seit dem ersten Zinssignal der FED sei die Zinskurve deutlich abgeflacht. Das bedeute, Investoren würden niedriges Wachstum und eine geringe Inflation erwarten. Nicht zu vergessen, dass die Zinskurve seit jeher einer der besten Indikatoren für künftige Konjunkturabschwünge sei.
Trotz all dem, Zhao halte es dennoch für wahrscheinlich, dass die FED die Zinsen im Dezember anheben werde: "Notenbanken hassen eine Nullzinspolitik, weil sie ihnen so wenig Raum für Manöver lässt." Ein Fehler, den sie dann vermutlich bereits im neuen Jahr sehr schnell wieder revidieren müsse. (07.12.2015/alc/a/a)
Zhao sei sich deshalb so sicher, weil für ihn die aktuelle Situation ganz und gar nicht neu sei - im Gegenteil, er sehe sich an die zweite Hälfte der Neunziger Jahre erinnert. Damals sei die US-Bankenkrise zu Ende gegangen und - damit die Wirtschaft langsam wieder bergauf. "Genau wie vermutlich heute auch, erlag die FED 1994 der Versuchung, die Zinsen anzuheben. Das Ergebnis war eine Welt mit auseinanderdriftender Notenbankpolitik, in der die FED ihre Geldpolitik straffte, während in Deutschland und Japan eine Lockerung auf der Agenda stand - die Parallelen zur Situation heute sind also mehr als offensichtlich", erläutere Zhao.
In dieser Zeit habe der Zinsschritt zu einer Rally des US-Dollars geführt, was man auch heute bereits erlebe - und was so bleiben werde, wie Zhao glaube: "Normalerweise sorgt eine lockere US-Geldpolitik - für einen US-Dollar-Höchststand, wenn andere Länder gleichzeitig steigende Kurse der eigenen Währungen tolerieren können. Beides sehe ich aktuell nicht. Damit der Dollar nicht weiter steigt, müsste die FED schon eine Geldpolitik an den Tag legen, die lockerer ist, als die aller anderen Länder." Genau deshalb sei ein Zinsschritt der FED auch ein Fehler. Denn ein steigender US-Dollar wirke bereits wie eine straffere Geldpolitik, da die Importpreise sinken würden.
Darüber hinaus habe die USA ein Problem mit ihrem BIP-Wachstum, glaube Zhao. Denn das reale BIP, inflationsbereinigt, sei nicht das Problem, vielmehr das nominale, da es zeige, wie niedrig die Inflation tatsächlich noch sei. "Das Problem liegt in der Imbalance zwischen Sparrate und Investments, die laut Wirtschaftstheorie gleich sein sollten. Weltweit liegt die Sparrate jedoch über der Investitionsrate", so Zhao.
Soweit die aktuelle Situation. Für Chen Zhao würden genau deshalb drei Gründe dafür sprechen, dass ein Zinsanstieg der FED ein Fehler wäre:
Das nominale Wachstum sei niedrig, Rohstoffpreise rückläufig. Normalerweise würde die FED in einer solchen Situation ihre Geldpolitik lockern.
Jeder Anstieg des US-Dollars um 10 Prozent habe den gleichen Effekt, wie ein Zinsanstieg um 100 Basispunkte, da die Inflation durch günstigere Importe im Zaum gehalten werde. Der aktuell starke US-Dollar tue also sein Übriges.
Die Zinskurve lüge nie. Seit dem ersten Zinssignal der FED sei die Zinskurve deutlich abgeflacht. Das bedeute, Investoren würden niedriges Wachstum und eine geringe Inflation erwarten. Nicht zu vergessen, dass die Zinskurve seit jeher einer der besten Indikatoren für künftige Konjunkturabschwünge sei.
Trotz all dem, Zhao halte es dennoch für wahrscheinlich, dass die FED die Zinsen im Dezember anheben werde: "Notenbanken hassen eine Nullzinspolitik, weil sie ihnen so wenig Raum für Manöver lässt." Ein Fehler, den sie dann vermutlich bereits im neuen Jahr sehr schnell wieder revidieren müsse. (07.12.2015/alc/a/a)


