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Vier Trends am High-Yield-Markt, die Investoren beachten sollten


07.09.16 11:39
T. Rowe Price

Baltimore (www.anleihencheck.de) - Europäische Hochzinsanleihen konnten in diesem Jahr bereits Erträge von mehr als 5 Prozent erzielen, so die Experten von T. Rowe Price.

Doch wie vier Schlüsselfaktoren die weitere Performance im Laufe des Jahres 2016 beeinflussen könnten, erkläre Mike Della Vedova, Portfoliomanager der European High Yield Bond Strategie von T. Rowe Price im Folgenden.

1. Die Geldpolitik der Notenbanken

Die Europäische Zentralbank (EZB) betreibe weiterhin eine akkommodierende Geldpolitik. Die Experten würden erwarten, dass die EZB diesen Kurs auch in der näheren Zukunft beibehalte. Es scheine derzeit zwar nicht geplant zu sein, die stimulierenden Maßnahmen in großem Umfang auszubauen, aber es könnte sein, dass die EZB ihr Anleihenankauf-Programm verlängere. Aktuell sei dieses bis März 2017 terminiert und umfasse Ankäufe in Höhe von 80 Milliarden Euro monatlich. Insgesamt schaffe die EZB so ein gutes Umfeld für europäische High Yields.

Auch die Bank of England wolle ab September mit dem Ankauf von Anleihen mit Investment-Grade-Rating beginnen. Obwohl in Britischem Pfund denominierte High-Yield-Anleihen nicht Teil dieses Programms sein würden, könnten sie trotzdem indirekt profitieren, wenn Investoren sich auf der Kreditkurve weiter bewegen und Anleihen mit höheren Renditen suchen würden. So sei es beispielsweise in Euro denominierten Hochzinsanleihen zuträglich gewesen, als die EZB Unternehmensanleihen - insbesondere solche mit BB-Rating - gekauft habe.

2. Die Emission neuer Anleihen

Im zweiten Quartal hätten die Emissionen neuer Anleihen wieder angezogen, auch wenn das Volumen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum geringer ausfalle. Üblicherweise würden die Neuemissionen im September wieder zunehmen. Auch wenn einige Ereignisse wie etwa das Brexit-Votum, die sich auf die Ausgabe von Anleihen auswirken können, in diesem Jahr bereits hinter uns liegen, bleibt beispielsweise die wirtschaftliche Transformation in China ein Dauerthema, so die Experten von T. Rowe Price.

Zudem stünden noch einige wichtige politische Entscheidungen - so etwa das Referendum über die Verfassungsreform in Italien im Oktober oder die US-Präsidentschaftswahlen im November - in den kommenden Wochen und Monaten an. Diese Ereignisse hätten das Potenzial, die Stimmung gegenüber Risikomärkten zu beeinflussen. Das könnte im Umkehrschluss bedeuten, dass Emittenten vorsichtiger dabei würden, neue Anleihen am Markt zu zeichnen.

3. Die Ölpreise

Bedenken hinsichtlich des Überangebots hätten im Juli zu einem Rückgang der Ölpreise geführt. Wenn dieser Trend sich fortsetze, könnten europäische High-Yield-Anleihen ihre amerikanischen Pendants übertreffen. Der Grund dafür sei, dass der Energiesektor mit einer starken Gewichtung im US High Yield Index vertreten sei. Somit reagiere der Merrill Lynch US High Yield Index stärker auf Rückgänge des Ölpreises als sein europäisches Gegenstück, wo der Energiebereich nur 5 Prozent der Benchmark ausmache.

4. Die Liquidiät

Ein entscheidender Aspekt in diesem Jahr sei zudem die Liquidität im Sekundärmarkt. Während der ersten Monate des Jahres hätten die geringen Emissionen am Primärmarkt zu einem Liquiditätsengpass geführt. Die Situation habe sich im zweiten Quartal verbessert, als das Emissionsvolumen zugenommen habe. Nach Meinung der Experten, seien diese beiden Faktoren miteinander verbunden. Ein funktionierender Primärmarkt sei ein wesentlicher Punkt, dass sich auch die Liquiditätsbedingungen im Sekundärmarkt verbessern würden. Die Experten würden davon ausgehen, dass sich dieser Trend bis zum Jahresende fortsetze.

Alle fundamentalen und technischen Bedingungen, die den europäischen High-Yield-Markt beeinflussen könnten, würden auch weiterhin solide erscheinen. Die Volatilität werde jedoch wahrscheinlich - wie bereits in der ersten Hälfte von 2016 - ein vorherrschendes Thema bleiben. Genauso die weiterhin unbekannten Folgen des Brexit. Mit Blick auf das Portfolio würden die Experten nach wie vor auf ein Bottom-up-Research setzen, um die besten Chancen für ihre Kunden identifizieren. Zudem helfe dieses dabei vor externen Risiken zu schützen. (07.09.2016/alc/a/a)