Verbraucherpreise steigen - wann tritt die FED auf die Brem


14.05.21 13:30
LYNX Broker

Berlin (www.anleihencheck.de) - Es war keine gute Woche an den Aktienmärkten, so die Experten des Online-Brokers LYNX.

Nachdem bereits die amerikanischen und asiatischen Indices zum Wochenanfang deutlich verloren hätten, seien auch die europäischen Börsen von Montag auf Dienstag abgestürzt. So habe der DAX (ISIN: DE0008469008, WKN: 846900) am Dienstag bereits vorbörsliche Einbußen von 147,09 Punkten hinnehmen müssen und sei bis 14:30 Uhr auf 15.010,62 Punkte gesunken. Ähnlich sei es auch dem französischen CAC 40 (ISIN: FR0003500008, WKN: 969400) und dem FTSE 100 (ISIN: GB0001383545, WKN: 969378) in London ergangen, die beide am Dienstag deutliche Kursverluste verzeichnet hätten. Für Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX sei das ein klares Zeichen dafür, dass die Angst vor einer drohenden Inflation Investoren weltweit mittlerweile immer stärker umtreibe.

"Der Anfang der Woche veröffentlichte chinesische Verbraucherpreisindex ist hinter den Erwartungen zurückgeblieben, zeigt aber trotzdem, dass die Wirtschaft im Land wieder anzieht. Zusammen mit der hohen Volatilität im Rohstoffsektor hat das die bereits bestehenden Befürchtungen einer womöglich steigenden Inflationsrate befeuert", erkläre der Experte. Auch die am Mittwoch veröffentlichten Daten aus den USA dürften nicht dazu beitragen, diese Ängste zu beschwichtigen. "Mit einer Preissteigerung von 4,2 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat sind die US-Verbraucherpreise deutlich stärker gestiegen als erwartet. Nun stellen sich viele Marktteilnehmer die Frage, wie lange die FED bei dieser Entwicklung ruhig bleiben wird, denn auf Dauer wird sie diese Preissteigerungsrate nicht tolerieren können."

Sadowski halte es jedoch noch für zu früh, um sagen zu können, ob die Inflationsängste berechtigt seien. "Natürlich stellt sich die Frage, ob die FED angesichts dieser Zahlen nicht gezwungen sein wird, ihre ultralockere Geldpolitik vorzeitig zu beenden. Sie hat gewissermaßen die Wahl zwischen Pest und Cholera. Tritt sie jetzt zu stark auf die Bremse, würgt sieden Aufschwung nach der Krise ab. Lässt sie die Zügel aber weiter so locker, könnte eines ihrer wichtigsten Ziele, die Preisstabilität, gefährdet werden. Fakt ist aber auch: Ein gewisser Nachfrageüberhang nach dem Ende des Lockdowns in vielen Teilen der Welt war tatsächlich zu erwarten, da die Wirtschaft eben nicht sofort wieder von 0 auf 100 schalten kann. Die derzeitigen Preissteigerungen könnten also durchaus vorübergehend sein."

An den Aktienmärkten sei die Stimmung angesichts dieser aktuellen Entwicklungen deutlich gesunken. Anders sehe es hingegen an den Rohstoffmärkten aus. Besonders Kupfer habe zulegen können und habe in dieser Woche sogar ein Allzeithoch erreicht. ""Während man an den US-Märkten am Freitag vergangener Woche angesichts der guten Arbeitsmarktzahlen noch optimistisch in die Zukunft blickte, sieht es nur sieben Tage später wesentlich düsterer aus. Die Angst vor einer drohenden Inflation war zwar bereits spürbar, doch nun haben die Zahlen die Befürchtungen bestätigt. Natürlich hofft man darauf, dass es sich um Startschwierigkeiten der wieder anlaufenden Wirtschaft handelt, die sich in den kommenden Monaten von selbst erledigen. Doch sicher ist das keineswegs und dann wird die FED gezwungen sein zu handeln, wenn sie nicht die Kontrolle verlieren will. Ob diese Gratwanderung zwischen Wirtschaftsförderung und Inflation gelingt, muss sich dann zeigen", fasse Sadowski zusammen. (14.05.2021/alc/a/a)





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