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Ungarn: Was die Notenbank mit dem Forint-Plus zu tun hat
08.04.24 11:20
BNP Paribas
Paris (www.anleihencheck.de) - Seit ihrem 15-Monats-Tief bei fast 400 Forint je Euro Mitte März hat Ungarns Leitwährung rund 2 Prozent an Boden gutgemacht, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".
Möglicher Grund: Die ungarische Notenbank habe den Leitzins weniger stark gesenkt, als viele Marktteilnehmer wohl vermutet hätten - und dies, obwohl sich die Inflation im Februar mit 3,7 Prozent nur noch leicht über dem Inflationsziel von 3 Prozent bewegt habe. Vor rund einem Jahr habe die Teuerungsrate noch bei 25 Prozent gelegen - und damit so hoch wie nirgends sonst in der EU. Dennoch habe die Magyar Nemzeti Bank den Leitzins in der vergangenen Woche "nur" um 75 Basispunkte auf 8,25 Prozent heruntergenommen. Im Februar habe die Zentralbank ihn noch um einen ganzen Prozentpunkt gesenkt.
"Nach Einschätzung des Währungsrates erlaubt die anhaltend starke und allgemeine Desinflation eine weitere Senkung des Leitzinses, während die zunehmende Risikoaversion der Finanzmärkte ein langsameres Tempo als im Februar rechtfertigt", habe die Begründung gelautet. Der anhaltende Streit zwischen der Notenbank und der Regierung Orbán könnte indes schon bald in einer neuerlichen Abwertung des Forint münden. Die Regierung wolle die Kontrolle des Aufsichtsrats hinsichtlich der Aktivitäten der Notenbank über deren ureigentlichen geldpolitischen Aufgaben hinaus erweitern. Marktbeobachter und auch die Notenbank würden darin neben einer Gefahr für die Unabhängigkeit der Währungshüter auch steigende Risiken für die Finanzstabilität befürchten. (Ausgabe vom 05.04.2024) (08.04.2024/alc/a/a)
Möglicher Grund: Die ungarische Notenbank habe den Leitzins weniger stark gesenkt, als viele Marktteilnehmer wohl vermutet hätten - und dies, obwohl sich die Inflation im Februar mit 3,7 Prozent nur noch leicht über dem Inflationsziel von 3 Prozent bewegt habe. Vor rund einem Jahr habe die Teuerungsrate noch bei 25 Prozent gelegen - und damit so hoch wie nirgends sonst in der EU. Dennoch habe die Magyar Nemzeti Bank den Leitzins in der vergangenen Woche "nur" um 75 Basispunkte auf 8,25 Prozent heruntergenommen. Im Februar habe die Zentralbank ihn noch um einen ganzen Prozentpunkt gesenkt.
"Nach Einschätzung des Währungsrates erlaubt die anhaltend starke und allgemeine Desinflation eine weitere Senkung des Leitzinses, während die zunehmende Risikoaversion der Finanzmärkte ein langsameres Tempo als im Februar rechtfertigt", habe die Begründung gelautet. Der anhaltende Streit zwischen der Notenbank und der Regierung Orbán könnte indes schon bald in einer neuerlichen Abwertung des Forint münden. Die Regierung wolle die Kontrolle des Aufsichtsrats hinsichtlich der Aktivitäten der Notenbank über deren ureigentlichen geldpolitischen Aufgaben hinaus erweitern. Marktbeobachter und auch die Notenbank würden darin neben einer Gefahr für die Unabhängigkeit der Währungshüter auch steigende Risiken für die Finanzstabilität befürchten. (Ausgabe vom 05.04.2024) (08.04.2024/alc/a/a)


