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Und mit Stephen Miran hat Trump auch einen Fuß in der Fed
15.08.25 10:30
BNP Paribas
Paris (www.anleihencheck.de) - "Ich glaube nur der Statistik, die ich selbst gefälscht habe", lautet ein bekanntes Zitat. Es wird Winston Churchill zugeschrieben, doch ob der ehemalige britische Premierminister die Worte wirklich so gesagt hat, ist nicht ganz klar. Ist auch egal, wichtig ist nur, dass sie im Kern einen Sachverhalt wiedergeben, der in der Tat nicht ganz unproblematisch ist, so die Experten der BNP Paribas in einer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".
Statistik sei natürlich nicht beliebig, doch schon die minimale Veränderung eines einzigen Parameters könne in der Statistik zu völlig anderen Aussagen führen. Da würden manchmal schon Nachkommastellen reichen, die ansonsten keinen Menschen interessieren würden, und aus Wachstum werde Rezession, aus Boom eine Flaute.
Und so komme es, dass Donald Trump sich fürchterlich über die Leiterin der Behörde für Arbeitsmarktstatistik, Erika McEntarfer, aufgeregt und sie schließlich vor wenigen Tagen vor die Tür gesetzt habe. Seiner Meinung nach seien die zuletzt veröffentlichten Statistiken, die einen Anstieg der Arbeitslosenquote auf 4,2 Prozent wiedergeben würden, nicht korrekt gewesen, sie würden nicht das "rasante Wachstum" in seinem Land widerspiegeln. Also ernannte Trump einen neuen Leiter, der "rein zufällig" der konservativen Denkfabrik Heritage Foundation angehöre. E.J. Antoni solle es nun richten und Zahlen liefern, die Trump gefallen würden. Das werde ihm nicht schwerfallen, denn wie gesagt, Statistiken könne man "fälschen", wobei "fälschen" hier nicht das richtige Wort sei. Eigentlich komme es nur darauf an, was man mit einer Statistik zeigen wolle, und entsprechend könne man dann die Daten auswählen.
Doch der Austausch von McEntarfer zeige auch, dass Trump den Staatsapparat zu seinen Gunsten umbaue. So habe er erst vor wenigen Tagen einen frei gewordenen Sitz im Direktorium der Notenbank Fed mit Stephan Miran besetzt. Miran sei im Grunde genommen der "geistige Vater" der trumpischen Wirtschaftspolitik. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler beschäftige sich mit der Frage, wie man die USA wieder "groß machen" könne. Seine Antwort, die unter Fachleuten umstritten sei: Zölle hoch, Dollar runter, Zinsen runter – also nichts anderes als das, was Trump schon seit Jahren postuliere. Somit keine Überraschung, aber dennoch unter dem Strich so ziemlich das Gegenteil der bisherigen Wirtschaftspolitik der USA, zumindest seit Ende des Zweiten Weltkriegs.
Auch wenn der neue Posten für Miran erst einmal zeitlich begrenzt sei, jetzt habe Trump einen Fuß in der Tür der Fed. Die US-Notenbank habe bisher ziemlich unbeeindruckt von Trumps Wünschen agiert, das könnte sich nun ändern. Dabei haben Mirans Vorstellungen auch für deutsche Anleger unmittelbare Auswirkungen. Allein eine Dollar-Abwertung dürfte zu einem extremen Druck auf US-Aktien in heimischen Depots führen, hier würden sie ja in Euro verbucht. (15.08.2025/alc/a/a)
Statistik sei natürlich nicht beliebig, doch schon die minimale Veränderung eines einzigen Parameters könne in der Statistik zu völlig anderen Aussagen führen. Da würden manchmal schon Nachkommastellen reichen, die ansonsten keinen Menschen interessieren würden, und aus Wachstum werde Rezession, aus Boom eine Flaute.
Doch der Austausch von McEntarfer zeige auch, dass Trump den Staatsapparat zu seinen Gunsten umbaue. So habe er erst vor wenigen Tagen einen frei gewordenen Sitz im Direktorium der Notenbank Fed mit Stephan Miran besetzt. Miran sei im Grunde genommen der "geistige Vater" der trumpischen Wirtschaftspolitik. Der studierte Wirtschaftswissenschaftler beschäftige sich mit der Frage, wie man die USA wieder "groß machen" könne. Seine Antwort, die unter Fachleuten umstritten sei: Zölle hoch, Dollar runter, Zinsen runter – also nichts anderes als das, was Trump schon seit Jahren postuliere. Somit keine Überraschung, aber dennoch unter dem Strich so ziemlich das Gegenteil der bisherigen Wirtschaftspolitik der USA, zumindest seit Ende des Zweiten Weltkriegs.
Auch wenn der neue Posten für Miran erst einmal zeitlich begrenzt sei, jetzt habe Trump einen Fuß in der Tür der Fed. Die US-Notenbank habe bisher ziemlich unbeeindruckt von Trumps Wünschen agiert, das könnte sich nun ändern. Dabei haben Mirans Vorstellungen auch für deutsche Anleger unmittelbare Auswirkungen. Allein eine Dollar-Abwertung dürfte zu einem extremen Druck auf US-Aktien in heimischen Depots führen, hier würden sie ja in Euro verbucht. (15.08.2025/alc/a/a)


