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Überraschende Entscheidung der Schweizer Nationalbank im Fokus
15.01.15 16:59
Meriten IM
Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Die Schweizer Nationalbank (SNB) hat heute überraschend den Mindestwechselkurs für den Euro (EUR) von 1,20 Schweizer Franken (CHF) aufgegeben und die bereits im Minusbereich liegenden Zinsen abermals deutlich gesenkt: Das Zielband für den 3-Monats-Libor verschiebt sie um 50 Basispunkte weiter in den negativen Bereich auf -1,25% bis -0,25%, so Holger Fahrinkrug, Chefvolkswirt bei Meriten Investment Management.
Der Zinssatz für Sichteinlagen sei ebenfalls um 50 Basispunkte auf -0,75% gesenkt worden. In Anlehnung an die Argumentation von EZB-Präsident Draghi sei erwähnt worden, dass sich die SNB zur Durchsetzung der Geldpolitik gegebenenfalls ihrer Bilanz bedienen müsste.
Der EUR/CHF-Wechselkurs sei anfänglich um fast 40% eingebrochen, sei aber bei Redaktionsschluss wieder auf 1,025 Franken je EUR gestiegen - immerhin eine Aufwertung um 15%.
Laut SNB-Präsident Thomas Jordan sei der Schritt der Tatsache geschuldet gewesen, dass der CHF seit Einführung der Wechselkursuntergrenze im Jahr 2011 gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren habe, so dass für die Aufrechterhaltung der Kursuntergrenze die Rechtfertigung gefehlt habe. Die Experten seien jedoch überzeugt, dass der eigentliche Auslöser für den Schritt hauptsächlich die Aussicht auf quantitative Lockerungen der EZB gewesen sei, die möglicherweise bereits Anfang nächster Woche verkündet werden könnten. Diese würde den Aufwärtsdruck auf den CHF weiter erhöhen und es der SNB noch schwerer machen, an der festen Wechselkursuntergrenze festzuhalten.
Nach Einschätzung der Experten heiße die Aufgabe der CHF-Kursuntergrenze keineswegs, dass die SNB von weiteren Interventionen Abstand nehmen werde. So habe Thomas Jordan durchblicken lassen, dass die Notenbank am Markt aktiv bleiben werde. Auch wenn die heutige Maßnahme gewisse Zweifel an der Glaubwürdigkeit solcher Ankündigungen aufkommen lassen könnte, würden die Experten davon ausgehen, dass der EUR/CHF-Wechselkurs weiterhin knapp oberhalb des Paritätskurses notiere, aber stärkeren Schwankungen unterliegen werde.
Der Schritt der SNB dürfte bei den Diskussionen und potenziellen Entscheidungen der EZB im Hinblick auf quantitative Lockerungen in der nächsten Woche keine Rolle spielen. Nach den gestrigen unterstützenden Äußerungen des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofs dürfte die EZB nächste Woche eine Ausweitung der Anleiheankäufe, die zumindest den Ankauf von Unternehmensanleihen einschließe, verkünden und sich zum potenziellen Ankauf von Staatsanleihen näher äußern. Ob sie sich allerdings bereits auf ein konkretes Startdatum für ein Staatsanleiheprogramm festlegen werde, sei weniger sicher, aber nach Einschätzung der Experten durchaus möglich. (15.01.2015/alc/a/a)
Der Zinssatz für Sichteinlagen sei ebenfalls um 50 Basispunkte auf -0,75% gesenkt worden. In Anlehnung an die Argumentation von EZB-Präsident Draghi sei erwähnt worden, dass sich die SNB zur Durchsetzung der Geldpolitik gegebenenfalls ihrer Bilanz bedienen müsste.
Laut SNB-Präsident Thomas Jordan sei der Schritt der Tatsache geschuldet gewesen, dass der CHF seit Einführung der Wechselkursuntergrenze im Jahr 2011 gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren habe, so dass für die Aufrechterhaltung der Kursuntergrenze die Rechtfertigung gefehlt habe. Die Experten seien jedoch überzeugt, dass der eigentliche Auslöser für den Schritt hauptsächlich die Aussicht auf quantitative Lockerungen der EZB gewesen sei, die möglicherweise bereits Anfang nächster Woche verkündet werden könnten. Diese würde den Aufwärtsdruck auf den CHF weiter erhöhen und es der SNB noch schwerer machen, an der festen Wechselkursuntergrenze festzuhalten.
Nach Einschätzung der Experten heiße die Aufgabe der CHF-Kursuntergrenze keineswegs, dass die SNB von weiteren Interventionen Abstand nehmen werde. So habe Thomas Jordan durchblicken lassen, dass die Notenbank am Markt aktiv bleiben werde. Auch wenn die heutige Maßnahme gewisse Zweifel an der Glaubwürdigkeit solcher Ankündigungen aufkommen lassen könnte, würden die Experten davon ausgehen, dass der EUR/CHF-Wechselkurs weiterhin knapp oberhalb des Paritätskurses notiere, aber stärkeren Schwankungen unterliegen werde.
Der Schritt der SNB dürfte bei den Diskussionen und potenziellen Entscheidungen der EZB im Hinblick auf quantitative Lockerungen in der nächsten Woche keine Rolle spielen. Nach den gestrigen unterstützenden Äußerungen des Generalanwalts des Europäischen Gerichtshofs dürfte die EZB nächste Woche eine Ausweitung der Anleiheankäufe, die zumindest den Ankauf von Unternehmensanleihen einschließe, verkünden und sich zum potenziellen Ankauf von Staatsanleihen näher äußern. Ob sie sich allerdings bereits auf ein konkretes Startdatum für ein Staatsanleiheprogramm festlegen werde, sei weniger sicher, aber nach Einschätzung der Experten durchaus möglich. (15.01.2015/alc/a/a)


