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US-Zinsen testen die 5%-Marke
27.10.23 11:47
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Die Konjunkturdaten aus den USA zeigen sich weiterhin erstaunlich stark, so Sören Wiedau, CEFA, von der Weberbank.
Die Industrieproduktion habe im September zugenommen und damit einen Wachstumsbeitrag zu dem positiven Konjunkturbild geliefert. Auch auf der Konsumseite laufe es weiter erfreulich. So würden die US-Einzelhandelsumsätze den sechsten Monat in Folge steigen und unterstreichen, dass der private Konsum eine der zentralen Säulen der US-Wirtschaft sei. Die Verbraucherinnen und Verbraucher hätten in den letzten Jahren ihre Sparquote steigern können, um den wichtigen privaten Konsum weiter zu unterstützen. Trotz der guten Daten würden die Analysten der Weberbank mit einer Eintrübung der amerikanischen Wirtschaft rechnen. Angesichts der schwächeren globalen Konjunkturaussichten, steigender Zinskosten und der Verknappung der Kreditvergabe dürfte sich die amerikanische Konjunktur abkühlen. Eine tiefe Rezession würden die Analysten für die USA allerdings nicht erwarten.
Die Zinsen an den Anleihemärkten hätten ihren Aufwärtstrend fortgesetzt. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihen habe kurzfristig zum ersten Mal seit der Finanzkrise die 5%-Marke überschritten. Vor allem die überraschend robuste US-Wirtschaft erschwere die Inflationsbekämpfung. Gleichzeitig würden sich die Marktteilnehmer über den steigenden Ölpreis sorgen. Dieser könnte im Fall einer weiteren Eskalation im Nahen Osten zu einem zusätzlichen Belastungsfaktor werden, der den Rückgang der Inflation verlangsamen könnte. Aktuell seien die Inflations- und Wirtschaftsausblicke zu unsicher, als dass diese Reaktionen der Notenbanken hervorrufen würden.
FED-Präsident Powell habe zuletzt betont, dass der Offenmarktausschuss behutsam vorgehen werde. Die Analysten der Weberbank würden weitere Zinserhöhungen in den USA für weniger wahrscheinlich halten. Die Inflationsraten sollten trotz der gestiegenen Ölpreise in den nächsten Monaten weiter fallen. Im Zuge dessen werde sich die Erkenntnis weiter durchsetzen, dass der weltweite Zinszyklus ein Ende gefunden habe. Die Analysten der Weberbank würden in der zweiten Jahreshälfte 2024 wieder mit fallenden US-Leitzinsen rechnen, was sich dann auch positiv auf den Anleihemarkt auswirken sollte.
Die geopolitischen Spannungen würden an den Aktienmärkten aktuell von den Entwicklungen bei den US-Zinsen übertroffen. Die Aktienmärkte hätten auf die gestiegenen Zinsen mit fallenden Kursen reagiert, wobei Technologieaktien besonders hart betroffen gewesen seien. Steigende Zinsen würden auf der einen Seite die Finanzierungskosten für Unternehmen erhöhen und könnten die Aussichten der Unternehmen trüben. Andererseits stehe die Anlageklasse Anleihen immer mehr im Wettbewerb zu Aktien, welche bis vor nicht zu langer Zeit mit positiven Realrenditen als alternativlos gegolten hätten.
Von der US-Berichtssaison seien zuletzt gemischte Zahlen gekommen. Bisher habe fast ein Viertel der S&P 500-Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt. Dabei hätten zwar über 78% von ihnen die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen können, aber die Ausblicke für das 4. Quartal 2023 seien bisher eher ernüchternd ausgefallen. Auch die Auswirkungen des Nahostkonfliktes würden ein Belastungsfaktor bleiben und davon abhängen, ob weitere Eskalationsschritte verhindert werden könnten. Insgesamt sollten Anleger in den nächsten Wochen mit einer erhöhten Volatilität an den Finanzmärkten rechnen. Die Analysten der Weberbank würden in diesem Umfeld eine defensive Positionierung bevorzugen, wobei Branchen aus den Bereichen Gesundheit, Basiskonsum und Energie übergewichtet werden sollten. (27.10.2023/alc/a/a)
Die Industrieproduktion habe im September zugenommen und damit einen Wachstumsbeitrag zu dem positiven Konjunkturbild geliefert. Auch auf der Konsumseite laufe es weiter erfreulich. So würden die US-Einzelhandelsumsätze den sechsten Monat in Folge steigen und unterstreichen, dass der private Konsum eine der zentralen Säulen der US-Wirtschaft sei. Die Verbraucherinnen und Verbraucher hätten in den letzten Jahren ihre Sparquote steigern können, um den wichtigen privaten Konsum weiter zu unterstützen. Trotz der guten Daten würden die Analysten der Weberbank mit einer Eintrübung der amerikanischen Wirtschaft rechnen. Angesichts der schwächeren globalen Konjunkturaussichten, steigender Zinskosten und der Verknappung der Kreditvergabe dürfte sich die amerikanische Konjunktur abkühlen. Eine tiefe Rezession würden die Analysten für die USA allerdings nicht erwarten.
FED-Präsident Powell habe zuletzt betont, dass der Offenmarktausschuss behutsam vorgehen werde. Die Analysten der Weberbank würden weitere Zinserhöhungen in den USA für weniger wahrscheinlich halten. Die Inflationsraten sollten trotz der gestiegenen Ölpreise in den nächsten Monaten weiter fallen. Im Zuge dessen werde sich die Erkenntnis weiter durchsetzen, dass der weltweite Zinszyklus ein Ende gefunden habe. Die Analysten der Weberbank würden in der zweiten Jahreshälfte 2024 wieder mit fallenden US-Leitzinsen rechnen, was sich dann auch positiv auf den Anleihemarkt auswirken sollte.
Die geopolitischen Spannungen würden an den Aktienmärkten aktuell von den Entwicklungen bei den US-Zinsen übertroffen. Die Aktienmärkte hätten auf die gestiegenen Zinsen mit fallenden Kursen reagiert, wobei Technologieaktien besonders hart betroffen gewesen seien. Steigende Zinsen würden auf der einen Seite die Finanzierungskosten für Unternehmen erhöhen und könnten die Aussichten der Unternehmen trüben. Andererseits stehe die Anlageklasse Anleihen immer mehr im Wettbewerb zu Aktien, welche bis vor nicht zu langer Zeit mit positiven Realrenditen als alternativlos gegolten hätten.
Von der US-Berichtssaison seien zuletzt gemischte Zahlen gekommen. Bisher habe fast ein Viertel der S&P 500-Unternehmen ihre Zahlen vorgelegt. Dabei hätten zwar über 78% von ihnen die Gewinnerwartungen der Analysten übertreffen können, aber die Ausblicke für das 4. Quartal 2023 seien bisher eher ernüchternd ausgefallen. Auch die Auswirkungen des Nahostkonfliktes würden ein Belastungsfaktor bleiben und davon abhängen, ob weitere Eskalationsschritte verhindert werden könnten. Insgesamt sollten Anleger in den nächsten Wochen mit einer erhöhten Volatilität an den Finanzmärkten rechnen. Die Analysten der Weberbank würden in diesem Umfeld eine defensive Positionierung bevorzugen, wobei Branchen aus den Bereichen Gesundheit, Basiskonsum und Energie übergewichtet werden sollten. (27.10.2023/alc/a/a)


