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US-Verbraucherpreisindex: Ist der Höhepunkt erreicht?


11.08.22 11:35
Janus Henderson Investors

London (www.anleihencheck.de) - Oliver Blackbourn, Portfolio Manager bei Janus Henderson Investors, kommentiert die Zahlen des US-amerikanischen Verbraucherpreisindex vom 10. August 2022.

Die Inflation in den USA sei niedriger ausgefallen als erwartet, was die Märkte, die in letzter Zeit durch die restriktive Haltung der US-Notenbank erschüttert worden seien, ermutige. Niedrigere Energie- und Kerngüterpreise hätten den Anstieg der Kosten für Nahrungsmittel und Dienstleistungen ausgeglichen. Der Wert von 8,5% habe deutlich unter dem Wert von 9,1% für Juni und vor allem 0,2% unter den Konsenserwartungen gelegen. Für die Beobachter der FED sei es entscheidend, dass die Kerninflation nicht wie vorhergesagt gestiegen sei. Nach der Veröffentlichung der mit Spannung erwarteten Arbeitsmarktdaten am Freitag hätten die Märkte die unter den Erwartungen liegenden Inflationsdaten sofort für eine weitere Rally genutzt.

Die Märkte würden die öffentlichen Äußerungen der FED abwarten müssen, um zu sehen, wie sie den unerwartet starken Rückgang der Inflation einordnen würden. Die Märkte seien beruhigt, dass es klare Anzeichen dafür gebe, dass die Inflation im Laufe des Sommers ihren Höhepunkt erreiche. Die FED werde sich jedoch zweifellos auf die Anzeichen für die Kerninflation konzentrieren, insbesondere angesichts eines sehr angespannt wirkenden Arbeitsmarktes. Der fortgesetzte Anstieg der Dienstleistungskosten werde sie vielleicht weniger beruhigen als der Rückgang der Güterpreisinflation die Anleger.

Die NASDAQ 100-Futures seien nach der Veröffentlichung sprunghaft angestiegen, da die Aktienmärkte den möglicherweise weniger restriktiven Kurs der FED als gute Nachricht für die Bewertungen aufgenommen hätten. Steigende Realrenditen, die auf das Engagement der FED bei der Inflationsbekämpfung zurückzuführen seien, seien im Jahr 2022 ein enormes Problem für die Bewertungen gewesen, sodass jede gemäßigte Haltung vom Aktienmarkt positiv aufgefasst werde, insbesondere für die am höchsten bewerteten Unternehmen. Allerdings habe der potenziell dovishere Ausblick eine wichtige Stütze des US-Dollar geschwächt, der gegenüber dem Euro stark abgewertet habe. (Ausgabe vom 10.08.2022) (11.08.2022/alc/a/a)