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US-VPI: Verwirrter Markt?
10.10.24 16:30
Janus Henderson Investors
London (www.anleihencheck.de) - Die heutige VPI-Zahl war vielleicht nicht so wichtig wie die überraschend guten Arbeitslosenzahlen der letzten Woche, aber angesichts der derzeitigen Unsicherheit über den künftigen Zinssenkungspfad der Fed hat sie an Bedeutung gewonnen, so John Kerschner, Head of US Securitised Products bei Janus Henderson Investors.
Der Kern-VPI habe bei 0,3% gelegen und damit über den Konsenserwartungen von 0,2%. Allerdings habe eine Umfrage unter großen Wallstreet-Firmen ergeben, dass in der Gerüchteküche eher von 0,3% die Rede gewesen sei. Der VPI-Gesamtwert habe bei 0,2% gelegen, während der Konsenswert nur 0,1% betragen habe. Im Jahresvergleich liege der Kern-VPI nun bei 3,3% und damit etwas höher als im Vormonat, während die 6-Monatszahl bei 2,5% und die etwas volatile 3-Monatszahl bei besorgniserregenden 3,0% liege. Während also der langfristige Trend der Kerninflation immer noch eindeutig niedriger sei, sei der kurzfristige (3-Monats-) Trend sogar etwas höher.
Die Ursache für den steigenden Kerninflationsindex seien in diesem Monat die vorhersehbaren Erhöhungen bei Flugpreisen und Versicherungen gewesen. Eine große Erleichterung für den Markt sei jedoch gewesen, dass die Wohnkosten (OER - Owner's Equivalent Rent) nur um 0,3% gestiegen seien - einer der niedrigsten Werte der letzten drei Jahre. Die Wohnkosten seien einer der wichtigsten Faktoren für die über dem Fed-Ziel von 2% liegende Gesamtinflation gewesen.
Erschwerend sei hinzugekommen, dass die aktuelle Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung mit 258.000 höher als erwartet ausgefallen sei, was auf einen schwächeren Arbeitsmarkt hindeute. Wie habe der Anleihemarkt reagiert? Eine höher als erwartete Inflation bedeute meist höhere Zinsen. Geringere Steigerungen der Wohnkosten und ein schwächerer Arbeitsmarkt bedeuteten meist niedrigere Zinsen. Hinzu komme, dass der Markt den jüngsten Anstieg der 2-jährigen US-Treasuries um 40 Basispunkte noch immer nicht verdaut habe.
Werfe man all diese Daten in einen Topf und mische sie, erhalte man einen US-Treasury-Markt, der von der 2er- bis zur 10er-Anleihe nur geringfügig höher sei. Dies sei ein eindeutiges Zeichen für einen verwirrten oder an Vertrauen mangelnden Markt. Nun werde der Markt auf die zahlreichen Fed-Sprecher im Laufe des heutigen Tages und morgen (Cook, Barkin, Williams, Logan, Bowman) sowie den morgigen PPI warten, um herauszufinden, was mit dieser überraschend starken Wirtschaft und dem etwas gespaltenen Offenmarktausschuss der Federal Reserve (FOMC) los sei. (10.10.2024/alc/a/a)
Der Kern-VPI habe bei 0,3% gelegen und damit über den Konsenserwartungen von 0,2%. Allerdings habe eine Umfrage unter großen Wallstreet-Firmen ergeben, dass in der Gerüchteküche eher von 0,3% die Rede gewesen sei. Der VPI-Gesamtwert habe bei 0,2% gelegen, während der Konsenswert nur 0,1% betragen habe. Im Jahresvergleich liege der Kern-VPI nun bei 3,3% und damit etwas höher als im Vormonat, während die 6-Monatszahl bei 2,5% und die etwas volatile 3-Monatszahl bei besorgniserregenden 3,0% liege. Während also der langfristige Trend der Kerninflation immer noch eindeutig niedriger sei, sei der kurzfristige (3-Monats-) Trend sogar etwas höher.
Erschwerend sei hinzugekommen, dass die aktuelle Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung mit 258.000 höher als erwartet ausgefallen sei, was auf einen schwächeren Arbeitsmarkt hindeute. Wie habe der Anleihemarkt reagiert? Eine höher als erwartete Inflation bedeute meist höhere Zinsen. Geringere Steigerungen der Wohnkosten und ein schwächerer Arbeitsmarkt bedeuteten meist niedrigere Zinsen. Hinzu komme, dass der Markt den jüngsten Anstieg der 2-jährigen US-Treasuries um 40 Basispunkte noch immer nicht verdaut habe.
Werfe man all diese Daten in einen Topf und mische sie, erhalte man einen US-Treasury-Markt, der von der 2er- bis zur 10er-Anleihe nur geringfügig höher sei. Dies sei ein eindeutiges Zeichen für einen verwirrten oder an Vertrauen mangelnden Markt. Nun werde der Markt auf die zahlreichen Fed-Sprecher im Laufe des heutigen Tages und morgen (Cook, Barkin, Williams, Logan, Bowman) sowie den morgigen PPI warten, um herauszufinden, was mit dieser überraschend starken Wirtschaft und dem etwas gespaltenen Offenmarktausschuss der Federal Reserve (FOMC) los sei. (10.10.2024/alc/a/a)


