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US-Treasuries bleiben schwach, Euro-Rentenmärkte erholen sich


06.09.13 15:33
Pioneer Investments Austria

Wien (www.anleihencheck.de) - Das "Tapering" (Reduktion der Anleihenkäufe der FED), das unmittelbar bevorsteht, hat gezeigt, dass sich vor allem auf dem US-Treasury-Markt eine Blase gebildet hat, die derzeit platzt, so die Experten von Pioneer Investments Austria.

Innerhalb von vier Monaten seien die Zinsen 10-jähriger US-Treasuries von 1,6% auf 2,9% gestiegen, 7 bis 10-jährige US-Treasuries seien in dieser Phase um 8% gefallen, längere Laufzeiten (über zehn Jahre) sogar um fast 14%. Diesem Trend habe sich auch der deutsche Rentenmarkt nicht entziehen können. Im August hätten v. a. die Anleihenmärkte der Kernländer (Deutschland -1,0%, Frankreich -1,2%, Österreich -1,3%) korrigiert. Spanien (+0,8%) und Italien (+0,2%) seien gegen den Trend gestiegen.

Die positive Überraschung beim Wirtschaftswachstum (+0,3%) und weiterhin steigende Einkaufsmanager-Indices in den einzelnen Ländern der Eurozone würden zu einem Rückgang der Risikoprämien führen. Die Experten würden auch 2014 weitere Renditeanstiege in den USA und in Deutschland erwarten.

Seit Jahresanfang seien die Kernländer um 2,0% gefallen, die Rentenmärkte der Euro-Peripheriestaaten um 4,9% gestiegen, der Gesamtmarkt sei um +0,4% gestiegen. Unternehmensanleihen hätten seit Jahresanfang 0,8% zugelegt, Financials (+1,1%) seien stärker als Non-Financials (+0,4%) gestiegen. Mit einem Plus von 0,4% im August hätten Euro High Yield Anleihen ihre Outperformance (+4,7% seit Jahresanfang 2013) fortgesetzt. Die Experten würden untergewichtet in Staatsanleihen der Kernländer und weiterhin übergewichtet in Euro-Unternehmensanleihen bleiben.

Konjunktur-Vorlaufindikatoren würden auf eine Verbesserung der Wirtschaftsaktivität in der Eurozone hinweisen. Die politischen Risiken würden als Folge der ökonomischen Belastungen und der Eurozone-Arbeitslosigkeit (über 12%) zunehmen.

Die amerikanische Notenbank kommuniziere einen klaren, aber bedingten Pfad für die Reduzierung des Ankaufs von Anleihen. Die FED reagiere dadurch auf ein verändertes Risiko/Nutzen-Verhältnis dieses Werkzeuges. Die damit verbundene Abnahme der Überschussliquidität (bzw. deren Erwartung) lasse Risikoprämien auf Laufzeit und Liquidität steigen.

Die Unterauslastung der Wirtschaft in der Eurozone lasse keinen Preisdruck erwarten, die jährliche Inflationsrate sollte sich auf Jahressicht nur bei etwa 1,5% p. a. bewegen. Die EZB wiederhole ihre Vorausschau auf gleichbleibende oder niedrigere Leitzinsen für einen unbestimmten Zeitraum. Aufgrund der niedrigen Inflation und des verhaltenen Wachstums sei eine weitere Zinssenkung oder Geldmengenoperation denkbar, werde aber derzeit nicht erwartet. (Ausgabe September 2013) (06.09.2013/alc/a/a)