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US-Notenbank könnte Zinssenkungs-Fantasie Absage erteilen


30.01.24 11:00
Ebury

Brüssel (www.anleihencheck.de) - Die Experten des international tätigen Fintechs Ebury erwarten von der Zinssitzung der US-Notenbank am Mittwoch keinen Zinsschritt, so Matthew Ryan, Head of Market Strategy bei Ebury.

Dennoch könnte die Sitzung richtungsweisend sein, glaube Matthew Ryan von Ebury: "Die Märkte erwarten noch immer mit einer Wahrscheinlichkeit von 50 Prozent eine Zinssenkung im März. Wir gehen davon aus, dass die Notenbank derartigen Spekulationen am Mittwoch eine klare Absage erteilt", so der Marktstratege.

Für ein solches Vorgehen sprächen auch die zuletzt robusten Wirtschaftsdaten aus dem Dollar-Raum. Insbesondere das in der vergangenen Woche vermeldete annualisierte Wachstum der US-Wirtschaft von 3,3 Prozent im vierten Quartal habe überrascht. Analysten hätten im Vorfeld lediglich ein Wachstum von 2 Prozent erwartet. Auch die Konsumausgaben sowie die Eckdaten zum US-Arbeitsmarkt würden nach Ansicht der Volkswirte von Ebury das Bild einer robusten Wirtschaft zeichnen und damit die Erwartung konstanter Leitzinsen über den März hinaus stützen.

Nachdem die US-Notenbank im Dezember noch mittels des Dot-Plot die Zinserwartungen der Mitglieder im Offenmarktausschuss kommuniziert habe, könnte die Absage der Notenbank an Zinssenkungen im März nach Einschätzung von Ryan auf zwei Wegen erfolgen: "Hinweise sind entweder in schriftlicher Form im offiziellen Statement der Notenbank oder aber im Rahmen der Pressekonferenz möglich. Wir gehen davon aus, dass die Fed zunächst weitere eindeutige Wirtschaftsdaten sehen will, bevor sie die geldpolitische Lockerung lanciert", sage Ryan. Der Marktstratege gehe in seinem favorisierten Szenario zwar davon aus, dass der seit dem Jahreswechsel anhaltende Höhenflug des US-Dollar nach der Zinssitzung anhalte, sehe aber nur noch ein begrenztes Aufwärtspotenzial des Greenback. (30.01.2024/alc/a/a)