US-Leitzinsen dürften unverändert bleiben


06.05.25 10:48
DONNER & REUSCHEL AG

Hamburg (www.anleihencheck.de) - Auf Nachfrage unterstrich Donald Trump erneut, dass er eine Entlassung des Fed Präsidenten, Jerome Powell, nicht plane. Dessen Amtszeit sei ohnehin nicht mehr von langer Dauer, da Powell im Frühjahr 2026 ausscheidet, so Carsten Mumm, Chefvolkswirt bei der Privatbank DONNER & REUSCHEL.

Anderslautende Meinungsäußerungen hätten im April zu erheblicher Besorgnis über die Stabilität der Institutionen in den USA und deutlich steigenden Zinsen für Staatsanleihen geführt. Offensichtlich funktioniere also der Sanktionsmechanismus des Kapitalmarkts gegen allzu erratische politische Entscheidungen und Eingriffe vonseiten der Regierung. Trump habe es sich allerdings nicht nehmen lassen, abermals darauf hinzuweisen, dass er das Zinsniveau für zu hoch und daher Leitzinssenkungen für angemessen halte. Diesem Druck dürften die US-Notenbanker bei der morgigen Sitzung des entscheidenden Offenmarktausschusses jedoch kaum nachgeben.

Zwar sei die Inflation im März auf 2,4 Prozent gesunken, allerdings befinde sich die Kernrate der Inflation mit 2,8 Prozent weiterhin auf erhöhtem Niveau. Zudem würden die Auswirkungen der voraussichtlich preisniveautreibend wirkenden Eskalation des Zollkonflikts mit diversen US-Handelspartnern erst in den April-Inflationsdaten erkennbar sein. Anzunehmen sei, dass die Teuerungsraten auch in den kommenden Monaten sukzessive höher ausfallen würden, sofern das Regime des ausgeweiteten Protektionismus erhalten bleibe. Indikationen von den letzten Einkaufsmanagerbefragungen unter US-Unternehmen würden klar auf steigende Einkaufs- und Verkaufspreise hindeuten.

Demgegenüber gebe es zwar eine leichte Abkühlung der Wachstumsdynamik im Verarbeitenden Gewerbe, insbesondere der für die US-Wirtschaft besonders wichtige Dienstleistungssektor berichte aber robuste Auftragseingänge und Beschäftigungsperspektiven. Der Arbeitsmarktbericht für April zeige von einer anhaltend guten Auslastung des Arbeitskräfteangebots.

Angesichts der Gemengelage aus zunehmendem Preisdruck und bisher nur moderater Konjunkturabkühlung dürfte die Fed somit weiterhin datenabhängig vorgehen und auf frühzeitige Zinsanpassungen verzichten. (06.05.2025/alc/a/a)





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