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US-Leitzins sinkt, US-Renditen nicht
23.09.24 10:30
apoBank
Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Nach der Leitzinssenkung der US-Notenbank haben die Aktienmärkte weltweit zunächst zögerlich, dann aber mit deutlichen Kurszuwächsen reagiert, so die Analysten der apoBank.
Die US-Aktienindices hätten gegen Wochenschluss auf neuen historischen Rekordständen notiert. Zu den größten Gewinnern hätten abermals Technologie-Aktien gezählt. In Deutschland sei der DAX erstmals über die Marke von 19.000 Punkten gestiegen. Die gute Stimmung an den Börsen sei von der weiteren Eskalation des Nahost-Konfliktes nicht nachhaltig getrübt worden.
So richtig habe die Handelswoche erst nach der Sitzung der US-Zentralbank am Mittwochabend begonnen. Die etwas überraschende Entscheidung der FED, den Leitzins gleich um 0,50 statt 0,25 Prozentpunkte zu senken, habe zunächst kein Kursfeuerwerk ausgelöst. Denn der FED-Vorsitzende Powell habe vage angedeutet, dass bei den nächsten FED-Sitzungen eher mit graduellen Zinssenkungen, also mit 0,25 Prozentpunkten, zu rechnen sein. Die Investoren hätten sich daraufhin erstmal sortieren müssen und erst am Donnerstag beherzt zugegriffen. Es seien Zugewinne auf breiter Front an den weltweiten Börsen gefolgt. Dabei sei der DAX erstmals über die Marke von 19.000 Punkten geklettert. Und in den USA hätten der Technologieindex Nasdaq, genauso wie der Leitindex S&P 500, auf neuen Rekordständen geschlossen.
Im Vorfeld der FED-Sitzung seien die Renditen auf US-Staatsanleihen in Erwartung einer Leitzinssenkung bereits deutlich gefallen. Die tatsächliche Bekanntgabe der FED-Zinssenkung am Mittwochabend und der Ausblick auf weitere, aber bloß graduelle Leizinssenkungen in den nächsten Quartalen hätten somit bereits in den Kursen gesteckt und keinen zusätzlichen Impuls für weitere Renditerückgänge geliefert. Im Wochenvergleich hätten die US-Titel zehnjähriger Laufzeit sogar einen leichten Renditeanstieg verzeichnet. Im Gleichlauf mit den US-Treasuries hätten sich deutsche Bundesanleihen entwickelt, deren Renditen im Wochenvergleich ebenfalls etwas angestiegen seien.
An den Rohstoffmärkten sei dem Ölpreis in dieser Woche eine deutliche Erholung nach den kräftigen Rückgängen in den Wochen zuvor gelungen. Hintergrund seien neben der weiteren Eskalation des Konfliktes im Nahen Osten auch die steigende Zuversicht unter Investoren gewesen, dass der US-Wirtschaft eine sanfte Landung gelingen werde und die zwischenzeitlichen Rezessionssorgen wohl überzogen gewesen seien.
An den Devisenmärkten habe der Euro gegenüber der Mehrheit der wichtigen Währungen aufgewertet. Ein kräftiges Kursplus sei der Gemeinschaftswährung gegenüber dem Japanischen Yen gelungen, der durch die Entscheidung der Japanischen Zentralbank am Freitag, den Leitzins nicht anzuheben, Gegenwind erfahren habe. Zudem hätten die Vertreter der Bank of Japan durchblicken lassen, dass sie mit weiteren Zinserhöhungen keine Eile hätten.
Die mit großer Spannung erwartete Sitzung der US-Zentralbank habe den Höhepunkt dieser Handelswoche dargestellt. Das habe auch daran gelegen, dass die FED mit ihrer Entscheidung, den Leitzins gleich um 0,50 Prozentpunkte zu senken, für eine gewisse Überraschung gesorgt habe. An den Märkten sei zuletzt zwar mit zunehmender Wahrscheinlichkeit die Möglichkeit einer doppelten Leitzinssenkung eingepreist worden. Doch die überwältigende Mehrheit der im Vorfeld befragten Ökonomen sei davon ausgegangen, dass sich die US-Geldpolitiker aufgrund der jüngsten Konjunktur- und Inflationsdaten für eine einfache Leitzinssenkung um 0,25 Prozentpunkte entscheiden würden.
Auf der Pressekonferenz am Mittwochabend habe der FED-Vorsitzende Jerome Powell zu erkennen gegeben, dass die FED mit dem zweifachen Zinsschritt die ausgelassene Zinssenkung im Juni habe nachholen wollen. Zudem habe er in Aussicht gestellt, dass die FED in den nächsten Quartalen nicht zwangsläufig weitere zweifache Leitzinssenkungen plane, sondern mit einer graduellen Anpassung des Leitzinses zu rechnen sei. In diesem Zusammenhang habe Powell wiederholt die robuste Entwicklung der US-Volkswirtschaft und die fehlenden Anzeichen für einen bevorstehenden Abschwung der Konjunktur betont.
Neben der US-Zentralbank hätten weitere wichtige Zentralbanken ihre turnusmäßigen Sitzungen abgehalten. Dazu habe auch die Bank of England in Großbritannien gezählt, die am Donnerstag mit großer Mehrheit für einen unveränderten Leitzins votiert habe. In dem stimmberechtigten Gremium habe es lediglich eine Gegenstimme gegeben, die sich für eine Leitzinssenkung ausgesprochen habe.
Am Freitag sei die Bank of Japan mit dem Beschluss gefolgt, den Leitzins in Japan unverändert zu lassen und die geplante Leitzinserhöhungen in den nächsten Quartalen mit Bedacht vornehmen zu wollen. Ebenfalls am Freitag sei die Geldpolitiker in China zusammengekommen, um über die zinspolitische Ausrichtung der chinesischen Zentralbank (PBoC) zu entscheiden. Die lahmende Binnenwirtschaft im Reich der Mitte sei allerdings nicht Grund genug gewesen, um die Referenzzinsen für ein- und fünfjährige Kredite zu senken.
Auf die jüngsten Zinsentscheide der Zentralbanken folge eine weniger ereignisreiche nächste Handelswoche. Im Vordergrund stünden in der ersten Wochenhälfte Stimmungsindikatoren wie die Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor und der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland im September. Dabei zeichne sich ab, dass diese Stimmungsbarometer, die häufig als konjunkturelle Frühindikatoren verstanden würden, keine nennenswerte Aufhellung anzeigen dürften.
Für die Finanzmärkte falle dies jedoch nicht allzu sehr ins Gewicht, denn die auffallend negative Stimmung, insbesondere in der Industrie und unter Verbrauchern, sei längst bekannt und decke sich nicht immer mit den realwirtschaftlichen Entwicklungen, die teils deutlich besser ausfallen würden. So habe sich die vom ifo-Geschäftsklimaindex mehrfach angezeigte tiefe Rezession in Deutschland seit Ausbruch des Russland-Ukraine-Krieges bislang nicht eingestellt. Das Nullwachstum der deutschen Wirtschaft in diesem und letztem Jahr könne in dieser Hinsicht sogar als das geringere Übel ausgelegt werden. (23.09.2024/alc/a/a)
Die US-Aktienindices hätten gegen Wochenschluss auf neuen historischen Rekordständen notiert. Zu den größten Gewinnern hätten abermals Technologie-Aktien gezählt. In Deutschland sei der DAX erstmals über die Marke von 19.000 Punkten gestiegen. Die gute Stimmung an den Börsen sei von der weiteren Eskalation des Nahost-Konfliktes nicht nachhaltig getrübt worden.
So richtig habe die Handelswoche erst nach der Sitzung der US-Zentralbank am Mittwochabend begonnen. Die etwas überraschende Entscheidung der FED, den Leitzins gleich um 0,50 statt 0,25 Prozentpunkte zu senken, habe zunächst kein Kursfeuerwerk ausgelöst. Denn der FED-Vorsitzende Powell habe vage angedeutet, dass bei den nächsten FED-Sitzungen eher mit graduellen Zinssenkungen, also mit 0,25 Prozentpunkten, zu rechnen sein. Die Investoren hätten sich daraufhin erstmal sortieren müssen und erst am Donnerstag beherzt zugegriffen. Es seien Zugewinne auf breiter Front an den weltweiten Börsen gefolgt. Dabei sei der DAX erstmals über die Marke von 19.000 Punkten geklettert. Und in den USA hätten der Technologieindex Nasdaq, genauso wie der Leitindex S&P 500, auf neuen Rekordständen geschlossen.
Im Vorfeld der FED-Sitzung seien die Renditen auf US-Staatsanleihen in Erwartung einer Leitzinssenkung bereits deutlich gefallen. Die tatsächliche Bekanntgabe der FED-Zinssenkung am Mittwochabend und der Ausblick auf weitere, aber bloß graduelle Leizinssenkungen in den nächsten Quartalen hätten somit bereits in den Kursen gesteckt und keinen zusätzlichen Impuls für weitere Renditerückgänge geliefert. Im Wochenvergleich hätten die US-Titel zehnjähriger Laufzeit sogar einen leichten Renditeanstieg verzeichnet. Im Gleichlauf mit den US-Treasuries hätten sich deutsche Bundesanleihen entwickelt, deren Renditen im Wochenvergleich ebenfalls etwas angestiegen seien.
An den Rohstoffmärkten sei dem Ölpreis in dieser Woche eine deutliche Erholung nach den kräftigen Rückgängen in den Wochen zuvor gelungen. Hintergrund seien neben der weiteren Eskalation des Konfliktes im Nahen Osten auch die steigende Zuversicht unter Investoren gewesen, dass der US-Wirtschaft eine sanfte Landung gelingen werde und die zwischenzeitlichen Rezessionssorgen wohl überzogen gewesen seien.
Die mit großer Spannung erwartete Sitzung der US-Zentralbank habe den Höhepunkt dieser Handelswoche dargestellt. Das habe auch daran gelegen, dass die FED mit ihrer Entscheidung, den Leitzins gleich um 0,50 Prozentpunkte zu senken, für eine gewisse Überraschung gesorgt habe. An den Märkten sei zuletzt zwar mit zunehmender Wahrscheinlichkeit die Möglichkeit einer doppelten Leitzinssenkung eingepreist worden. Doch die überwältigende Mehrheit der im Vorfeld befragten Ökonomen sei davon ausgegangen, dass sich die US-Geldpolitiker aufgrund der jüngsten Konjunktur- und Inflationsdaten für eine einfache Leitzinssenkung um 0,25 Prozentpunkte entscheiden würden.
Auf der Pressekonferenz am Mittwochabend habe der FED-Vorsitzende Jerome Powell zu erkennen gegeben, dass die FED mit dem zweifachen Zinsschritt die ausgelassene Zinssenkung im Juni habe nachholen wollen. Zudem habe er in Aussicht gestellt, dass die FED in den nächsten Quartalen nicht zwangsläufig weitere zweifache Leitzinssenkungen plane, sondern mit einer graduellen Anpassung des Leitzinses zu rechnen sei. In diesem Zusammenhang habe Powell wiederholt die robuste Entwicklung der US-Volkswirtschaft und die fehlenden Anzeichen für einen bevorstehenden Abschwung der Konjunktur betont.
Neben der US-Zentralbank hätten weitere wichtige Zentralbanken ihre turnusmäßigen Sitzungen abgehalten. Dazu habe auch die Bank of England in Großbritannien gezählt, die am Donnerstag mit großer Mehrheit für einen unveränderten Leitzins votiert habe. In dem stimmberechtigten Gremium habe es lediglich eine Gegenstimme gegeben, die sich für eine Leitzinssenkung ausgesprochen habe.
Am Freitag sei die Bank of Japan mit dem Beschluss gefolgt, den Leitzins in Japan unverändert zu lassen und die geplante Leitzinserhöhungen in den nächsten Quartalen mit Bedacht vornehmen zu wollen. Ebenfalls am Freitag sei die Geldpolitiker in China zusammengekommen, um über die zinspolitische Ausrichtung der chinesischen Zentralbank (PBoC) zu entscheiden. Die lahmende Binnenwirtschaft im Reich der Mitte sei allerdings nicht Grund genug gewesen, um die Referenzzinsen für ein- und fünfjährige Kredite zu senken.
Auf die jüngsten Zinsentscheide der Zentralbanken folge eine weniger ereignisreiche nächste Handelswoche. Im Vordergrund stünden in der ersten Wochenhälfte Stimmungsindikatoren wie die Einkaufsmanagerindices für das Verarbeitende Gewerbe und den Dienstleistungssektor und der ifo-Geschäftsklimaindex für Deutschland im September. Dabei zeichne sich ab, dass diese Stimmungsbarometer, die häufig als konjunkturelle Frühindikatoren verstanden würden, keine nennenswerte Aufhellung anzeigen dürften.
Für die Finanzmärkte falle dies jedoch nicht allzu sehr ins Gewicht, denn die auffallend negative Stimmung, insbesondere in der Industrie und unter Verbrauchern, sei längst bekannt und decke sich nicht immer mit den realwirtschaftlichen Entwicklungen, die teils deutlich besser ausfallen würden. So habe sich die vom ifo-Geschäftsklimaindex mehrfach angezeigte tiefe Rezession in Deutschland seit Ausbruch des Russland-Ukraine-Krieges bislang nicht eingestellt. Das Nullwachstum der deutschen Wirtschaft in diesem und letztem Jahr könne in dieser Hinsicht sogar als das geringere Übel ausgelegt werden. (23.09.2024/alc/a/a)
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| XFARIV001614 | 2,65 % | 2,15 % | ||


