US-Leitzins bleibt unverändert


18.09.15 09:43
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Offenmarktausschuss der US-Notenbank hat auf seiner gestrigen Sitzung den Leitzins unverändert, wie von uns erwartet, bei 0 bis 0,25% belassen, so die Analysten von Postbank Research.

Das begleitende Pressestatement sowie die Äußerungen der FED-Präsidentin, Janet Yellen, auf der anschließenden Pressekonferenz seien aber überraschend "dovish" ausgefallen. So habe die FED das Wachstum trotz der jüngsten Beschleunigung als weiterhin moderat bezeichnet. Dem Arbeitsmarkt habe sie eine anhaltende Verbesserung konstatiert. Zugleich habe sie aber auch auf die anhaltend niedrige Inflation hingewiesen, wobei sie auch auf die gesunkenen, marktbasierten Inflationserwartungen eingegangen sei. Hierzu passe denn auch, dass die FED ihre Projektionen für die Kerninflationsrate in den Jahren 2016 und 2017 leicht gesenkt habe. Mit der Erreichung ihrer Zielgröße für die Kerninflation von 2% rechne sie jetzt erst für das Jahr 2018.

Hervorgehoben worden sei überdies, dass die globale Konjunktur und die Entwicklungen an den globalen Finanzmärkten beobachtet würden, da sie ein Risiko für die US-Wirtschaft darstellen. Auch sei darauf hingewiesen worden, dass die FED vor einer Zinsanhebung mehr Informationen hinsichtlich der daraus resultierenden Auswirkungen auf die USA benötige. Gleichwohl rechne die Mehrheit der FOMC-Mitglieder mit einem ersten Zinsschritt in diesem Jahr, wobei auch eine Anhebung im Oktober nicht auszuschließen sei. Allerdings sei das Risiko, dass die FED die Zinserhöhung ins kommende Jahr verschiebe, mit den gestrigen Verlautbarungen zweifelsohne gestiegen.

Die gestrigen US-Konjunkturdaten seien durchwachsen ausgefallen. So hätten die Baubeginne im August um 3% auf 1,126 Mio. Einheiten nachgegeben, während die Baugenehmigungen um 3,5% auf 1,170 Mio. Einheiten gestiegen seien. Der Index der Federal Reserve Bank von Philadelphia über die Stimmung im Verarbeitenden Gewerbe sei im September unerwartet deutlich von 8,3 auf -6,0 Punkte gefallen und habe sein niedrigstes Niveau seit zweieinhalb Jahren erreicht. Damit dürfte er die Sorgen verstärken, dass die schwache Weltkonjunktur und der starke US-Dollar die Industrie spürbar belasten würden. Die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe dagegen habe sich entgegen den Erwartungen um 11 auf 264 Tsd. ermäßigt und weise auf diesem Niveau auf einen weiterhin robusten Aufwärtstrend am US-Arbeitsmarkt hin.

Heute stehe an wichtigen Konjunkturdaten lediglich der Index der US-Frühindikatoren für August zur Veröffentlichung an. Die Analysten würden mit einem leichten Plus von 0,2% rechnen, was in Verbindung mit dem Rücksetzer im Vormonat lediglich auf ein eher verhaltenes Wachstum in den kommenden Monaten hindeuten würde. (18.09.2015/alc/a/a)





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