Erweiterte Funktionen
US-Kommunalanleihen eignen sich nicht nur für US-Anleger
17.05.17 11:15
Franklin Templeton
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Jim Conn ist Senior Vice President und Portfolio Manager der Franklin Templeton Fixed Income Group bei Franklin Templeton. Er erläutert das Interesse ausländischer Anleger für Municipal Bonds, und die Möglichkeit, ihr Portfolio so um eine zusätzliche Quelle attraktiver, ausgezeichneter Erträge zu bereichern, die außerdem Diversifizierungsvorteile bietet.
Angesichts der Rekordtiefs bei den Zinsen, die die Investmentlandschaft in Asien und Europa bestimmen würden, würden Anleger außerhalb der USA ihre Suche nach Rendite auf einen Bereich ausweiten, den man bislang nicht auf der Rechnung gehabt habe, und würden sich für US-Kommunalanleihen interessieren.
Seit über 100 Jahren seien Municipal Bonds (US-Kommunalanleihen) in den USA der Hauptmotor für Infrastrukturwachstum. Inzwischen würden rund drei Viertel aller US-Infrastrukturprojekte mithilfe von Kommunalanleihen finanziert. Sie seien damit ein Eckpfeiler der Infrastrukturstrategie des Landes. Municipal Bonds seien zentraler Bestandteil einer wettbewerbsfähigen, modernen Wirtschaft.
Bei US-Kommunalanleihen handle es sich um Schuldtitel, die von Bundesstaaten oder Kommunen ausgegeben und allgemein zur Finanzierung von öffentlichen Dienstleistungen oder Infrastrukturprojekten, wie Straßen, Schulen, Wasser- und Abwassersystemen, Flughäfen oder Energieübertragungseinrichtungen verwendet würden. Schuldverschreibungen, die von Kommunen zur Finanzierung eines öffentlichen Guts ausgegeben würden, seien in der Regel von Bundes- und lokalen Ertragsteuern befreit, wodurch die effektive Rendite für in den USA ansässige Anleger steige.
Aufgrund dieser Steuerbefreiung hätten US-Steuerzahler Gefallen an Kommunalanleihen gefunden. Die meisten US-Kommunalanleihen befänden sich entweder direkt oder über Fondsprodukte im Besitz von Privatpersonen.
Einige US-Kommunalanleihen seien nicht von der Steuer befreit. Obwohl dieser Markt kleiner ist als der steuerbefreite Markt, bietet er Anlegern nach Meinung der Experten von Franklin Templeton relativ große Anlagechancen. Die US-Bundesregierung habe im Jahr 1986 ein Gesetz verabschiedet, das die von der Bundessteuer befreiten Anleihekategorien auf Anleihen zur Finanzierung so genannter rein öffentlicher Güter beschränke.
Eine Anleihe zur Finanzierung eines Projekts, das im Wesentlichen einer privaten Einrichtung zugute komme, wie beispielsweise eine Sportarena, habe Anlegern somit keine steuerbefreiten Einkünfte mehr bieten können. Diese relativ neue Klasse steuerpflichtiger Private Activity Bonds (PAB) diene zur Förderung der Wirtschaft. Die Gesetzesänderungen 1986 seien zwar kein grünes Licht gewesen, hätten die Kommunen aber dennoch angespornt, mehr steuerpflichtige Anleihen zu begeben.
Darüber hinaus habe US-Präsident Barack Obama im Februar 2009 im Rahmen des US-Konjunkturpakets (American Recovery and Reinvestment Act) ein Gesetz unterzeichnet, mit dem eine neue Klasse von steuerpflichtigen Kommunalanleihen, die so genannten Build America Bonds (BABs), geschaffen worden sei. Obwohl diese Anleihen nicht steuerbefreit seien, hätten die BABs einen Bundeszuschuss enthalten. Dadurch sollten die Investitionen in die Infrastruktur weiter gesteigert werden.
Dieser Zuschuss habe dabei geholfen, den Steuereffekt für die Anleger wettzumachen, wodurch diese Anleihen besonders attraktiv für ausländische Anleger worden seien. Bis Ende 2010, als das Programm geendet habe, hätten staatliche und kommunale Stellen BABs im Volumen von knapp 200 Milliarden USD ausgegeben (Quelle: US-Finanzministerium). Diese Anleihen hätten großen Zuspruch bei ausländischen Anlegern gefunden und bis Ende 2015 sich BABs im Wert von 85 Mrd. US-Dollar im Besitz von Anlegern außerhalb der USA befunden (Quelle: US-Notenbank Federal Reserve). Darüber hinaus hätten die Emittenten jederzeit weitere Emissionen am Markt für steuerpflichtige Kommunalanleihen vornehmen können, um ihre Zielgruppe über die US-Steuerzahler hinaus zu erweitern. Man habe im letzten Jahr einen leichten Anstieg bei den Emissionen beobachten können.
Die bundesstaatlichen und kommunalen Ausgaben für die öffentliche Infrastruktur seien seit den 1970er Jahren zurückgegangen. Das habe zu einer Verschlechterung kritischer Infrastruktur wie Straßen und Brücken in den USA geführt. Erst kürzlich hätten parteipolitische Blockaden auf Bundesebene bedeutende Investitionen ebendort verhindert. So sei der Großteil der Emissionen neuer Kommunalanleihen auf bundesstaatliche Stellen oder Kommunalverwaltungen entfallen.
Ein möglicher parteiübergreifender Konsens unter der neuen Trump-Regierung könnte in der Wiederankurbelung der Infrastrukturausgaben gefunden werden. In der Folge könnten neue öffentlich-private Partnerschaften entstehen und qualifizierte öffentliche Infrastrukturanleihen ausgegeben werden.
Insgesamt seien US-Kommunalanleihen wegen ihrer relativen Sicherheit und der steuerbefreiten Erträge für Anleger attraktiv. Ende 2016 habe die Ausgabe von US-Kommunalanleihen mit einem Volumen von über 420 Mrd. US-Dollar ein Sechsjahreshoch markiert. Damit habe sich das Gesamtvolumen des Markts für US-Kommunalanleihen auf insgesamt 3,7 Bio. US-Dollar vergrößert (Quellen: Bloomberg Barclays, US-Notenbank Federal Reserve). Davon hätten sich zum 30. September 2016 93,3 Mrd. US-Dollar im Besitz von Anlegern außerhalb der USA befunden. Auch wenn dies nur einen relativ kleinen Teil des gesamten Universums von US-Kommunalanleihen darstelle, sei die Tendenz steigend.
Die Nominalrenditen bei steuerpflichtigen Kommunalanleihen seien im Allgemeinen höher als bei steuerbefreiten Kommunalanleihen ähnlicher Bonität im selben Laufzeitenspektrum. Dabei gebe es keine Unterschiede hinsichtlich des Kreditrisikos von steuerpflichtigen und steuerbefreiten Anleihen mit ähnlichem Rating. In den meisten Fällen seien die Emittenten exakt identisch.
Kommunalanleihen in Form von General Obligation (GO) Bonds würden durch das Vertrauen in die Kreditwürdigkeit einer Staatsregierung oder Kommunalverwaltung gesichert und über den laufenden Haushalt (General Fund) bezahlt. Revenue Bonds würden hingegen durch eine spezielle Einnahmequelle gesichert, die üblicherweise von einer Sachanlage wie einem Flughafen oder einer Mautstraße stamme. In beiden Fällen seien Ausfälle in der Vergangenheit äußerst selten gewesen. Der letzte Ausfall eines staatlichen GO Bond habe sich 1933 ereignet.
Generell habe die einjährige Ausfallrate für Kommunalanleihen der Kategorie Investment Grade zwischen 1970 und 2014 bei weniger als 0,1% gelegen, wobei der Großteil der Ausfälle auf das Konto von Emittenten in der Wohnungswirtschaft gegangen sei.
Während Investment-Grade-Kommunalanleihen den Großteil des Gesamtmarkts ausmachen würden, würden Anleger im Streben nach höheren Renditen mitunter Kommunalanleihen mit niedrigerem Rating oder sogar mit einem Rating unterhalb von Investment Grade (oder Hochzinsanleihen) kaufen. Anleger in höher rentierlichen Kommunalanleihen würden ein erhöhtes Kreditrisiko basierend auf der Finanzkraft des zugrunde liegenden Emittenten im Tausch gegen höhere Renditen aufnehmen. Dieses aggressivere Risiko-Rendite-Profil sei tendenziell attraktiver für Anleger mit einem längeren Anlagehorizont, die sich mehr kurzfristige Volatilität leisten könnten.
Während Kommunalanleihen von einer Regierungsstelle ausgegeben würden, um primär öffentliche Projekte zu finanzieren, würden Unternehmensanleihen, wie der Name schon sage, von Unternehmen ausgegeben, um verschiedene Geschäftsaktivitäten oder Wachstumsprojekte zu finanzieren, die vom Management als notwendig erachtet würden. Da Emittenten von Unternehmensanleihen ihren Schuldendienst durch Geschäftsaktivitäten statt durch Steuereinnahmen finanzieren würden, wie im Fall von GO-Kommunalanleihen, unterlägen Unternehmensanleihen einem höheren Kreditrisiko.
Denn zahlreiche ungünstige Bedingungen könnten die Fähigkeit des Emittenten beeinträchtigen, die Anleihe zu bedienen. Infolgedessen seien die durchschnittlichen Renditen von Unternehmensanleihen tendenziell etwas höher als von Kommunalanleihen mit ähnlichen Kreditratings und Fälligkeiten.
Obwohl die aktuelle Differenz der durchschnittlichen Rendite von Unternehmens- und Kommunalanleihen eher gering sei, würden US-Kommunalanleihen eine niedrigere Ausfallwahrscheinlichkeit aufweisen als Unternehmensanleihen mit einem ähnlichen Rating. Aus Kreditsicht würden Kommunalanleihen daher als Anlageform mit deutlich geringeren Risiken gelten.
Darüber hinaus helfe die Schwerpunktsetzung auf die Finanzierung besonders wichtiger Dienstleistungen den Emittenten von Kommunalanleihen zu einer höheren Bonität. Im unwahrscheinlichen Fall, dass eine Kommunalanleihe mit Zinszahlungen in Verzug gerate, sei die Recovery Rate - der Betrag, den der Anleiheninhaber letztendlich in Bezug auf die ausstehende Schuld erhalte - gewöhnlich sehr hoch.
Im Falle von GO Bonds liege die historische Recovery Rate bei fast 100%, wobei viele Kommunen rechtlich verpflichtet seien, zuerst Rückzahlungen an Anleiheninhaber zu leisten, bevor sie anderen Schuldverpflichtungen nachkämen. Zum Vergleich könnten sogar die Recovery Rates von Unternehmensanleihen mit hohem Rating bei einem Ausfall sehr unterschiedlich ausfallen. Im Zeitraum von 1987 bis 2007 habe die durchschnittliche Recovery Rate im Unternehmensanleihenuniversum knapp über 50% gelegen (Quelle: Moody's Municipal Bond Defaults and Recoveries Study).
In den letzten 100 Jahren sei es auf dem Markt für Kommunalanleihen nur äußerst selten zu Ausfällen gekommen. Wenn man sich stärker regionalisierte Unternehmensanleihen anschaue, könne man eine ähnliche Beziehung zwischen US-Kommunalanleihen und europäischen Unternehmensanleihen feststellen.
Die Renditen von steuerpflichtigen Kommunalanleihen seien im Vergleich zu Assetklassen von ähnlicher Bonität wie beispielsweise in Euro denominierte Investment-Grade-Unternehmensanleihen attraktiv. Neben der im Vergleich zu Unternehmensanleihen niedrigeren Volatilität und den allgemein höheren Renditen als bei US-Schatzanleihen würden Kommunalanleihen eine niedrige und oftmals negative Korrelation zu Aktien bieten.
Kommunalanleihen würden zudem eine niedrigere Korrelation zu anderen festverzinslichen Anlagen bieten, wodurch die Diversifizierung eines Portfolios noch weiter erhöht werden könne. Ein zusätzlicher Vorteil für nicht in den USA ansässige Anleger sei die längere Duration am Markt für Kommunalanleihen gegenüber Unternehmensanleihen (sie Duration messe die Zinssensitivität einer Anleihe oder eines Portfolios). Dies liege darin begründet, dass die meisten Kommunen Projekte mit langer Laufzeit finanzieren und folglich möchten, dass die Finanzierung und Projektlaufzeit übereinstimmen würden.
Obwohl Kommunalanleihen viele ähnliche Merkmale aufweisen würden und die Stabilität eines breit gestreuten Portfolios verstärken könnten, sollte bedacht werden, dass sie sich in puncto Sicherheit unterscheiden könnten, auch wenn sie von derselben Kommune begeben würden. In der Tat habe sich das US-Kommunalanleihenuniversum zum 30. Juni 2016 aus mehr als 117.000 staatlichen und kommunalen Stellen zusammengesetzt, mit Emissionen von insgesamt über 950.000 Kommunanleihen (Quelle: Bloomberg Barclays Live).
Der Schwerpunkt unseres Teams für Kommunalanleihen liegt auf der Maximierung der Erträge eines jeden unserer Portfolios, so die Experten von Franklin Templeton. Hintergrund sei, dass Erträge historisch gesehen der wichtigste Treiber für die Gesamtrenditen in der Assetklasse der Kommunalanleihen seien.
Zusammenfassend lasse sich feststellen, dass eine Allokation in Kommunalanleihen eine weitere attraktive, hochwertige Einkommensquelle für ein Portfolio darstellen könne, die zudem das Bonitätsprofil diversifiziere. Angesichts des sehr differenzierten Markts für Kommunalanleihen ist es nach Ansicht der Experten von Franklin Templeton unabdingbar, mit einem Experten zusammenzuarbeiten. (Ausgabe vom 15.05.2017) (17.05.2017/alc/a/a)
Angesichts der Rekordtiefs bei den Zinsen, die die Investmentlandschaft in Asien und Europa bestimmen würden, würden Anleger außerhalb der USA ihre Suche nach Rendite auf einen Bereich ausweiten, den man bislang nicht auf der Rechnung gehabt habe, und würden sich für US-Kommunalanleihen interessieren.
Seit über 100 Jahren seien Municipal Bonds (US-Kommunalanleihen) in den USA der Hauptmotor für Infrastrukturwachstum. Inzwischen würden rund drei Viertel aller US-Infrastrukturprojekte mithilfe von Kommunalanleihen finanziert. Sie seien damit ein Eckpfeiler der Infrastrukturstrategie des Landes. Municipal Bonds seien zentraler Bestandteil einer wettbewerbsfähigen, modernen Wirtschaft.
Bei US-Kommunalanleihen handle es sich um Schuldtitel, die von Bundesstaaten oder Kommunen ausgegeben und allgemein zur Finanzierung von öffentlichen Dienstleistungen oder Infrastrukturprojekten, wie Straßen, Schulen, Wasser- und Abwassersystemen, Flughäfen oder Energieübertragungseinrichtungen verwendet würden. Schuldverschreibungen, die von Kommunen zur Finanzierung eines öffentlichen Guts ausgegeben würden, seien in der Regel von Bundes- und lokalen Ertragsteuern befreit, wodurch die effektive Rendite für in den USA ansässige Anleger steige.
Aufgrund dieser Steuerbefreiung hätten US-Steuerzahler Gefallen an Kommunalanleihen gefunden. Die meisten US-Kommunalanleihen befänden sich entweder direkt oder über Fondsprodukte im Besitz von Privatpersonen.
Einige US-Kommunalanleihen seien nicht von der Steuer befreit. Obwohl dieser Markt kleiner ist als der steuerbefreite Markt, bietet er Anlegern nach Meinung der Experten von Franklin Templeton relativ große Anlagechancen. Die US-Bundesregierung habe im Jahr 1986 ein Gesetz verabschiedet, das die von der Bundessteuer befreiten Anleihekategorien auf Anleihen zur Finanzierung so genannter rein öffentlicher Güter beschränke.
Eine Anleihe zur Finanzierung eines Projekts, das im Wesentlichen einer privaten Einrichtung zugute komme, wie beispielsweise eine Sportarena, habe Anlegern somit keine steuerbefreiten Einkünfte mehr bieten können. Diese relativ neue Klasse steuerpflichtiger Private Activity Bonds (PAB) diene zur Förderung der Wirtschaft. Die Gesetzesänderungen 1986 seien zwar kein grünes Licht gewesen, hätten die Kommunen aber dennoch angespornt, mehr steuerpflichtige Anleihen zu begeben.
Darüber hinaus habe US-Präsident Barack Obama im Februar 2009 im Rahmen des US-Konjunkturpakets (American Recovery and Reinvestment Act) ein Gesetz unterzeichnet, mit dem eine neue Klasse von steuerpflichtigen Kommunalanleihen, die so genannten Build America Bonds (BABs), geschaffen worden sei. Obwohl diese Anleihen nicht steuerbefreit seien, hätten die BABs einen Bundeszuschuss enthalten. Dadurch sollten die Investitionen in die Infrastruktur weiter gesteigert werden.
Dieser Zuschuss habe dabei geholfen, den Steuereffekt für die Anleger wettzumachen, wodurch diese Anleihen besonders attraktiv für ausländische Anleger worden seien. Bis Ende 2010, als das Programm geendet habe, hätten staatliche und kommunale Stellen BABs im Volumen von knapp 200 Milliarden USD ausgegeben (Quelle: US-Finanzministerium). Diese Anleihen hätten großen Zuspruch bei ausländischen Anlegern gefunden und bis Ende 2015 sich BABs im Wert von 85 Mrd. US-Dollar im Besitz von Anlegern außerhalb der USA befunden (Quelle: US-Notenbank Federal Reserve). Darüber hinaus hätten die Emittenten jederzeit weitere Emissionen am Markt für steuerpflichtige Kommunalanleihen vornehmen können, um ihre Zielgruppe über die US-Steuerzahler hinaus zu erweitern. Man habe im letzten Jahr einen leichten Anstieg bei den Emissionen beobachten können.
Die bundesstaatlichen und kommunalen Ausgaben für die öffentliche Infrastruktur seien seit den 1970er Jahren zurückgegangen. Das habe zu einer Verschlechterung kritischer Infrastruktur wie Straßen und Brücken in den USA geführt. Erst kürzlich hätten parteipolitische Blockaden auf Bundesebene bedeutende Investitionen ebendort verhindert. So sei der Großteil der Emissionen neuer Kommunalanleihen auf bundesstaatliche Stellen oder Kommunalverwaltungen entfallen.
Ein möglicher parteiübergreifender Konsens unter der neuen Trump-Regierung könnte in der Wiederankurbelung der Infrastrukturausgaben gefunden werden. In der Folge könnten neue öffentlich-private Partnerschaften entstehen und qualifizierte öffentliche Infrastrukturanleihen ausgegeben werden.
Insgesamt seien US-Kommunalanleihen wegen ihrer relativen Sicherheit und der steuerbefreiten Erträge für Anleger attraktiv. Ende 2016 habe die Ausgabe von US-Kommunalanleihen mit einem Volumen von über 420 Mrd. US-Dollar ein Sechsjahreshoch markiert. Damit habe sich das Gesamtvolumen des Markts für US-Kommunalanleihen auf insgesamt 3,7 Bio. US-Dollar vergrößert (Quellen: Bloomberg Barclays, US-Notenbank Federal Reserve). Davon hätten sich zum 30. September 2016 93,3 Mrd. US-Dollar im Besitz von Anlegern außerhalb der USA befunden. Auch wenn dies nur einen relativ kleinen Teil des gesamten Universums von US-Kommunalanleihen darstelle, sei die Tendenz steigend.
Die Nominalrenditen bei steuerpflichtigen Kommunalanleihen seien im Allgemeinen höher als bei steuerbefreiten Kommunalanleihen ähnlicher Bonität im selben Laufzeitenspektrum. Dabei gebe es keine Unterschiede hinsichtlich des Kreditrisikos von steuerpflichtigen und steuerbefreiten Anleihen mit ähnlichem Rating. In den meisten Fällen seien die Emittenten exakt identisch.
Generell habe die einjährige Ausfallrate für Kommunalanleihen der Kategorie Investment Grade zwischen 1970 und 2014 bei weniger als 0,1% gelegen, wobei der Großteil der Ausfälle auf das Konto von Emittenten in der Wohnungswirtschaft gegangen sei.
Während Investment-Grade-Kommunalanleihen den Großteil des Gesamtmarkts ausmachen würden, würden Anleger im Streben nach höheren Renditen mitunter Kommunalanleihen mit niedrigerem Rating oder sogar mit einem Rating unterhalb von Investment Grade (oder Hochzinsanleihen) kaufen. Anleger in höher rentierlichen Kommunalanleihen würden ein erhöhtes Kreditrisiko basierend auf der Finanzkraft des zugrunde liegenden Emittenten im Tausch gegen höhere Renditen aufnehmen. Dieses aggressivere Risiko-Rendite-Profil sei tendenziell attraktiver für Anleger mit einem längeren Anlagehorizont, die sich mehr kurzfristige Volatilität leisten könnten.
Während Kommunalanleihen von einer Regierungsstelle ausgegeben würden, um primär öffentliche Projekte zu finanzieren, würden Unternehmensanleihen, wie der Name schon sage, von Unternehmen ausgegeben, um verschiedene Geschäftsaktivitäten oder Wachstumsprojekte zu finanzieren, die vom Management als notwendig erachtet würden. Da Emittenten von Unternehmensanleihen ihren Schuldendienst durch Geschäftsaktivitäten statt durch Steuereinnahmen finanzieren würden, wie im Fall von GO-Kommunalanleihen, unterlägen Unternehmensanleihen einem höheren Kreditrisiko.
Denn zahlreiche ungünstige Bedingungen könnten die Fähigkeit des Emittenten beeinträchtigen, die Anleihe zu bedienen. Infolgedessen seien die durchschnittlichen Renditen von Unternehmensanleihen tendenziell etwas höher als von Kommunalanleihen mit ähnlichen Kreditratings und Fälligkeiten.
Obwohl die aktuelle Differenz der durchschnittlichen Rendite von Unternehmens- und Kommunalanleihen eher gering sei, würden US-Kommunalanleihen eine niedrigere Ausfallwahrscheinlichkeit aufweisen als Unternehmensanleihen mit einem ähnlichen Rating. Aus Kreditsicht würden Kommunalanleihen daher als Anlageform mit deutlich geringeren Risiken gelten.
Darüber hinaus helfe die Schwerpunktsetzung auf die Finanzierung besonders wichtiger Dienstleistungen den Emittenten von Kommunalanleihen zu einer höheren Bonität. Im unwahrscheinlichen Fall, dass eine Kommunalanleihe mit Zinszahlungen in Verzug gerate, sei die Recovery Rate - der Betrag, den der Anleiheninhaber letztendlich in Bezug auf die ausstehende Schuld erhalte - gewöhnlich sehr hoch.
Im Falle von GO Bonds liege die historische Recovery Rate bei fast 100%, wobei viele Kommunen rechtlich verpflichtet seien, zuerst Rückzahlungen an Anleiheninhaber zu leisten, bevor sie anderen Schuldverpflichtungen nachkämen. Zum Vergleich könnten sogar die Recovery Rates von Unternehmensanleihen mit hohem Rating bei einem Ausfall sehr unterschiedlich ausfallen. Im Zeitraum von 1987 bis 2007 habe die durchschnittliche Recovery Rate im Unternehmensanleihenuniversum knapp über 50% gelegen (Quelle: Moody's Municipal Bond Defaults and Recoveries Study).
In den letzten 100 Jahren sei es auf dem Markt für Kommunalanleihen nur äußerst selten zu Ausfällen gekommen. Wenn man sich stärker regionalisierte Unternehmensanleihen anschaue, könne man eine ähnliche Beziehung zwischen US-Kommunalanleihen und europäischen Unternehmensanleihen feststellen.
Die Renditen von steuerpflichtigen Kommunalanleihen seien im Vergleich zu Assetklassen von ähnlicher Bonität wie beispielsweise in Euro denominierte Investment-Grade-Unternehmensanleihen attraktiv. Neben der im Vergleich zu Unternehmensanleihen niedrigeren Volatilität und den allgemein höheren Renditen als bei US-Schatzanleihen würden Kommunalanleihen eine niedrige und oftmals negative Korrelation zu Aktien bieten.
Kommunalanleihen würden zudem eine niedrigere Korrelation zu anderen festverzinslichen Anlagen bieten, wodurch die Diversifizierung eines Portfolios noch weiter erhöht werden könne. Ein zusätzlicher Vorteil für nicht in den USA ansässige Anleger sei die längere Duration am Markt für Kommunalanleihen gegenüber Unternehmensanleihen (sie Duration messe die Zinssensitivität einer Anleihe oder eines Portfolios). Dies liege darin begründet, dass die meisten Kommunen Projekte mit langer Laufzeit finanzieren und folglich möchten, dass die Finanzierung und Projektlaufzeit übereinstimmen würden.
Obwohl Kommunalanleihen viele ähnliche Merkmale aufweisen würden und die Stabilität eines breit gestreuten Portfolios verstärken könnten, sollte bedacht werden, dass sie sich in puncto Sicherheit unterscheiden könnten, auch wenn sie von derselben Kommune begeben würden. In der Tat habe sich das US-Kommunalanleihenuniversum zum 30. Juni 2016 aus mehr als 117.000 staatlichen und kommunalen Stellen zusammengesetzt, mit Emissionen von insgesamt über 950.000 Kommunanleihen (Quelle: Bloomberg Barclays Live).
Der Schwerpunkt unseres Teams für Kommunalanleihen liegt auf der Maximierung der Erträge eines jeden unserer Portfolios, so die Experten von Franklin Templeton. Hintergrund sei, dass Erträge historisch gesehen der wichtigste Treiber für die Gesamtrenditen in der Assetklasse der Kommunalanleihen seien.
Zusammenfassend lasse sich feststellen, dass eine Allokation in Kommunalanleihen eine weitere attraktive, hochwertige Einkommensquelle für ein Portfolio darstellen könne, die zudem das Bonitätsprofil diversifiziere. Angesichts des sehr differenzierten Markts für Kommunalanleihen ist es nach Ansicht der Experten von Franklin Templeton unabdingbar, mit einem Experten zusammenzuarbeiten. (Ausgabe vom 15.05.2017) (17.05.2017/alc/a/a)


