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US-Anleihenmarkt: Ein neues Conundrum?
02.09.14 10:57
Bank J. Safra Sarasin AG
Basel (www.anleihencheck.de) - Tiefer und tiefer gehen die Renditen von Staatsanleihen, deutsche Bundesanleihen haben gar die 1%-Grenze durchbrochen, so die Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG.
Man stelle sich die Frage, was die Gründe seien. Zum einen die Geopolitik: Der Konflikt in der Ukraine mache die Anleger nervös und Staatsanleihen attraktiv. Zum anderen die Euro-Konjunktur: Schwache BIP-Zahlen, pessimistischere Einkaufsmanager und weiter tiefe Inflation würden Quantitative Easing zum dominanten Thema an den Kapitalmärkten machen.
Das seien gute Gründe für eine Bond-Rally in Kontinentaleuropa. Aber auch in den USA seien die Renditen am langen Ende gefallen und die Zinskurve habe sich verflacht. Eine flachere Zinskurve sei nichts Ungewöhnliches vor einer Zinsanhebung - dass die Renditen am langen Ende fallen würden, sei überraschend, aber keine Seltenheit. Bereits im Februar 2005 habe der damalige Vorsitzende der US-Notenbank FED, Alan Greenspan, vor dem Senat ausgeführt, dass die langfristigen Renditen gefallen seien, obwohl die FED die Leitzinsen um 1,5% angehoben habe. Nachdem er eine Reihe von möglichen Erklärungen als nicht einleuchtend abgelehnt habe, habe er das Verhalten des Anleihenmarktes als Conundrum - als Rätsel - bezeichnet.
Wiederhole sich das Conundrum? Die Geldpolitik der Federal Reserve jedenfalls falle als Ursache weg. Die Erwartungen bezüglich der Geldpolitik seien stabil: Die erste Anhebung der Leitzinsen (FED Funds) werde vom FED Funds Futures Markt Mitte 2015 erwartet. Das nahende Ende der Nullzinspolitik werde von steigenden 2-jährigen Renditen bereits vorweggenommen. Anders sehe es im mittleren und hinteren Bereich der Zinskurve aus. Hier würden der Verlauf der Renditen und die Erwartung divergieren, wann die FED die Leitzinsen zum ersten Mal erhöhe. Die US-Notenbank habe anscheinend ihren Einfluss auf den hinteren Teil der Zinskurve eingebüßt.
Ein wichtiger Grund hierfür seien die Erwartungen über die lange Frist. Der Kapitalmarkt sehe in der kurzen Frist höhere, aber in zehn Jahren tiefere Leitzinsen als noch zu Jahresbeginn. Der Treiber hinter dieser Entwicklung sei die anhaltende Diskussion um die Secular Stagnation - die lang anhaltende Wirtschaftsschwäche. Die Erwartungen des Marktes lägen nun deutlich unter den Schätzungen der FED, weshalb ein weiterer Rückgang unwahrscheinlich sei. Hinzu komme, dass der strukturelle Gegenwind nachlasse: Die Fiskalpolitik und der Arbeitsmarkt befänden sich beide auf dem Weg zur Normalisierung.
Das nahende Ende der Nullzinspolitik scheint den Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG der verläßlichere Treiber zu sein als die Secular Stagnation - insbesondere wenn die US-Konjunkturdaten weiterhin solid bleiben. Das würde auf leicht steigende Renditen hindeuten. Die Möglichkeit eines neuen Conundrums sei jedoch im Auge zu behalten. Schließlich habe es 2004/2005 geholfen, die Renditen über mehrere Quartale auf einem tiefen Niveau zu halten. (02.09.2014/alc/a/a)
Man stelle sich die Frage, was die Gründe seien. Zum einen die Geopolitik: Der Konflikt in der Ukraine mache die Anleger nervös und Staatsanleihen attraktiv. Zum anderen die Euro-Konjunktur: Schwache BIP-Zahlen, pessimistischere Einkaufsmanager und weiter tiefe Inflation würden Quantitative Easing zum dominanten Thema an den Kapitalmärkten machen.
Wiederhole sich das Conundrum? Die Geldpolitik der Federal Reserve jedenfalls falle als Ursache weg. Die Erwartungen bezüglich der Geldpolitik seien stabil: Die erste Anhebung der Leitzinsen (FED Funds) werde vom FED Funds Futures Markt Mitte 2015 erwartet. Das nahende Ende der Nullzinspolitik werde von steigenden 2-jährigen Renditen bereits vorweggenommen. Anders sehe es im mittleren und hinteren Bereich der Zinskurve aus. Hier würden der Verlauf der Renditen und die Erwartung divergieren, wann die FED die Leitzinsen zum ersten Mal erhöhe. Die US-Notenbank habe anscheinend ihren Einfluss auf den hinteren Teil der Zinskurve eingebüßt.
Ein wichtiger Grund hierfür seien die Erwartungen über die lange Frist. Der Kapitalmarkt sehe in der kurzen Frist höhere, aber in zehn Jahren tiefere Leitzinsen als noch zu Jahresbeginn. Der Treiber hinter dieser Entwicklung sei die anhaltende Diskussion um die Secular Stagnation - die lang anhaltende Wirtschaftsschwäche. Die Erwartungen des Marktes lägen nun deutlich unter den Schätzungen der FED, weshalb ein weiterer Rückgang unwahrscheinlich sei. Hinzu komme, dass der strukturelle Gegenwind nachlasse: Die Fiskalpolitik und der Arbeitsmarkt befänden sich beide auf dem Weg zur Normalisierung.
Das nahende Ende der Nullzinspolitik scheint den Analysten der Bank J. Safra Sarasin AG der verläßlichere Treiber zu sein als die Secular Stagnation - insbesondere wenn die US-Konjunkturdaten weiterhin solid bleiben. Das würde auf leicht steigende Renditen hindeuten. Die Möglichkeit eines neuen Conundrums sei jedoch im Auge zu behalten. Schließlich habe es 2004/2005 geholfen, die Renditen über mehrere Quartale auf einem tiefen Niveau zu halten. (02.09.2014/alc/a/a)


