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USA: Zinssenkung unterm Weihnachtsbaum
15.12.25 09:00
Helaba
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Auf der letzten geldpolitischen Sitzung 2025 hat die Fed erneut die Zinsen gesenkt - trotz (oder vielleicht wegen?) der großen Unsicherheit über die Lage der US-Konjunktur, so die Analysten der Helaba.
Die Entscheidung sei umstritten gewesen. Im Vorfeld hätten ungewöhnlich viele Beobachter öffentliche Zweifel angemeldet, ob in der aktuellen Lage eine weitere Zinssenkung angemessen sein könne. Tatsächlich seien laut ihren vorher erstellten Projektionen sechs der FOMC-Mitglieder mit der Erwartung unveränderter Leitzinsen in diese Sitzung gegangen. Zwei der stimmberechtigten Mitglieder hätten dann auch entsprechend votiert.
Dennoch habe sich die Mehrheit anders entschieden und so sei der Zielkorridor für die Federal Funds Rate jetzt schon bei 3,50% bis 3,75% angekommen, einem Wert, den die Analysten der Helaba eigentlich erst für Q1 2026 erwartet hätten. Dies mache eine leichte Anpassung unserer Prognose erforderlich: Die Analysten der Helaba würden unverändert mit einer Lockerung um 25 Basispunkte im ersten Quartal rechnen. Danach dürfte die Fed aber in den Wartemodus wechseln. Mit einem Leitzins von knapp 3,5% werde das Zinsniveau nach Erachten der Analysten der Helaba grob "neutral" sein und die Konjunktur daher weder nennenswert anschieben noch bremsen.
Allerdings sei die erfolgte Lockerung um 75 Basispunkte seit September wohl in dieser Hinsicht noch "in der Pipeline". Der Leitzins wirke nicht nur über das Niveau, sondern auch über seine Veränderung. Alles in allem hätten sich die Finanzierungsbedingungen 2026 sogar stärker entspannt als die erfolgte Leitzinssenkung nahelegen würde. Ein schwächerer Dollar und steigende Aktienkurse seien hierfür die Haupttreiber gewesen.
Die Analysten der Helaba würden auf der Inflationsseite mit einem Gipfel des zollinduzierten Preisschubs im ersten Quartal rechnen. Die Kernteuerung dürfte aber bis ins Frühjahr hinein unangenehm hoch bleiben, selbst im allgemein erwarteten Szenario, in dem die Zölle nur einen Preisniveaueffekt hätten und keinen länger andauernden Inflationsprozess lostreten würden. Realwirtschaftlich sollten sich die Sorgen um den Arbeitsmarkt legen. Wie bei der Teuerung sei hier der aktuell dichte statistische Nebel durch den "government shutdown" nicht hilfreich. Die in der Berichtswoche anstehenden Zahlen zum Arbeitsmarkt und zu den Verbraucherpreisen würden unvollständig, veraltet und mit überdurchschnittlicher Unsicherheit behaftet sein.
Vor dem Hintergrund einer sich stabilisierenden Lage am Arbeitsmarkt und graduell in Richtung des Notenbankziels sinkender Inflation würden die Analysten der Helaba mit einer weniger aktiven Fed rechnen - trotz des anstehenden Führungswechsels im Mai. Der neue Fed-Präsident werde nur eine Stimme im FOMC haben. Derzeit sehe eine Mehrheit (11 von 19) der Notenbanker 2026 weniger oder gleich viel Spielraum für weitere Zinssenkungen als die Analysten der Helaba. Angesichts unveränderter Prognosen für Wachstum und Inflation für 2026 würden die Analysten der Helaba auch beim Leitzins beim bisher prognostizierten Wert für Ende 2026 bleiben. (Ausgabe vom 12.12.2025) (15.12.2025/alc/a/a)
Die Entscheidung sei umstritten gewesen. Im Vorfeld hätten ungewöhnlich viele Beobachter öffentliche Zweifel angemeldet, ob in der aktuellen Lage eine weitere Zinssenkung angemessen sein könne. Tatsächlich seien laut ihren vorher erstellten Projektionen sechs der FOMC-Mitglieder mit der Erwartung unveränderter Leitzinsen in diese Sitzung gegangen. Zwei der stimmberechtigten Mitglieder hätten dann auch entsprechend votiert.
Allerdings sei die erfolgte Lockerung um 75 Basispunkte seit September wohl in dieser Hinsicht noch "in der Pipeline". Der Leitzins wirke nicht nur über das Niveau, sondern auch über seine Veränderung. Alles in allem hätten sich die Finanzierungsbedingungen 2026 sogar stärker entspannt als die erfolgte Leitzinssenkung nahelegen würde. Ein schwächerer Dollar und steigende Aktienkurse seien hierfür die Haupttreiber gewesen.
Die Analysten der Helaba würden auf der Inflationsseite mit einem Gipfel des zollinduzierten Preisschubs im ersten Quartal rechnen. Die Kernteuerung dürfte aber bis ins Frühjahr hinein unangenehm hoch bleiben, selbst im allgemein erwarteten Szenario, in dem die Zölle nur einen Preisniveaueffekt hätten und keinen länger andauernden Inflationsprozess lostreten würden. Realwirtschaftlich sollten sich die Sorgen um den Arbeitsmarkt legen. Wie bei der Teuerung sei hier der aktuell dichte statistische Nebel durch den "government shutdown" nicht hilfreich. Die in der Berichtswoche anstehenden Zahlen zum Arbeitsmarkt und zu den Verbraucherpreisen würden unvollständig, veraltet und mit überdurchschnittlicher Unsicherheit behaftet sein.
Vor dem Hintergrund einer sich stabilisierenden Lage am Arbeitsmarkt und graduell in Richtung des Notenbankziels sinkender Inflation würden die Analysten der Helaba mit einer weniger aktiven Fed rechnen - trotz des anstehenden Führungswechsels im Mai. Der neue Fed-Präsident werde nur eine Stimme im FOMC haben. Derzeit sehe eine Mehrheit (11 von 19) der Notenbanker 2026 weniger oder gleich viel Spielraum für weitere Zinssenkungen als die Analysten der Helaba. Angesichts unveränderter Prognosen für Wachstum und Inflation für 2026 würden die Analysten der Helaba auch beim Leitzins beim bisher prognostizierten Wert für Ende 2026 bleiben. (Ausgabe vom 12.12.2025) (15.12.2025/alc/a/a)


