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USA: Weshalb die FED-Chefin die Zinsen erhöhen wird


30.11.15 09:30
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Nun gibt es wohl eine Ausrede mehr. Sollte die US-Notenbank FED dennoch auf ihrer letzten Sitzung 2015 am 16. Dezember nicht den Leitzins anheben, hätte sie nicht nur massiv an Vertrauen verloren; bereitet US-Notenbank-Chefin Janet Yellen die Märkte doch schon seit Monaten auf diesen Schritt vor, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Investoren hätten dann auch Zweifel, was die Robustheit der US-Wirtschaft angehe. Nicht nur die in jüngster Vergangenheit getätigten Aussagen zahlreicher FED-mitglieder würden einen restriktiveren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank signalisieren. Auch die Entwicklung des US-Arbeitsmarkts, der für die FED eine entscheidende Rolle einnehme, stehe der ersten US-Leitzinserhöhung seit 2007 nicht mehr im Weg. Schließlich sei zum einen die US-Arbeitslosenquote im Oktober mit 5,0 Prozent auf den niedrigsten Stand seit April 2008 gesackt. Zum anderen sei die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche um 260.000 zurückgegangen - und somit stärker, als vorab erwartet worden sei. Positiv überraschen können hätten auch die am Mittwoch veröffentlichten US-Auftragseingänge für langlebige Güter, die im Oktober gegenüber dem Vormonat um kräftige 3,0 Prozent geklettert seien.

Zwar erwarten und fordern Marktteilnehmer die erste US-Leitzinserhöhung seit 2007, so die Analysten der BNP Paribas. Ob Anleger nun aber ihren Fokus auf den US-Aktienmarkt richten sollten, sei dennoch fraglich. Zeige doch ein Blick in die Vergangenheit, dass Aktienmärkte in Phasen eines Zinserhöhungszyklus häufig eine maue Entwicklung aufweisen würden. Beim US-Aktienmarkt komme erschwerend hinzu, dass er - gemessen am Dow Jones - vergleichsweise hoch bewertet sei. So weise der US-Index aktuell ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 16 auf, während das DAX-KGV unter 14 liege. Dass die Europäische Zentralbank in der kommenden Woche ihre ohnehin schon sehr expansive Geldpolitik nochmals lockern könnte, spreche ebenfalls eher für den heimischen Leitindex. (Ausgabe vom 27.11.2015) (30.11.2015/alc/a/a)