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USA: Reduzierung der Anleihekäufe wird etwas auf sich warten lassen
06.12.13 11:13
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Auch wenn in den USA Mitte Oktober das Schlimmste verhindert wurde, so haben doch die Regierungsstilllegung und der Schuldendeckelstreit eine zeitweilige Verlangsamung der Unternehmensaktivität nach sich gezogen, insbesondere eine Einstellungspause sowie eine Investitionsverzögerung, so die Experten von AXA Investment Managers (AXA IM).
Dennoch hätten die zeitnahen volkswirtschaftlichen Zahlen auf der Unternehmensseite eher eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung angezeigt. Auf der Konsumseite hingegen sei der dämpfende Einfluss größer gewesen, da das Konsumentenvertrauen im Oktober stark zurückgefallen sei.
Zusammengenommen werde die Federal Reserve - auch angesichts des Wechsels des Chairmans - einige Probleme haben, die aktuelle Situation genau zu bewerten und werde etwas länger abwarten, bevor sie agiere. In der Praxis heiße dies, dass die Reduzierung der Anleihekäufe etwas auf sich warten lassen werde.
In den aufstrebenden Ländern habe sich der Geschäftszyklus über die letzten zwei Jahre vom Zyklus der Industrienationen abgekoppelt. Vorher hätten die Schwellenländer eine zeitliche Führung über die Industrienationen gehabt; dies habe sich wieder umgekehrt, wobei gleichzeitig eine gewisse "Entkoppelung nach unten" der Schwellenländer festgestellt werden müsse. Zeitnahe Daten würden allerdings heute zeigen, dass die wirtschaftliche Aktivität nun wieder eine Wendung zum Besseren nehme (bessere Einkäuferindices in Brasilien und Südkorea sowie China, stärkeres Wachstum in China allgemein).
In Europa sei die Situation weiterhin sehr uneinheitlich. Weiterhin würden Deutschland und Spanien vor Frankreich und Italien führen, Länder mit wahrscheinlich negativem Wachstum im dritten Quartal. Überall würden sich insbesondere die Exporte positiv zeigen und die globale Nachfrage werde auch weiterhin die treibende Kraft sein.
In diesem Rahmen hat die Europäische Zentralbank mit ihrer Entscheidung einer Zinssenkung überrascht und erinnert uns alle wieder an ihren Auftrag, der eben nicht auf die Wirtschaftsleistung abzielt, sondern auf die Preisentwicklung, so die Experten von AXA IM. So seien in der Begründung dieses Schrittes die Inflationszahlen der entscheidende Punkt gewesen: Sowohl die Kerninflation als auch die Gesamtinflation würden unter 1 Prozent betragen.
Auch die langfristigen Inflationserwartungen am Finanzmarkt seien in der Eurozone seit Beginn des Jahres 2011 nur noch gesunken, ganz im Gegensatz zu den anderen Industrienationen USA, Japan und Großbritannien. Der Rat der EZB habe gute Gründe anzunehmen, dass es sich hier nicht nur um ein kurzfristiges Phänomen handle, und so habe Mario Draghi denn auch "gedämpfte Kreditdynamik" als einen weiteren Grund für die Zinssenkung genannt.
Die Kreditdynamik sei in der Tat mehr als nur "gedämpft" und viele der Maßnahmen der EZB der letzten Jahre hätten ganz besonders auf die Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten für die Unternehmen abgezielt, ohne bisher allerdings allzu große Wirkung zu zeigen, da andere Faktoren in die Gegenrichtung zielen würden: Die immer risikoscheuere Regulierung der Banken und anderer Finanzakteure erschwere es diesen, Unternehmen zu finanzieren. Ein Indikator, der dies aufzeige, sei die Geldumlaufgeschwindigkeit, die sich seit 2008 noch nicht wieder auf Vorkrisenniveau erholt habe.
Auf die Investitionen schauend könne man zusammenfassen, dass der Motor der von den USA geführten wirtschaftlichen Erholung weiterhin laufe, wenn auch in einem niedrigen Gang, und mittelfristig die Zinsen vielerorts steigen würden. Dass sich aber gleichzeitig die Inflationsbedingungen in den Weltregionen stärker differenzieren und die Zentralbanken mit ihren unterschiedlichen Aufträgen ebenso differenziert vorgehen würden - was in der Zukunft für eine Entkoppelung der Zinssätze sorgen dürfte. (06.12.2013/alc/a/a)
Dennoch hätten die zeitnahen volkswirtschaftlichen Zahlen auf der Unternehmensseite eher eine Fortsetzung der wirtschaftlichen Erholung angezeigt. Auf der Konsumseite hingegen sei der dämpfende Einfluss größer gewesen, da das Konsumentenvertrauen im Oktober stark zurückgefallen sei.
Zusammengenommen werde die Federal Reserve - auch angesichts des Wechsels des Chairmans - einige Probleme haben, die aktuelle Situation genau zu bewerten und werde etwas länger abwarten, bevor sie agiere. In der Praxis heiße dies, dass die Reduzierung der Anleihekäufe etwas auf sich warten lassen werde.
In den aufstrebenden Ländern habe sich der Geschäftszyklus über die letzten zwei Jahre vom Zyklus der Industrienationen abgekoppelt. Vorher hätten die Schwellenländer eine zeitliche Führung über die Industrienationen gehabt; dies habe sich wieder umgekehrt, wobei gleichzeitig eine gewisse "Entkoppelung nach unten" der Schwellenländer festgestellt werden müsse. Zeitnahe Daten würden allerdings heute zeigen, dass die wirtschaftliche Aktivität nun wieder eine Wendung zum Besseren nehme (bessere Einkäuferindices in Brasilien und Südkorea sowie China, stärkeres Wachstum in China allgemein).
In diesem Rahmen hat die Europäische Zentralbank mit ihrer Entscheidung einer Zinssenkung überrascht und erinnert uns alle wieder an ihren Auftrag, der eben nicht auf die Wirtschaftsleistung abzielt, sondern auf die Preisentwicklung, so die Experten von AXA IM. So seien in der Begründung dieses Schrittes die Inflationszahlen der entscheidende Punkt gewesen: Sowohl die Kerninflation als auch die Gesamtinflation würden unter 1 Prozent betragen.
Auch die langfristigen Inflationserwartungen am Finanzmarkt seien in der Eurozone seit Beginn des Jahres 2011 nur noch gesunken, ganz im Gegensatz zu den anderen Industrienationen USA, Japan und Großbritannien. Der Rat der EZB habe gute Gründe anzunehmen, dass es sich hier nicht nur um ein kurzfristiges Phänomen handle, und so habe Mario Draghi denn auch "gedämpfte Kreditdynamik" als einen weiteren Grund für die Zinssenkung genannt.
Die Kreditdynamik sei in der Tat mehr als nur "gedämpft" und viele der Maßnahmen der EZB der letzten Jahre hätten ganz besonders auf die Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten für die Unternehmen abgezielt, ohne bisher allerdings allzu große Wirkung zu zeigen, da andere Faktoren in die Gegenrichtung zielen würden: Die immer risikoscheuere Regulierung der Banken und anderer Finanzakteure erschwere es diesen, Unternehmen zu finanzieren. Ein Indikator, der dies aufzeige, sei die Geldumlaufgeschwindigkeit, die sich seit 2008 noch nicht wieder auf Vorkrisenniveau erholt habe.
Auf die Investitionen schauend könne man zusammenfassen, dass der Motor der von den USA geführten wirtschaftlichen Erholung weiterhin laufe, wenn auch in einem niedrigen Gang, und mittelfristig die Zinsen vielerorts steigen würden. Dass sich aber gleichzeitig die Inflationsbedingungen in den Weltregionen stärker differenzieren und die Zentralbanken mit ihren unterschiedlichen Aufträgen ebenso differenziert vorgehen würden - was in der Zukunft für eine Entkoppelung der Zinssätze sorgen dürfte. (06.12.2013/alc/a/a)


