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USA: Nächste Warnung vor böser Überraschung
11.04.24 12:44
Der Aktionär
Kulmbach (www.anleihencheck.de) - Die Inflation in den USA ist hartnäckig, so Andreas Deutsch von "Der Aktionär".
Im März seien die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,5 Prozent statt, wie von Volkswirten erwartet, lediglich um 3,4 Prozent gestiegen. Eine zeitnahe Zinssenkung werde damit immer unwahrscheinlicher. Nun gebe es die nächste Warnung vor einer bösen Überraschung.
Larry Summers, Finanzminister unter Bill Clinton, sehe nach den heißen Inflationsdaten die "ernsthafte Gefahr, dass der nächste Schritt der FED eine Zinserhöhung sein wird". Die Zinsen im Juni zu senken, könnte ein gefährlicher und ungeheuerlicher Fehler sein, "vergleichbar mit den Fehlern, die die FED im Sommer 2021 beging", so der Ökonom im Interview mit Bloomberg. Damals habe die FED angenommen, der Inflationsdruck wäre nur vorübergehend, und die Zinsen nicht erhöht.
Vor Summers habe bereits Jamie Dimon die Anleger gewarnt, mit sinkenden Zinsen zu rechnen. Der CEO von J.P. Morgan Chase halte einen anhaltenden Inflationsdruck für möglich, ausgelöst unter anderem durch Haushaltsdefizite und militärische Konflikte. "Das könnte zu US-Zinssätzen von acht Prozent oder mehr führen", so Dimon.
"Der Aktionär" habe bei Thomas Straubhaar nachgefragt. Der Schweizer Top-Ökonom sehe ein "neues Normal" bei den Inflationsraten. "Das besteht darin, dass alte Gesetzmäßigkeiten ihre Gültigkeiten verlieren", so Straubhaar. "Die Inflationsraten sind eben nicht mehr - wie in den 2010er Jahren - primär durch monetäre Ursachen geprägt. Die Leitzinsen der Notenbanken sind zwar noch ein wichtiger, aber nicht mehr allein bestimmender Faktor. Ebenso bedeutend sind reale, durch Kosten und Lohnentwicklungen geprägte Ursachen der Inflation."
Dazu würden laut Straubhaar "die Kosten der Transformation fossiler in erneuerbare Energien, die Kosten eines Kriegs in Europa, die Kosten zum Schutz internationaler Handelswege vor Terror, Piraten und Raketenangriffen sowie die Kosten einer zunehmenden Komplexität und damit einhergehend Unsicherheit künftiger Ereignisse - etwa von KI oder den Wahlen eines EU-Parlaments oder des US-Präsidenten" gehören.
Deshalb sei die Prognose künftiger Preisentwicklungen noch schwieriger geworden als sie es immer schon gewesen sei. "Die Fehlerquote dürfte größer und nicht kleiner werden."
Straubhaar halte es für wahrscheinlich, dass die FED die Zinsen später und schwächer senke, was für die Börse ein Risiko bedeute.
Es sei bestimmt keine schlechte Idee, bei dem einen oder anderen gut gelaufenen Titel ein paar Gewinne mitzunehmen. Und nicht vergessen, Stoppkurse zu setzen, rät Andreas Deutsch von "Der Aktionär". (11.04.2024/alc/a/a)
Im März seien die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat um 3,5 Prozent statt, wie von Volkswirten erwartet, lediglich um 3,4 Prozent gestiegen. Eine zeitnahe Zinssenkung werde damit immer unwahrscheinlicher. Nun gebe es die nächste Warnung vor einer bösen Überraschung.
Larry Summers, Finanzminister unter Bill Clinton, sehe nach den heißen Inflationsdaten die "ernsthafte Gefahr, dass der nächste Schritt der FED eine Zinserhöhung sein wird". Die Zinsen im Juni zu senken, könnte ein gefährlicher und ungeheuerlicher Fehler sein, "vergleichbar mit den Fehlern, die die FED im Sommer 2021 beging", so der Ökonom im Interview mit Bloomberg. Damals habe die FED angenommen, der Inflationsdruck wäre nur vorübergehend, und die Zinsen nicht erhöht.
Vor Summers habe bereits Jamie Dimon die Anleger gewarnt, mit sinkenden Zinsen zu rechnen. Der CEO von J.P. Morgan Chase halte einen anhaltenden Inflationsdruck für möglich, ausgelöst unter anderem durch Haushaltsdefizite und militärische Konflikte. "Das könnte zu US-Zinssätzen von acht Prozent oder mehr führen", so Dimon.
Dazu würden laut Straubhaar "die Kosten der Transformation fossiler in erneuerbare Energien, die Kosten eines Kriegs in Europa, die Kosten zum Schutz internationaler Handelswege vor Terror, Piraten und Raketenangriffen sowie die Kosten einer zunehmenden Komplexität und damit einhergehend Unsicherheit künftiger Ereignisse - etwa von KI oder den Wahlen eines EU-Parlaments oder des US-Präsidenten" gehören.
Deshalb sei die Prognose künftiger Preisentwicklungen noch schwieriger geworden als sie es immer schon gewesen sei. "Die Fehlerquote dürfte größer und nicht kleiner werden."
Straubhaar halte es für wahrscheinlich, dass die FED die Zinsen später und schwächer senke, was für die Börse ein Risiko bedeute.
Es sei bestimmt keine schlechte Idee, bei dem einen oder anderen gut gelaufenen Titel ein paar Gewinne mitzunehmen. Und nicht vergessen, Stoppkurse zu setzen, rät Andreas Deutsch von "Der Aktionär". (11.04.2024/alc/a/a)


