Türkei: Leitzins könnte erneut gesenkt werden


14.12.21 12:45
Oberbank

Linz (www.anleihencheck.de) - Der Kursverfall der Türkischen Lira (TRY) ist scheinbar nicht zu stoppen, so Oberbank in ihrem aktuellen Tageskommentar zu den internationalen Finanzmärkten.

Gestern sei beim EUR/TRY-Kurs ein Allzeithoch von 16,44 erreicht worden. Damit habe die Lira in diesem Jahr fast 50% an Wert eingebüßt. Der Druck von Präsident Erdogan auf die Notenbank die Zinsen zu senken habe der Türkei eine Erhöhung der Inflation auf 21% gebracht. In Istanbul liege die jährliche Preissteigerung sogar bei 50%! Als Importland, das noch dazu in Fremdwährungen verschuldet sei, wirke ein Wechselkursverlust doppelt und verteuere damit das tägliche Leben.

Wiederholte Markteingriffe der Notenbank durch Interventionen in Form von Devisenverkäufen hätten nur zu kurzen Verschnaufpausen vor dem nächsten Lira Ausverkauf geführt. Diese Woche könnte der Leitzins ein weiteres Mal um 1% von 15% auf 14% gesenkt werden. Damit wäre einem weiteren Ausverkauf der Lira Tür und Tor geöffnet. Und die schon genannten Probleme (Importlastigkeit und Fremdwährungsverschuldung) würden die Inflation weiter steigen lassen. Der endlose Lira Verfall werde sich weiter fortsetzen, solange das Vertrauen der Investoren missbraucht werde. (14.12.2021/alc/a/a)




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