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Trumps Sieg: Verlieren US-Investmentgrade-Anleihen die Gunst internationaler Investoren?
10.11.16 12:45
AXA Investment Managers
Köln (www.anleihencheck.de) - Donald Trump ist zum 45. Präsidenten der USA gewählt worden, so Laurence Boone, Head of Research, und Serge Pizem, Head of Multi Asset Investments bei AXA Investment Managers (AXA IM).
Damit ende ein monatelanger Wahlkampf, der von engen Meinungsumfragen und intensiver Beobachtung der beiden Kandidaten geprägt gewesen sei. Laurence Boone und Serge Pizem würden erklären, was das Wahlergebnis für Investoren bedeute.
Laurence Boone kommentiere, was geschehen sei: Donald Trump habe sich entgegen den jüngsten Meinungsumfragen die Mehrheit der Wahlmännerstimmen gesichert. Trumps politische Pläne könnten zu einem großen, auf Unternehmen fokussierten Konjunkturprogramm im Einklang mit der republikanischen Mehrheitsmeinung führen, wenn er sich auf die Vereinfachung und Senkung von Steuern beschränke. Zugleich könnten Trumps umstrittene Pläne zum Außenhandel und zur Einwanderungspolitik sowohl der US-Wirtschaft als auch der globalen Wirtschaft schaden, wenn er sie umsetzen sollte.
Laut Serge Pizem könnten sich Donald Trumps aggressive Pläne zur Fiskalpolitik positiv auf die US-Wirtschaft auswirken, indem sie private Investitionen ankurbeln und die Produktivität steigern würden. Zugleich könnten sie aber auch zu einer schnelleren Straffung der Geldpolitik führen, was sich wiederum negativ auf das Wachstum auswirken dürfte. Dadurch steige mittelfristig wahrscheinlich die Verschuldung der USA.
Die Experten von AXA IM erwarten angesichts der gestiegenen Unsicherheit zunächst eine Risk-Off-Reaktion der Märkte, gefolgt von einem Anstieg des US-Aktienmarktes. US-High-Yield-Anleihen könnten von Trumps Sieg profitieren, während US-Investmentgrade-Anleihen möglicherweise die Gunst der internationalen Investoren verlieren könnten.
Nach Ansicht von Pizem werde Trumps Sieg sehr wahrscheinlich das Vertrauen weltweit erschüttern. Seine Pläne für den Außenhandel und die Außenpolitik könnten sich negativ auf China und andere Schwellenländer auswirken, wenn er sie umsetze. Zudem könnten sie zu einem Anstieg der Inflation in den USA selbst führen.
Man stelle sich die Frage, was als Nächstes folge. Die ersten Amtsmonate des Präsidenten Trump würden entscheidend für die Festlegung seiner Prioritäten und den Aufbau eines Verhältnisses zu Senat und Kongress sein. Sie würden darüber entscheiden, wie sich Trumps Politik auf die Wirtschaft und die Finanzmärkte auswirken werde.
Durch die Reaktion der Finanzmärkte auf die Wahl von Trump steige die Wahrscheinlichkeit, dass die FED im Dezember nicht den Leitzins erhöhen werde. Solange sich die Bedingungen auf den Finanzmärkten bis Dezember nicht nachhaltig verschlechtern, prognostizieren die Experten von AXA IM aber weiterhin einen Zinsschritt. Längerfristig dürften die Geldpolitiker vermutlich einen schnelleren Zinserhöhungsrhythmus einschlagen, als sie es unter einer Präsidentin Clinton getan hätten. (Ausgabe vom 09.11.2016) (10.11.2016/alc/a/a)
Damit ende ein monatelanger Wahlkampf, der von engen Meinungsumfragen und intensiver Beobachtung der beiden Kandidaten geprägt gewesen sei. Laurence Boone und Serge Pizem würden erklären, was das Wahlergebnis für Investoren bedeute.
Laurence Boone kommentiere, was geschehen sei: Donald Trump habe sich entgegen den jüngsten Meinungsumfragen die Mehrheit der Wahlmännerstimmen gesichert. Trumps politische Pläne könnten zu einem großen, auf Unternehmen fokussierten Konjunkturprogramm im Einklang mit der republikanischen Mehrheitsmeinung führen, wenn er sich auf die Vereinfachung und Senkung von Steuern beschränke. Zugleich könnten Trumps umstrittene Pläne zum Außenhandel und zur Einwanderungspolitik sowohl der US-Wirtschaft als auch der globalen Wirtschaft schaden, wenn er sie umsetzen sollte.
Die Experten von AXA IM erwarten angesichts der gestiegenen Unsicherheit zunächst eine Risk-Off-Reaktion der Märkte, gefolgt von einem Anstieg des US-Aktienmarktes. US-High-Yield-Anleihen könnten von Trumps Sieg profitieren, während US-Investmentgrade-Anleihen möglicherweise die Gunst der internationalen Investoren verlieren könnten.
Nach Ansicht von Pizem werde Trumps Sieg sehr wahrscheinlich das Vertrauen weltweit erschüttern. Seine Pläne für den Außenhandel und die Außenpolitik könnten sich negativ auf China und andere Schwellenländer auswirken, wenn er sie umsetze. Zudem könnten sie zu einem Anstieg der Inflation in den USA selbst führen.
Man stelle sich die Frage, was als Nächstes folge. Die ersten Amtsmonate des Präsidenten Trump würden entscheidend für die Festlegung seiner Prioritäten und den Aufbau eines Verhältnisses zu Senat und Kongress sein. Sie würden darüber entscheiden, wie sich Trumps Politik auf die Wirtschaft und die Finanzmärkte auswirken werde.
Durch die Reaktion der Finanzmärkte auf die Wahl von Trump steige die Wahrscheinlichkeit, dass die FED im Dezember nicht den Leitzins erhöhen werde. Solange sich die Bedingungen auf den Finanzmärkten bis Dezember nicht nachhaltig verschlechtern, prognostizieren die Experten von AXA IM aber weiterhin einen Zinsschritt. Längerfristig dürften die Geldpolitiker vermutlich einen schnelleren Zinserhöhungsrhythmus einschlagen, als sie es unter einer Präsidentin Clinton getan hätten. (Ausgabe vom 09.11.2016) (10.11.2016/alc/a/a)


